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Jerusalem Hip und heilig


Ein bunter Mix aus Tradition, Kultur und Weltstadt, das ist die israelische Hauptstadt. GEO SAISON-Autor Johannes Strempel war in Jerusalem unterwegs und brachte seine neusten Lieblingsadressen mit

Inhaltsverzeichnis

Jerusalem: Die wunderschöne Altstadt Jerusalems mit Blick auf den Felsendom
Die wunderschöne Altstadt Jerusalems mit Blick auf den Felsendom
© age fotostock/LOOK-foto

Jerusalem für Einsteiger

Ein Wechselbad zwischen Glauben und Globalisierung - Jerusalem begeistert jeden. Was darf es denn sein? Ein trendiges Café, die beste Adresse für einen Aperitif oder ein Indiana-Jones-Abenteuer?

Der GEO-Insider

Fotograf Peter Rigaud ist immer wieder begeistert von der Atmosphäre in Jerusalem:

"Rund um den Markt Mahane Yehuda wird für mich ein neues Lebensgefühl spürbar. Ich war oft in Jerusalem und immer begeistert von kultureller Vielfalt und lebendigen Traditionen. Und jetzt gibt’s zwischen bäuerlichen Ständen moderne Snacks im Café ,Mizrahi‘ und eine weltstädtische Szene im nahen Mahane Yehuda – ein toller Mix.“ (Adressen siehe unter „Essen“)"

Jerusalem: Fotograf Peter Rigaud und Autor Johannes Strempel (r.) vorm Felsendom
Fotograf Peter Rigaud und Autor Johannes Strempel (r.) vorm Felsendom
© Peter Rigaud/shotview

Reisetipps

Entdeckungstouren durch hippe Stadtteile mögen alle gern. Für jeden Besucher ist aber auch das bedeutendste Holocaust-Denkmal Yad Vashem Pflicht

Lecker! Koschere Spezialitäten und das beste Kichererbsenmus der Stadt gesucht? Hier finden Sie die kulinarischen Höhepunkte Jerusalems

Ob Hospiz oder Designhotel in Jerusalem findet jeder das richtige Zimmer. Geo-Saison Autor Johannes Strempel verrät die besten Adressen der Stadt

Erleben

Indiana-Jones-Abenteuer:

Wirklich beeindruckend ist City of David, ein archäologischer Park südlich des Tempelbergs, wo König Davids Zitadelle vermutet wird. Doch ist das Projekt umstritten: Es liegt zwar auf palästinensischem Gebiet, Einnahmen gehen aber an jüdische Siedler. Besonders spannend ist der 2700 Jahre alte Hiskija-Tunnel, der Jerusalem mit der Gihon-Quelle verbindet; dort watete ich durch knietiefes Wasser. (17) Maalot Ir David Straße, www.cityofdavid.org.il

Gegen das Vergessen:

Ob Barack Obama oder Rucksacktourist: Yad Vashem, die bedeutendste Holocaust-Gedenkstätte der Welt, berührt jeden. Sie liegt auf einem 18 Hektar großen Gelände. Besonders emotional ist das Museum für Holocaust-Geschichte mit neun unterirdischen Sälen. (18) Har Hazikaron, www.yadvashem.org

Neus aus Ost-Jerusalem:

Nein, der Stadtteil fühlt sich nicht bedrohlich an, obwohl er im Osten von einem Schutzwall begrenzt ist. Vor allem junge Palästinenser sind sehr offen, selbstbewusst und modern. Dafür stehen auch das neue Kulturzentrum, Galerien und ein engagierter Laden.

Yabous:

Der Name leitet sich von dem kanaanitischen Stamm der Jebusiter ab, sozusagen den Ahnen der Palästinenser und Gründern Jerusalems noch vor König David. In den Räumen finden regelmäßig Konzerte, Lesungen, Filmabende und Ausstellungen palästinensischer Künstler statt, die spannende Einblicke in Tradition, Alltagsleben und zeitgenössische Kultur geben. (14) Al-Zahra-Straße, www.yabous.org

Al Hoash Gallery:

Es gibt bisher nur zwei Kunstgalerien in Ost-Jerusalem, die wechselnde Ausstellungen arabischer Künstler zeigen. Wenn man nur Zeit für eine hat, empfehle ich diese. (15) Al-Zahra-Str. 7, www.alhoashgallery.org

Imad Muna betreibt seit 2007 den Educational Bookshop . Schwerpunkt des politischen Buchladens ist englische Literatur zum Nahostkonflikt und zu Palästina. Es gibt ein nettes Café, und im Keller finden regelmäßig Lesungen statt, ebenfalls oft auf Englisch. (16) Salah-Eddin-Str. 22, www.educationalbookshop.com

Essen

Hungrig am Sabbat:

Viele Restaurants und Bars haben am Sabbat, also von Freitag Nachmittag bis Samstag Abend, geschlossen. (5) Eine Ausnahme sind zum Beispiel die Kneipen rund um die Yosef-Rivlin-Strasse. Tipps zu Restaurants, die täglich geöffnet sind, listet www.gojerusalem.com.

Köstliches vom Markt:

Moran Mizrahis Café Mizrahi löste die Renaissance der Markthalle Mahane Yehuda aus. Dort liegt es an der „Straße der Pflaumen“. Neben hausgemachten Torten und Gebäck empfehle ich kleine Hauptgerichte wie Ravioli und Joghurtsuppe. (6) Hashezif-Str. 12

Dinner und Party-Laune:

In der offenen Küche des Mahane Yehuda Restaurant (7) trommeln die Köche zum Rhythmus der Musik auf ihren Töpfen, Kellner tragen Dreadlocks, und irgendwo im Gewühl steht stoisch der 64-jährige Besitzer Yossi Elad, genannt Papi. Mein Lieblingsgericht: „ein Haufen Krabben – sexy style“. Beit-Yaakov-Str. 10, reservieren: Tel. 00972-2-533 34 42

Entspannt einen Aperitiv nehmen:

In der britischen Mandatszeit von 1922 bis 1948 war das Casino de Paris ein Offiziersclub und Bordell, danach ein Haushaltswarenladen, jetzt ist es eine Bar mit Berliner Hinterhofatmosphäre. Mahane Yehuda 3

Koschere Spezialitäten kosten: Im Tichohaus, einem der ältesten Gebäude außerhalb der Stadtmauern, serviert „Little Jerusalem“ Fisch und Pasta. Der Garten ist sehr romantisch. Harav-Kook-Str. 9

Wenn’s schnell gehen soll:

Jerusalemer behaupten, HUMMUS BEN SIRA sei der beste Imbiss für Kichererbsenmus der Stadt. Jedenfalls herrscht viel Betrieb, oft bis in die Morgenstunden. Ben-Sira-Str. 3

Genüsse aus Georgien:

Besitzerin Lily führt Gäste ihres Restaurants Racha gern in die Tradition des Tschatscha-Trinkens ein, Schnaps mit 75 Prozent Alkoholgehalt, sonntags und mittwochs zu Live-Musik. Ach ja, und essen kann man auch, deftig und gut. Havatselet-Str. 6

Gemütlich draussen sitzen:

Im Feingoldinnenhof

können Besucher das gleich in mehreren guten Restaurants und Bars. Ich mag das „Barood“ am liebsten, mit sephardischer und mediterraner Küche, auch am Sabbat. Jaffa-Str. 31

Zu Gast bei den Vereinten Nationen:

Palästinenser, NGO-Mitarbeiter und Expats (Ausländer, die hier arbeiten), treffen sich im Borderline zum Feierabendbier unter Bäumen. Der Name erklärt sich aus der Lage im einstigen Grenzland zwischen jordanischem und israelischem Jerusalem. Sheikh Jarrah 13

Schlafen

Günstig und gut:

Das Lutherische Gästehaus liegt zentral wie das „Hospiz“ (s. re.), es gibt einen herrlich schattigen Garten, und von der Dachterrasse schaue ich über die ganze Altstadt. DZ/F ab 90 €, www.luth-guesthouse-jerusalem.com

Ein Stück Wien an der Via Dolorosa:

Im legendären Hotel Österreichisches Hospiz schläft man unter Gemälden von Kaiser Franz Joseph, und im Kaffeehaus (Sprechen Sie gegenüber dem Personal bloß nicht von einem „Café“!) kann der Gast herrlichen Strudel, Sachertorte und Wiener Schnitzel essen. DZ/F ab 114 €; Bett im Schlafsaal ab 24 €, www.austrianhospice.com

Lust auf Orient: Das Jerusalem Hotel im Osten inszeniert mit Teetischen, Wandteppichen und ziselierten Gittern Szenen aus Tausendundeiner Nacht. Die 14 Zimmer sind sehr begehrt. DZ/F ab ca. 128 €, www.jrshotel.com

Das gefällt Design-Fans:

Das Mamilla Hotel hält sich innen vornehm minimalistisch zurück. Spektakulär ist das Restaurant auf der Dachterrasse des 194-Zimmer-Hauses im Zentrum mit Blick über die Altstadt. DZ/F ab ca. 289 €, www.mamillahotel.com

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