Lima

Peru gilt als der neue Stern am kulinarischen Himmel. Längst ist die Ceviche-Welle auch in Europa angekommen und die macht Lust auf mehr Gerichte aus dem Andenstaat. Statt hipper Imbisswagen, wie wir sie von Streetfood-Events in Europa kennen, säumen in Lima kleine, improvisierte Stände die Straßenecken. Von den süßen Donuts Picarones aus Süßkartoffel und Honig, über frische Säfte oder traditioneller Empanadas, Teigtaschen mit herzhafter Füllung, bis hin zu den beliebten Fleischspießen Anticuchos, bieten die Verkäufer eine große Auswahl lokaler Spezialitäten. Ein guter Indikator für Qualität und Hygiene sind die Einheimischen selbst. Stehen sie an einem der Stände Schlange, hat das was zu bedeuten. Ceviche und weitere frischzubereitete Gerichte gibt es für wenig Geld auch im Mercado Central. Aber Achtung: Die Märkte Perus sind nichts für zartbeseitete Gemüter. Wer sich allein nicht in das Getümmel traut, der folgt Pía zu ihren favorisierten Marktständen und lernt danach mit den eingekauften Waren peruanische Köstlichkeiten wie Lomo saltado selbst zu zubereiten.

Palermo

"Foodies" müssen auf die Straßenmärkte von Palermo. Die Märkte Il Capo, Vucciria und Ballarò sind unbedingt einen Spaziergang wert, denn es werden nicht nur fangfrischer Fisch, Artischocken, handgepresstes Olivenöl und sonngetrocknete Tomaten verkauft, sondern hier wird auch gekocht, gegart und gegessen. Die sizilianischen Spezialitäten wie Stigghiole, Arancine oder Panelle sollte man unbedingt probieren. Wo es die besten Arancini, die frittierten und gefüllten Reisbällchen sowie Stigghiola, gewürzte und gegrillte Lamm- und Ziegeninnereien am Spieß und die gefüllten Kroketten zu finden sind, lernt man am besten auf einer geführten Tour wie der Palermo Street Food. Palermo ist für Slow Food-Fans ein Muss

Berlin

In Deutschland ist der Trend zum Streetfood mittlerweile so richtig in Fahrt gekommen. Und Berlin als weltoffene Hauptstadt, zeigt gern, dass es hier viel mehr gibt als nur Döner und Currywurst. Ob britische Pies, thailändische Tapioka Dumplings, mexikanische Tacos, Allgäuer Kässpatzen, peruanische Ceviche, nigerianisches FuFu, amerikanisches Barbeque oder koreanische Buns – auf dem Street Food Thursday in der Markthalle Neun, ist dies alles zu haben. Sonntags sollten hungrige Streetfoodfans in die Kulturbrauerei im Prenzlauer Berg begeben. Dort findet seit 2015 Street Food auf Achse statt. Vormerken: Am Treptower Hafen entsteht ein permanentes zu Hause für Streetfood aus aller Welt. Die insgesamt 28 Stände bieten vom klassischen Picknick-Korb bis zur Wurst im Maismantel eine große Variation. Offizielle Eröffnung ist im September 2018, einige der Stände sind aber bereits geöffnet.

Singapur

Überall wird gebrutzelt, gegart und gekocht. In Singapur gibt es unzählige kleine Stände und Garküchen, die sogenannten "Hawker Center", die die Großstädter mit landestypischen und preisgünstigen Köstlichkeiten versorgen. Eines der Nationalgerichte in Singapur ist Chilli Crab, ein Schlammkrabbe, die in einer dicken roten Tomaten- und Chilisoße daher kommt. Aber keine Angst: nach dem standesgemäßen Essen mit den Händen bekommt man in der Regel auch eine Waschschüssel oder nasse Handtücher gereicht. Der Reiz an den Straßenküchen Singapurs ist vor allem der Mix aus den verschiedenen Landesküchen. Chinesische, indische, malaiische sowie europäische Einflüsse treffen in der Küche Singapurs zusammen. Besonders Mutige werden sich sicherlich auch Dinge wie Seegurken-Eintopf, mit dem vielversprechenden Namen: "Buddha jumps over the wall" ("Buddha springt über die Mauer") oder "Hashima", einem Gelee aus Eileiter-Gewebe von Ochsenfröschen, wagen. Einer der besten "Hawker Center" in Singapur ist in der Makansutra Gluttons Bay, doch auch in den Gassen von Chinatown sollte man ruhig mal genauer in die Töpfe gucken.

Mexico City

Wer in Mexiko City unterwegs ist, weiß schnell, warum die traditionelle Küche des Landes auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes steht. Diese drei Ts gehören unbedingt zu Mexiko-City: Tacos, Tamales und Tlacoyos. Über 20 Millionen Menschen leben in der Mega-City – und haben vor allem eines: Hunger. Wie gut, dass es da an jeder Straßenecke etwas zu essen gibt und beliebte Gerichte der Straßenküche nie weit auseinander liegen. Unbedingt probieren sollte man Tacos, die Maisfladen gefüllt mit Gemüse, Rindfleisch, Fisch und Rinderzunge. Sie werden mit einer scharfen Sauce, Zwiebeln und Koriander gewürzt und schmecken den Einheimischen zu jeder Tageszeit. Vegetarier freuen sich über süße Tamales. Diese Maisteigröllchen werden in Pflanzenblättern gedünstet und gedämpft. Tlacoyos sind frische Maistortillas, die mit gekochten und gemahlenen Bohnen, Käse und gebratener Schweineschwarte angeboten werden. Im südlichen Coyoacán-Viertel geht es zünftig zu. Frauen kochen auf Metallplatten und brutzeln Tortillas und Fleischeintöpfe. Nicht umsonst sagt, ein mexikanisches Sprichwort: "Wenn der Bauch voll ist, ist das Herz glücklich"

Brüssel

Die belgische Hauptstadt steht vor allem für eines – die besten Fritten der Welt. Eine der berühmtesten Frittenbude Belgiens ist Maison Antoine, sie steht gleich in der Nähe des EU-Parlaments - auch Krawattenträger brauchen halt mal Pommes. Wer seine beste Frittenbude der Stadt küren will, macht das am besten mit Hilfe der Pommes App - und futtert sich von Bude zu Bude. Auch nicht fehlen dürfen natürlich die heißen belgischen Waffeln und die Miesmuscheln. Street Food-Fans sollten auf jeden Fall auch die Märkte von Brüssel genau studieren. Immer eine gute Idee sind der Marché de la Place Van Meenen in Saint-Gilles und sonntags der Markt am Place Eugène Flagey in Ixelles, ein multikulti Bauernmarkt auf dem auch Austern und Champagner angeboten werden

Marrakesch

Lammwürste, Schnecken in Kräutersud, frischgepresste Orangen- oder Zitronensäfte und noch ein Avocado-Milchshake – das alles ist problemlos auf dem berühmten Marktplatz Djeema el Fna zu finden. Daneben stehen Gewürzstände mit Kreuzkümmel, Safran und Zimt. Doch im Gewusel den Überblick zu behalten ist nicht so einfach. Wo gibt es den besten Fisch? Wo die besten Datteln? Die Einheimischen haben ihre Stammstände, doch als Tourist fragt man sich schnell: wohin nur? Wer authentisch essen möchte und sich nicht alleine vom Marktplatz in das Gassengewirr traut, bucht einfach einen dreistündigen Rundgang von "Marrakech Food Tours". Youssef und Amanda haben alle Produkte und Imbisse vorher selbst getestet und führen zu kleinen Familienbetrieben und authentischen Imbissständen. Doch auf der Tour wird nicht nur viel gegessen und probiert unter anderem auch das Nationalgericht Couscous, das Gericht aus Hartweizengrieß mit Fleisch und Gemüse, sondern auch über die Zubereitungsarten aufgeklärt. Wie ein Erdofen funktioniert, lernt man auch auf dem Rundgang von Youssef und Amanda

Ho Chi Minh

Wer zu Fuß in Ho Chi Minh unterwegs ist, hat schon verloren, so heißt es. Am besten erkundet man die Stadt mit dem Moped. Auch die Straßenküchen kann man am besten mit einer Moped Tour kennenlernen. Auf dem Speiseplan stehen unter anderem die Bun Bo Hue Suppe, eine Nudelsuppe die aus Schweine- und Rindfleisch gekocht wird. Wer es mag, kann auch halbausgeschlüpfte Hühnereier oder Frosch ohne Haut probieren. Weniger Abenteuerlustige bestellen wahrscheinlich lieber einen warmen Kaffee ungesüßt und einen Kokoswackelpudding. An jeder Ecke gibt es zudem eine Art Mokka. Die Vietnamesen trinken ihren Kaffee gerne kalt, mit Eis und einem kräftigen Schuss gesüßter Kondensmilch. Doch auch die Bun Bo Hue Suppe oder "Bánh Mì", das fluffige Baguette aus Reismehl, das mit Leberpastete und Gemüse sowie Koriander und Chilli gereicht wird, sollte man probieren. Das Baguette kam während der Kolonialzeit in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch die Franzosen ins Land. Die Vietnamesen verfeinerten es; machten es dünner und knuspriger – heute ist es ein klassisches Auf-die Hand-Gericht. Ein Muss für Foodies ist der große Bình Tay Markt in China Town

Los Angeles

Lange Schlangen vor den Fast Food Trucks gehören in Los Angeles zum Straßenbild. Von Fast-Food bis zu Sternemenüs ist hier eigentlich alles auf die Hand zu haben. Am Wilshire Boulevard, gegenüber dem Los Angeles County Museum of Art, warten zur Mittagszeit allein an die 12 Trucks auf Kundschaft. An jedem ersten Freitag im Monat werden dagegen die Klappen der Trucks auf dem Abbot Kinney Boulevard in Venice Beach geöffnet. Auch großer Andrang ist auf dem Street Food Festival, das jedes Jahr im Sommer stattfindet. Unbedingt anstellen sollte man sich auch bei "Guerilla Tacos". Wes Avila bietet aus seinem Truck einen Taco mit scharf angebratenem Oktopus an, donnerstags und freitags steht er vor dem Blacktop Coffee, 826 E 3rd St, Arts District DTLA. Der Alain-Ducasse-Schüler tauschte die Haut Cusine gegen den Wagen mit "Straßenfutter". Auch Einreihen sollte man sich in der Schlange beim Kogi-Foodtruck von Roy Chois Kogi. Er kreuzt Tacos mit koreanischen Aromen und reicht karamellisierte Barbecue-Rippchen mit einer würzigen Soße in Maistortillas über den Tresen. Die Gründung seines Kogi Unternehmens beschrieb er in seinem Buch "L.A. Son" und dank sozialer Netzwerke baute er sich eine treue Kundschaft auf. Die "Newsweek" bezeichnete seine Wagen als "erstes virales Esslokal Amerikas". Zudem ist Kogi auch nicht ganz unschuldig am Streetfood-Hype

Istanbul

Straßenhändler mit Handkarren sind überall in der türkischen Metropole zu finden. Man isst bei ihnen gut, günstig und vielfältig und das schon seit Jahrhunderten. Selbst Sultan Osman III. soll sich Mitte des 18. Jahrhunderts regelmäßig heimlich aus seinem Palast geschlichen haben, um die Spezialitäten seiner Hauptstadt zu probieren. In den Straßen um den Gewürzbasar und der Rüstem-Pascha-Moschee sind eigentlich immer Straßenhändler zu finden. Unbedingt probieren: Die süßen Spritzkuchen, Tulumba, die schmecken am Goldenen Horn gleich doppelt so gut. Auch die gegrillten Makrelen mit Zitrone in Brötchen von den schwimmenden Booten sind lecker. Und dann wären da noch Pilav, Reis mit Kirchererbsen und Hühnerfleisch – ein Klassiker der türkischen Küche, Kokoreç-Sandwich, ein türkisches Baguette mit klein geschnittenen, gegrillten oder gebratenen Lammdärmen, eingelegtes Gemüse als Happen zwischendurch und Simit, die Sesamkringel – was auch immer es ist. Istanbul ist für Straßenküchen-Freunde auf jeden Fall eine Traumstadt

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