Sylt Die Cousins von Buhne 16

Die Betreiber des Sylter Traditionslokal wissen, worauf es ankommt: Das Beach-Bar-Feeling in der "Buhne 16" ist weit über die Insel hinaus bekannt. Warum das so ist, lesen Sie im Portrait über die beiden Cousins Tim und Sven
Die Cousins von Buhne 16

Im Windschatten der Dünen liegt Sylts chilligstes Surfbistro

"Wer zu uns kommen will, muss das auch wollen", sagt Sven Behrens. "Ja, so is’ das", ergänzt sein Cousin Tim mit norddeutschem Schmelz. Vom Parkplatz an der Lister Straße aus geht man zehn Minuten zu Fuß durch naturgeschützte Dünen, der Bretterweg endet an einem Strandbistro. Die "Buhne 16" gilt als der chilligste Platz auf Sylt, was vor allem an seinen Besitzern liegt, den Behrens-Cousins.

Zwei Wikingertypen, die selbst bei Windstärke zwölf noch sagen würden: "Is irgendwas?" Ihre flutsichere Holzkonstruktion mit Selbstbedienungsrestaurant und Bistrostühlen auf der Terrasse steht an der Westküste des schmalen Inselteils zwischen Kampen und List. Eine Düne versperrt den Blick aufs Meer, schützt aber auch vor Wind und Flugsand. Es gibt selbstgemixte Lounge-Musik und handfeste Küche. Barfuß ist das Lebensgefühl, Hektik ist anderswo.

"Ich lag auf Sylt an Buhne 16, dem Strand für alle sonnenhungrigen Nackten der Republik. Trotz der Transparente 'Badehose runter – Gunter' behielt ich meinen Lendenschurz an", erinnerte sich Playboy Gunter Sachs in seinen Memoiren.

In den Dünen vor Kampen liefen die Vorstände der Deutschen Bank nackt durch die Dünen, hier sonnte sich Ulrike Meinhof, und in den Strandkörben schlürfte der Jetset Austern und Champagner – oben im Norwegerpullover, untenrum mit nix: In den Sechzigern wurde der Grundstein für den Sylt-Mythos gelegt.

Inzwischen sind die Reichen und Schönen längst weitergezogen nach Sardinien oder St. Barth, ihre Plätze haben Johannes B. Kerner, Sylvie Meis & Co. eingenommen. B-Promis und Sylt-Urlauber stehen heute brav Schlange an der Essensausgabe vom Strandbistro "Buhne 16" – reservieren kann man hier nicht.

Für den niedrigen Blutdruck vor Ort sorgen Tim und Sven: "Wer sich morgens einen Tee an der Theke holt, kann unseretwegen auch abends noch vor seinem Becher sitzen", sagt Tim, "wir machen da keinen Druck." Und wer seinen Sektkühler, die Currywurst oder die Scampi mit runter ans Wasser nimmt, kriegt auch keinen Ärger. "Abends drehen wir mit unserem Land Rover ein paar Runden am Strand und sammeln Geschirr und Müll wieder ein." Zusammen mit mehr als zwanzig Saisonkräften wuppen die Cousins ihren Laden, manchmal bis weit nach Mitternacht.

Die Cousins von Buhne 16

Die Behrens-Cousins vor dem angerosteten Erkennungszeichen ihres Strandbistros nördlich von Kampen

1999 haben Tim und Sven die "Buhne 16" von ihren Vätern und einem Onkel übernommen. Die drei Behrens-Brüder Uwe, Conrad und Dieter sind Sylt-Legenden – in den Sechzigern funktionierten die Rettungsschwimmer ihre Rettungsbretter zu Surfbrettern um und gehörten zu den ersten Wellenreitern Deutschlands.

"Unser Beach-Bar-Feeling haben wir den Onkels zu verdanken", sagt Sven. "Die haben gut gefeiert und waren so was von cool ..." Die Onkels schauen immer noch fast täglich vorbei, spielen Karten, gehen fischen, grillen oder räuchern ihre gefangenen Makrelen, die dann tagesfrisch für 9,50 Euro mit Salat angeboten werden. "Und sie geben uns gute Ratschläge", feixt Tim, was Sven mit einem launigen "Jo!" bestätigt.

Vor zehn Jahren war "Buhne 16" bekannt für ausschweifende Strandpartys in der Hochsaison. "Das geht heute gar nicht mehr", sagt Sven. "Wenn du sowas auf Facebook ankündigst, kommen so viele Leute, da kriegt man nichts mehr auf die Reihe." Feiern, klar, aber es darf nicht in Stress ausarten. Sven und Tim mögen es eben chillig.

Ihr Lieblingsplatz:

der Strandabschnitt vor ihrem Bistro, das Surfrevier mit den "geilsten Wellen von Sylt". Jedes Jahr zum Saisonausklang findet hier das einzige Longboard-Festival Deutschlands statt – eine große Surfparty mit Wettkämpfen und Livemusik.

Mehr Infos im Web

Buhne 16, Weststrand, Listlandstr. 133 b, Tel.: 04651/49 96. Alle Informationen geben die Cousins über ihre Facebook-Seite bekannt, die auch einsehbar für Nicht-Mitglieder ist.

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