Städtereise: Kyoto

Unser Wegweiser durch die alte Kaiserstadt. Wir zeigen Ihnen, wo Sie träumen, essen und über die Gartenkünste der Japaner staunen können
Städtereise: Kyoto

Der berühmte "Goldene Tempel" ist Ziel für Touristen aus aller Welt, japanische Schulklassen und Gartenfans

Reisezeit:Besonders schön sind Japans Gärten im Oktober/November wegen der prachtvollen Laubfärbung und während der Kirschblüte im März/April. Juni ist Regenzeit, im September gibt es Taifune.

Einreise: Ein mindestens noch 6 Monate gültiger Reisepass genügt.

Anreise:

ANA (All Nippon Airways) fliegt von Frankfurt nach Tokio und von dort aus nach Kyoto. Die Airline hat das dichteste Netz von Verbindungen in Japan. Weitere Flüge von München nach Tokio und von Frankfurt nach Osaka als Codeshare-Flüge mit Lufthansa. Japan Airlines bietet ebenfalls Direktflüge ab Frankfurt.

Flugzeit: ca. 12 Stunden

Unterwegs im Land: Zug fahren ist erstaunlich einfach in Japan: Die Beschilderung der Bahnhöfe ist übersichtlich, selbst in Regionalbahnen wird mit englischsprachigen Anzeigen auf die nächste Station hingewiesen. Der japanische Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen verbindet alle wichtigen Städte. Tokio-Kyoto knapp 2,5 Stunden, ca. 112 Euro; www.japanrailpass.net

Gesundheit: Keine Impfungen vorgeschrieben, der medizinische Standard ist hoch. Auskunft: Japanische Fremdenverkehrszentrale, Kaiserstr. 11, 60311 Frankfurt/M., Tel. 069- 2 03 53, www.jnto.de

Übernachten

Shunkoin-Tempel: Zen in einem der schönsten Tempeldistrikte Kyotos: Abt Takafumi Kawakami (u.) hat in Amerika gelebt und stimmt die spirituelle Erfahrung auf die Bedürfnisse auch unerfahrener Ausländer ab. Nach der Meditation führt er durch seinen Tempel, abends wartet ein schlichtes, nettes Zimmer. Unerwarteter Luxus: die Heizdecke unter dem dünnen Futon, der auf dem Betonboden lag. Ohne sie hätte ich in der kühlen Novembernacht sicher gefroren. Sehr empfehlenswert: Abendessen im vegetarischen Restaurant "Ajiro", einen kurzen Spaziergang vom Tempel entfernt. Für Selbstversorger gibt es eine Miniküche und einen Supermarkt in der Nähe. Myoshin-ji-Tempel, 42 Myoshinji-cho, Hanazono, Ukyo-ku, Tel. 462 54 88, www.shunkoin.com

Nishiyama Ryokan: Zentrale Lage, hübsche Tatami-Zimmer, traditionelles Bad, japanische Küche und gute Preise. Gokomachi St.-Nijyo Sagaru, Nakagyo-ku, Tel. 222 11 66, www.ryokan-kyoto.com

Kawashima Inn: Herr Kawashima spricht hervorragend Englisch. Er hat lange in London gelebt. Als seine Mutter alt wurde, kehrte er in die Heimat zurück und übernahm das Charmante kleine Gasthaus in einer ruhigen Gasse von Kyotos Altstadt, das seine Familie seit 1901 führt. Vier hübsche Zimmer sind um einen kleinen Garten arrangiert, Bad und Toilette teilen sich nach Ryokan-Sitte alle Gäste. 207-2 Yanaginobanba, Ayanokoji- dori Nishiru Shimogyoku, Tel. 351 20 98, www.japaneseguesthouses.com

Hiiragiya: Eines der schönsten Hotels in Japan. Seit 1818 wird dieser edle Ryokan von einer hochangesehenen Familie geführt. Akemi Nishimura empfängt und am Eingang und

führt uns in ein traditionelles Zimmer (die Bäder sind modern), in dem jedes Detail von formvollendeter Schönheit ist. Eine reizende junge Dame hilft beim Anziehen des Baumwoll- Yukata, einer vereinfachten Kimono-Version, die für jeden Gast bereitliegt. Dann wird das zwölfgängige Kaiseki-Mahl im Zimmer serviert, in feinen Porzellan-, Lack- und Keramikschalen, die in Farbe und Form auf die Jahreszeit abgestimmt sind. Und am nächsten Morgen winkt Frau Nishimura uns zum Abschied nach, bis das Taxi außer Sichtweite ist. Nakahakusancho, Fuyacho Anekojiagaru, Nakagyo-ku, Tel. 221 11 36, www.hiiragiya.co.jp

Essen und trinken

In Kyotos Altstadtgassen reihen sich Restaurants und Izakayas, Kneipen mit kleiner Speisekarte, aneinander. Sehr kommunikationsfördernd: Normalerweise gibt es nur japanische Karten; man schaut auf die Nachbar-Teller, Gäste und Kellner versuchen so gut es geht zu dolmetschen, und manchmal hilft nur noch ein Gang in die Küche weiter. Empfehlenswert sind folgende Lokale in der Nähe des Geisha-Distrikts Gion und des Nishiki-Markts - lassen Sie sich vom Hotel einen Tisch reservieren und den Weg erklären: Iro, Tel. 371 16 16; Sorekara/Sajiki, Tel. 352 90 88, www.sorekara.jp; Spoon, Tel. 351 60 90, www.kyoto-spoon.com

Shinme: Im ehemaligen Weberviertel, etwas abseits des Zentrums. Eine authentische Erfahrung, denn hier wird nur Japanisch gesprochen. Wer dem Wirt einen Betrag ab 5000 Yen (ca. 45 Euro) nennt, dem bereitet er etwas Leckeres zu.38 Nishigawa Tamaya-cho, Tel. 461 36 35, reservieren!

Gärten

Saiho-ji: Für den berühmten Moosgarten muss man schriftlich eine Besuchserlaubnis beantragen, dabei mehrere Termine vorschlagen und einen adressierten, frankierten Rückumschlag beilegen. Uns half der Concierge des "Park Hyatt" (www.park.hyatt.com) in Tokio, wo unsere Reise begann. Die Genehmigung wurde dann an unser Hotel in Kyoto geschickt. Danke, Toshi-san! Jingatani-cho, Matsuo, Nishikyo-ku, Tel. 391 36 31; Besuch nur zur genehmigten Zeit; Spende am Eingang: 3000 Yen (ca. 27 Euro)

Ryoan-ji: Radikale Reduktion: Der tennisplatzgroße Zengarten ist weltberühmt. U13 Goryonoshita-machi, Ryoan-ji, Ukyo-ku, www.ryoanji.jp

Byodo-in: Paradiesgarten aus dem 11. Jahrhundert. 116 Uji-renge, Ujishi, Tel. 0774-21 28 61

Shisen-do: 1641 legte Samurai Jozan Tempel und Garten als Rückzugsort für seinen Lebensabend an. Monkuchi-machi, Ichijo-ji, Sakyoku, Tel. 781 29 54

Kinkaku-ji: Der berühmte "Goldene Tempel" ist Ziel für Touristen aus aller Welt, japanische Schulklassen und Gartenfans. Kinkakuji-cho, Kitaku, Tel. 461 00 13

Lesen

In einem japanischen Garten von Lafcadio Hearn, Manesse. Pointiert in seiner Kritik an Europa, kenntnisreich und feinsinnig in der Beschreibung Japans. Liebevoll aufgemachter kleiner Band mit Tuschezeichnungen japanischer Meister

Japanische Gartenkunst von Irmtraud Schaarschmidt-Richter, DVA, 59,95 Euro. Die Japanologin ist eine exzellente Kennerin des Landes und seiner Gartenphilosophie. Zahlreiche Fotos und Skizzen erleichtern Ausländern das Verständnis dieser hoch entwickelten Kunst. Ein echtes Manko: das fehlende Register. Es sei denn, man möchte das als Schule in Geduld begreifen.

A Guide to the Gardens of Kyoto von Marc Treib, Kodansha, ca. 18 Euro. Das beste Buch über die Gärten der alten Kaiserstadt. Mehr als 50 werden ausführlich beschrieben. Nur auf Englisch

Kyoto City Guide Lonely Planet 2008, 14,95 Euro. Wie immer eine Fundgrube (nicht nur) für preiswerte Tipps, Hotels, Restaurants, Kultur und Subkultur. Nur auf Englisch

Moleskine City Notebook Kyoto, Moleskine, ca. 9 Euro. Ein schicker kleiner Guide mit Kartenausschnitten, zweisprachigem U-Bahn-Plan (sehr praktisch!), ausgewählten Tipps, Adressen und reichlich Platz für die eigenen Notizen.

Japan Times, www.japantimes.co.jp. Die englischsprachige Tageszeitung hat eine gute Online-Version.

Leih-Handys: Deutsche Mobiltelefone funktionieren nicht in Japan. Man kann am Flughafen sowohl Geräte für die eigene Sim-Karte mieten als auch Handys mit japanischer Nummer. Wer rechtzeitig online bucht, spart Geld und kennt seine japanische Telefonnummer schon vor der Abreise. Anbieter: www.softbank-rental.jp; http://roaming.nttdocomo.co.jp

Ausflug nach Hikone

Im Hakkeitei Ryokan wird der Gast zur Attraktion: Das historische Gasthaus, ganz aus Holz mit großen Fensterfronten, scheint über dem Biwa-See zu schweben. Die Besucher des Genkyu-en-Gartens, der ihn umgibt, fotografieren die Ahornbäume, die Brücken und die Ryokan-Gäste, die diesen Anblick privilegiert von der Terrasse ihres Zimmers aus genießen. Konki machi, Tel. 0749-22 31 17, www.hakkeitei.com

Hakone - Kunst und Bäder

in Luxus-Ausflug (zu leider auch luxuriösem Preis) führt auf dem Weg nach Tokio ins Bergdorf Gora. Im edlen Relais & Châteaux-Hotel genießen Gäste die heißen Quellen in schönen Bädern und anschließend die Kaiseki-Küche, die zu den besten in Japan zählt. Das raffinierte mehrgängige Menü wird in den eleganten Zimmern serviert. Gastgeberin Miwako Fujimoto ist bildhübsch, charmant und weitgereist - bevor sie das Hotel der Eltern übernahm, arbeitete sie in der Modebranche. Ein weiteres Highlight ist das Museum von Hakone, das man vor der Abreise unbedingt besuchen sollte: ein herrlicher Skulpturenpark mit Plastiken von Moore und Rodin (www.hakone-oam.or.jp). Gora, Hakone-machi, Ashigarashimogun, Kanagawa, Tel. 0460-82 33 31, www.gorakadan.com

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