Pilgerweg: ein Balanceakt - der Goldene Felsen von Kyaikhtiyo, Myanmar

Gute vier Autostunden von Rangun entfernt liegt in der Nähe des kleinen Ortes Kyaikto im Mon-Staat, eines der Nationalheiligtümer Myanmars: die Pagode des Goldenen Felsens. Auch wenn es aussieht, als würde der Koloss jeden Moment in die Tiefe stürzen, wird er der Legende nach nur von einem Haar Buddhas im Gleichgewicht gehalten.

Ein Einsiedler hatte dieses Haar dem Mon-König Tissa, Sohn eines Magiers und einer Prinzessin im 11. Jahrhundert geschenkt. Der Einsiedler offenbarte, dass das Haar Wunder bewirken würde, wenn er einem Felsen in Form eines Kopfes finden würde. Der König suchte im ganzen Land und fand schließlich auf dem Meeresgrund einen passenden Felsen. Er hievte ihn mit der Hilfe des Gottes Indra und eines Schiffes den Berg hinauf. Oben auf dem Berg wurde das Schiff zu Stein - und der Fels zum Heilgtum.

Tagtäglich sind Hunderte von Pilger unterwegs, um diesen besonderen Ort zu besuchen. Ungefähr zwölf Kilometer ist der Pilgerpfad lang. Im Kinpun-Camp, dem Basislager am Fuße des Kyaiktiyo-Berges, beginnt der erste Part, der aber von dem meistenr Pilgern mit dem Bus oder dem Taxi gemeistert wird. Die Serpentinen haben es schließlich in sich. Die letzten vier Kilometer steil bergauf müssen allerdings zu Fuß gemeistert werden. Pilger, die ganz schlecht zu Fuß sind und die Sonne fürchten, können sich von kräftigen Trägern gegen eine Gebühr in einer Sänften hinauftragen lassen. Oben angekommen, heißt es: Schuhe ausziehen! Und für das weibliche Geschlecht: Finger weg vom Goldenen Felsen! Nur Männer dürfen den Felsen mit Blattgoldblättchen bekleben - Frauen dürfen dagegen aber das versteinerte Schiff berühren.

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