Jurmala, Lettland

Die Ostsee wabert wie Gelee. Die Mittagssonne versucht, es zu schmelzen, und hat erste Erfolge: Kleine Wellen bilden sich und legen sich mit einer Schar Krähen an, die zänkisch ihr Terrain verteidigen. Wozu? Der Sandstrand der Halbinsel Jurmala, etwa eine halbe Autostunde nördlich der Hauptstadt Riga, ist riesig: mehr als 30 Kilometer lang, gut 100 Meter breit und, außerhalb der Feriensaison, fast menschenleer.

Im Sommer aber ist dies einer der Lieblingsstrände der Balten. Seit dem 19. Jahrhundert sind die Dörfer in den Kiefernwäldern die Badeorte der Schönen, Intellektuellen und Reichen. Ihr Vermächtnis: mehr als 4000 historische Gebäude, teilweise schön saniert, neue Paläste, errichtet vom osteuropäischen Geldadel, und einige Betonklötze aus der Sowjet-Ära. Selbst die haben heute meist ein liebenswertes Innenleben und machen Karrieren als Hotel oder Spa.

GEO Reise-Newsletter