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Ein Leben für die Weihnacht

Kevelaer, das deutsche Mekka. Mit über 800.000 Pilgern jährlich ist diese Kleinstadt Deutschlands beliebtestes Pilger-Ziel. Etwas abseits von dem Trubel findet sich ein weiteres Kleinod für die Pilgerer: Das HoDa Krippenmuseum

Laut Aussage der Betreiber gibt es hier "unzählige" Krippen aus der ganzen Welt ganzjährig zu bestaunen. Krippen mit mannshohen Figuren bis hin zu einer Krippe, die in einer Streichholzschachtel Platz findet. Selbst Krippen mit Schwarzen und Asiaten gibt es hier. Das HoDa Krippenmuseum (HoDa steht für Horst Dammers, das Familienoberhaupt der Krippenfamilie) und die dazugehörige Krippen-Manufaktur sind das Lebenswerk von Horst Dammers und seiner Familie. Seit über 40 Jahren werden hier Figuren geschnitzt, gegossen und bemalt. Und nie wurde ein Fremder an diese Arbeit rangelassen, denn der könnte das wertvolle Wissen der Dammers stehlen. Selbst Ehemänner für die Töchter wurden vom Patriachen nicht so richtig als notwendig erachtet: "Warum soll man wegen einem Glas Milch eine ganze Kuh kaufen?"

Hier werden die Köpfe für Kasper bemalt
Hier werden die Köpfe für Kasper bemalt
© Michaela Vieser, Reto Wettach

So haben also bis vor Kurzem Vater, Mutter und die drei Töchter den Laden geschmissen. Und nun starb die Mutter. Ein Ölgemälde der "Mutti" ziert seitdem den Ausstellungsraum und will den Besucher nicht so richtig in Weihnachtsstimmung kommen lassen. Die Atmosphäre der Halle, die stark an Industrie erinnert, ist dabei auch keine große Hilfe. Nachtrag: Bei einem erneutem Anruf während der Produktion dieses Buches wurde uns mitgeteilt, dass Horst Dammers nun auch verstorben sei. Die Töchter werden aber Museum und Manufaktur weiterführen, so "wie es Vati und Mutti uns beigebracht haben".

HoDa Krippen Museum

Lindenstraße 62

47623 Kevelaer


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