Städtereise Städtereise: Vancouver

Unser Reporter durchstreifte die gut gelaunte Metropole, die japanische Hotdogs und eisige Pisten liebt

Ansehen:

Wie ein XXL-Scheiterhaufen türmt sich die Olympic Flame am Ufer des Burrard Inlet – und wird bei besonderen Anlässen entfacht. Flankiert von einem stilisierten Orca-Wal, wacht das Olympische Feuer über der neuen Promenade am Coal Harbour mit Blick auf Fjord und Berge der Nordküste.

Noch schöner ist die Aussicht vom zweiten Erbstück der Spiele, dem Olympic Village am Ufer des False Creek. Als die Athleten gingen, machten die Bauherren Konkurs. Jetzt hat die Stadt die Quader aus Stahl und Glas übernommen. Im Frühjahr soll im Salt Building, einem alten Hafenlagerhaus, eine Braukneipe eröffnen. Gutes Eis gibt es jetzt schon: bei Amato Gelato (East First Ave. 78).

Städtereise: Vancouver

Sehbrücke: Blick vom Olympischen Dorf über den False Creek nach Downtown

Essen:

Als kulinarische Treffs haben sich in der Innenstadt seit den Spielen multikulturelle Snackbuden etabliert. Vorreiter war der Stand von Japa Dog vor dem "Sutton Place"-Hotel, wo es Hotdogs mit japanischen Saucen gibt (Burrard/Smithe St., www.japadog.com ).

Ein Dutzend weiterer Stände brutzelt koreanische Tacos oder Reh-Burger. Feiner ist das Market Restaurant des Elsässer Sternekochs Jean-Georges Vongerichten. Im neuen "Shangri-La Hotel" serviert er zum Lunch ein köstliches und sehr günstiges Drei-Gänge-Menü (Alberni

St. 1115, Tel. 001-604-695 11 15). Vancouvers Amüsiermeilen wurden für Olympia hübsch gemacht: die Denman Street etwa mit kleinen Lokalen wie dem Kingyo, wo kreative japanische Gerichte auf der Karte stehen (Denman St. 871, Tel. 001-604-608 16 77). Und vor allem die zuvor recht schäbige Granville Street, wo jetzt abends die Szene vor den Clubs Schlange steht.

Übernachten:

Buchstäblich zu Beginn der Spiele eröffnete im Januar 2010 das Coast Coal Harbour Hotel: hell, stylisch und nur ein paar Schritte von der Hafenpromenade entfernt. Alle Zimmer mit einer 14 am Ende haben Blick auf Fjord und Berge (W. Hastings St. 1180, Tel. 001-604-697 02 02, www.coasthotels.com). Gleich nebenan wohnten im ultracoolen Loden Hotel die Nike-Sponsoren (Melville St. 1177, Tel. 001- 604-669 50 60, www.theloden.com). Ein echtes Luxusgeschöpf ist das Shangri-La Hotel im mit 200 Metern höchsten Gebäude der Stadt: edles dunkles Holz, riesige Zimmer und 14-Quadratmeter-Bäder (West Georgia St. 1128, Tel. 001-604-689 11 20,

www.shangri-la.com).

Richmond:

Das wichtigste olympische Erbe für die Infrastruktur ist die Canada Line des Skytrain, eine Hochbahn von Downtown zum Flughafen und zur Vorstadt Richmond: www.translink.ca

Nun wird sie touristisch genutzt, als 25-minütiger Transfer zur modernen, jungen Chinatown in Richmond. Dort liegt am Ufer des Fraser River das Richmond Oval , in dem die Eislauf-Dramen ausgefochten wurden. Das freitragende Dach des riesigen Eisstadions wurde aus Holzlatten zusammengeleimt, die – ökologisch korrekt – von Bäumen stammen, die schon der Borkenkäfer erledigt hatte, bevor sie gefällt wurden. Mit einer Tageskarte können Besucher eislaufen und das Fitnesscenter nutzen (River Rd. 6111, www.richmondoval.ca ; ca. 10 Euro). Danach unbedingt original chinesisch essen gehen, etwa im Shanghai River Restaurant, das auch hervorragenden Dimsum-Lunch bietet (Westminster Hwy. 7831, Tel. 001- 604-233 88 85).

Whistler:

Im Ski-Vorort muss man nicht lange nach Souvenirs suchen: Die Wettkampf-Pisten am Whistler Mountain und die ehemalige Medals-Plaza im Ort sind jetzt frei zugänglich. Sogar das Sliding Centre wurde geöffnet. Im Viererbob mit Profi-Steuermann saust man die legendäre, aber entschärfte Bahn hinunter oder wagt sich allein auf dem Skeleton-Schlitten in die Eisröhre ( www.whistlerslidingcentre.com ). Das einzige Hotel in Whistler, das für die Spiele gebaut wurde, ist das Aava, ein kleines, schickes Sporthotel in Laufweite zu den Liften (www.aavawhistlerhotel.com ).

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