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Malta und ihre Schwestern


Sightseeing hinter gelbem Kalkstein, baden in blauen Lagunen: Die Schwesterinseln Malta, Gozo und Comino im südlichen Mittelmeer ziehen kulturinteressierte Strandurlauber an

Inhaltsverzeichnis

Malta

Briten, Italiener, Araber. Sie alle haben im Lauf der Geschichte Spuren hinterlassen: Man fährt links, bedankt sich mit "Grazzi" und betet, trotz katholischen Glaubens, zu "Alla". Das sichtbarste Erbe aber stammt von den Johannitern, die vor rund 450 Jahren nach der Belagerung durch die Türken die Hauptstadt Valletta entwarfen. Die gelb-braunen Kalkstein-Gebäude an der Flaniermeile Republic Street erinnern daran, etwa die pompöse St. John's Co-Cathedral (St. John Street, www.stjohnscocathedral.com; Eintritt 6 Euro; So geschl.). Wenige Schritte weiter steht der Grandmaster's Palace, wo einst die Großmeister lebten und heute das Parlament tagt. Zugänglich sind die Waffenkammer und die langen Korridore mit Ritterrüstungen und Wandmalereien (Palace Square; 10 Euro). Einen Einblick ins Leben des ehemaligen Stadtadels bietet die bewohnte Casa Rocca Piccola aus dem 16. Jahrhundert, eine Art Privatmuseum (Republic St. 74, www.casaroccapiccola.com; 9 Euro; So geschl.).

Sehenswert ist das Teatru Manoel, eines der ältesten noch betriebenen Theater Europas mit einem zauberhaften kleinen Saal hinter einer schweren Holztür (Old Theatre St. 115, www.teatrumanoel.com.mt; 4 Euro). Die grünen Upper Barrakka Gardens bieten eine traumhafte Aussicht auf den Grand Harbour, einen der größten Naturhäfen Europas. Vom Ostufer ist es nicht weit bis zum rund 5000 Jahre alten Höhlenlabyrinth Hypogäum, in dessen Gewölben die Reste einer Grabstätte zu sehen sind (Paola, Burial Street, www.heritagemalta.org; 20 Euro, reservieren!). Auch lohnt sich ein Ausflug ins arabische Medina. Das auf einem Plateau thronende Dorf war bis zum 16. Jahrhundert Maltas Hauptstadt. Von der Stadtmauer blickt man bis zur Küste. Wer hungrig ist, besucht in den alten Gassen die Trattoria AD 1530, wo zum Hufklappern der vorbeitrabenden Pferde köstliche Pasta serviertwird (Xara Palace, Tel. 00356-21- 45 05 60). Vor den Toren Vallettas liegt das luxuriöse Designhotel The Palace mit offenen Badezimmern und Meerblick (Sliema, High Street, Tel. 00356-21-33 34 44, www.thepalacemalta.com; DZ ab 110 Euro). Das Leben in den Gassen der Three Cities am Ostufer des Grand Harbour erleben Gäste, die die Ferienwohnung Indulgence Divine in Vittoriosa (Birgu) buchen: alte Kalksteinarchitektur, moderne Ausstattung und Dachterrasse (Triq Papa Alessandru VII. 6, Tel. 0044-781- 398 88 27, www.indulgencedivine.com; DZ ab 95 Euro, min. 5 Nächte).

Kein Geheimtipp mehr, aber trotzdem schön zum Baden: die Blue Lagoon zwischen Malta und Gozo
Kein Geheimtipp mehr, aber trotzdem schön zum Baden: die Blue Lagoon zwischen Malta und Gozo
© age fotostock/LOOK-foto

Comino und Gozo

Sind ab Cirkewwa mit der Fähre zu erreichen. Kein Geheimtipp mehr, aber trotzdem schön zum Baden ist die Blue Lagoon, die zwischen Malta und der Schwesterinsel Gozo vor dem kleinen Eiland Comino liegt. Hier lässt es sich in türkisfarbenem Wasser wunderbar schnorcheln. Tiefer einzutauchen empfiehlt sich nahe den postkartenreifen Azure windows an Gozos Westküste. Der Felstunnel, der die kleine Dwerjra Inland Sea mit dem Meer verbindet, ist ein Hotspot für Taucher. Wasserscheue gelangen in einem Fischerboot auch trockenen Fußes durch den Tunnel. Mittagspause macht man im Zafiro (im Hotel "San Andrea", Tel. 00356- 21-56 55 55). Das niedliche Restaurant mit maltesischer Küche steht an der kleinen Felsbucht von Xlendi. Hier wurden Teile des Kinofilms "Troja" mit Brad Pitt gedreht. Ein Stopp lohnt sich auch in Gozos Hauptstadt Victoria. Von der gut erhaltenen Zitadelle aus dem 15. Jahrhundert hat man einen kostenlosen 360-Grad-Blick über die Insel. Unter anderem kann man den rötlichen Sandstrand an der Ramla Bay erkennen, über den seit 1881 eine weiße Marienstatue wacht. Eine gute Adresse zum Übernachten ist das Kempinski San Lawrenz mit einer Anlage, fast so groß wie manches Inseldorf (Triq ir-Rokon, Tel. 00356-22-11 00 00, www.kempinski.com/gozo; DZ/F ab 165 Euro).

GEO SAISON Nr. 04/2012 - Kurzreisen in Europa

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