Kurzreise Städtereise: Liechtenstein

Die einstige Steueroase besinnt sich auf ihre touristischen Reize: moderne Kunst, fürstlichen Wein, Sterne-Restaurants und Wanderwege an Felsen entlang

Ansehen:

Von den Alpen gesäumt und zwischen Österreich und der Schweiz eingebettet, ist der Zwergstaat per Auto oder mit Bahn und Bus zu erreichen. Einen Flughafen hat Liechtenstein nicht. Das Fürstentum, in dem Deutsch gesprochen und mit Schweizer Franken gezahlt wird, besteht im Wesentlichen aus der Hauptstadt Vaduz und ist eine Wundertüte für Kulturtouristen, Aktivurlauber und Erholungsuchende.

Wer Geld sparen möchte – bei Liechtenstein- Besuchern kein seltenes Anliegen –, steuert gleich das Liechtenstein Center in der Fußgängerzone an. Inmitten der Parade stolzer Banken und drolliger Skulpturen von Fernando Botero und Nag Arnoldi scheint der neue Pavillon aus Holz, Glas und Hightech zu schweben. Hier gibt es für etwa 20 Euro den "2-Tage- Erlebnispass", der Zugang zu Attraktionen im Wert von rund 250 Euro gewährt (Städtle 37, Tel. 00423-239 63 00, www.tourismus.li ).

Das private Kunstmuseum Liechtenstein, ein glatter, grünschwarzer Basaltkubus, zeigt Kunst des 20. Jahrhunderts und stellt immer wieder auch Werke des Sammlers Fürst Hans-Adam II. aus (Städtle 23, Tel. 00423-235 03 00, www.kunstmuseum.li ; montags geschlossen).

Das Skimuseum des ehemaligen Skirennfahrers Noldi Beck ist klein, aber eines der größten seiner Art weltweit (Fabrikstr. 5, Tel. 00423-232 15 02, www.skimuseum.li ; montags bis freitags nachmittags). Zum etwa 700 Jahre alten Schloss

gelangt man über eine kurvenreiche Straße, pittoresker aber über einen Wanderweg an Felsen entlang. Am Portal ist Schluss, nur am 15. August schenkt Kronprinz Alois im fürstlichen Hof Bier aus. Hübsch ist das 1600 Meter hoch gelegene Dörfchen Malbun, im Winter mit Skitourismus, im Sommer mit Märchenweg und Greifvogelschau. Insgesamt 400 Kilometer Wanderwege von gemütlichen Talspaziergängen bis zu anspruchsvollen Bergtouren hat das Fürstentum zu bieten, dazu 90 Kilometer Radwanderrouten, vor allem im idyllischen Rheintal.

Städtereise: Liechtenstein

Im privaten Kunstmuseum sind immer wieder auch Werke des Sammlers Fürst Hans-Adam II. zu sehen

Übernachten:

Eigentümer Hubertus Real erlebte als Kind Romy Schneider, die Porsches und den europäischen Hochadel, heute sind Paulo Coelho, Hugh Grant und immer noch Blaublütige zu Gast in seinem Park-Hotel Sonnenhof mit 29 Zimmern und Suiten. Manche Gäste buchen nur wegen der französischen Küche mit asiatischen Anklängen, die mit einem Michelin- Stern und zwei Gault- Millau-Hauben ausgezeichnet ist und als Spezialität glasiertes Wollschwein serviert (Vaduz, Mareestr. 29, Tel. 00423-239 02 02,

www.sonnenhof.li).

Das Hotel Kulm ist ein Haus für Individualisten, die diskreten Service und Gourmetküche schätzen (Triesenberg, Tel. 00423-237 79 79, www.hotelkulm.com).

Als Familienhotel mit Kinderbetreuung im Grünen empfiehlt sich das Gorfion an der Sonnenterrasse über Malbun (Tel. 00423- 265 90 00; www.gorfion.li ).

Essen und Trinken:

Auch über dem Schatzmann mit seiner Gourmetküche, die Fisch in Champagnersauce und schwarze Schweinchen aus der Gascogne zubereitet, glänzt ein Michelin-Stern (Triesen, Landstr. 80, Tel. 00423-399 12 12,

www.schatzmann.li ). Liechtensteiner Spezialitäten wie das Maisgericht "Tüarka- Rebel" oder "Käsknöpfle", eine Art Käse- Spätzle, probiert man in einer der urigen Gaststuben an der Fußgängerzone. Die vier Hektar große Rebanlage Herawingert ist seit 1712 fürstliche Domäne.

In der Hofkellereilohnt sich vor allem der Kauf von Pinot Noir und Chardonnay vom hauseigenen Weinberg (Feldstr. 4, www.hofkellerei.li Tel. 00423-232 10 18).

Einkaufen:

Als Raritäten gelten von einheimischen Künstlern gestaltete Briefmarken; zu haben sind sie bei der Post, im Liechtenstein Center und im Postmuseum (Städtle 37, www.landesmuseum.li ). Vasen, Geschirr und Kunstkeramik erstehen Reisende im Werkstattverkauf von Schaedler-Keramik in Nendeln (Churerstr. 60, Tel. 00423- 373 14 14, www.schaedler-keramik.com ).

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