Palombaggia, Korsika

Palombaggia ist ein Albtraum für Windsurfer: Fast jeden Tag herrscht Flaute. Und das klare Wasser ist so reglos und fällt so seicht ab, dass man das Gefühl hat, bis Rom an der gegenüberliegenden Küste laufen zu können. Und die Strandcafés? Nicht annähernd hip.

Alle anderen, vor allem Familien, packen begeistert Schwimmreifen und Kühlboxen ein und fahren zur kilometerlangen weißen Bucht, etwa 15 Minuten südlich von Porto-Vecchio. Für schläfrige Eltern haben bis zu hundert Jahre alte Pinien ihre Schirme aufgespannt. Das Kinderprogramm ist perfekt: feinster Sand für Plastikschaufeln und Förmchen. Und im Tyrrhenischen Meer kann man wie im Aquarium ganz ohne Taucherbrille Fische beobachten, man braucht nur zwischen den runden Felsen im Wasser zu waten und den Blick zu senken.

Strandwanderer klettern über ein paar Felsen und stapfen nach Süden von Bucht zu Bucht, eine gute halbe Stunde lang bis zum Cap d’Acciaghju mit den herrlichen Stränden von Tamaricciu und Acciaghju - und zurück. Und schon spielt der Himmel verrückt, glüht in Pink und Orange, sprenkelt Rost auf den Sand und gießt Gold und Blei ins Wasser, bis es funkelt.

Nicht nur der Wind spart Palombaggia aus, auch die Zeit. Sie gilt hier einfach nicht. Tage vergehen ungezählt, und wieder daheim, sehen die meisten - Kinder ausgenommen - ein, zwei Jahre jünger aus. Wirklich!

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