Kniepsand, Amrum

Aus der Vogelperspektive sieht die nordfriesische Insel aus, als wäre ein gigantischer weißer Bumerang an ihrer etwa zwölf Kilometer langen Westküste gestrandet. Zum großen Teil besteht er aus einer wandernden Sandbank: Kniepsand. Über Jahrhunderte hat sie sich an Amrum angenähert und wird immer dicker: Bis zu einem Kilometer misst die breiteste Stelle.

Schuhe ausziehen und losstapfen, bis man in der Sahara steht - so weit geht der Blick nur über Sand. Die frische Brise holt einen zurück nach Nordeuropa. Sie trägt das Kreischen der Seevögel heran, die im angrenzenden rund 700 Hektar großen Dünengürtel brüten, und nur vereinzelt Stimmen. Holzstege führen durch das geschützte Gebiet, der höchste der Sandberge ragt 32 Meter auf: "A Siatler" bei Norddorf, dem nördlichsten der fünf Dörfer.

Der belebteste Ort ist Wittdün ganz im Süden, wo die Fähre aus Dagebüll anlegt. Motoren brummen, Autos hupen, Radfahrer klingeln, Besucher drängeln sich in Gassen, Cafés und Läden. Herrlich, dass die Wüste nur einen kurzen Spaziergang entfernt liegt.

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