Seychellen: Einzigartige Inselwelt mit atemberaubender Vielfalt

Die Seychellen gibt es nur einmal. Mit der Mischung aus Sandstränden, Granitfelsen und Korallenriffen ist die Inselgruppe so etwas wie ein geologischer Ausrutscher. Kein anderes Land auf der Welt hat mehr seiner Fläche unter Naturschutz gestellt
Anse Source D`argent, Seychellen

Ein absoluter Traumstrand auf den Seychellen: Der Anse Source d'Argent auf der Insel La Digue

Die Seychellen im Überblick

Allgemeine Informationen

Die Seychellen sind eine Inselgruppe im Indischen Ozean und bestehen aus rund 115 Inseln. Topografisch gehören die Seychellen zu Afrika, sie sind rund 1600 Kilometer vom Festland entfernt. Die Inselgruppe der Seychellen ist seit 1976 unabhängig von Großbritannien, gehört aber noch zum Commonwealth. Von den knapp 95.000 Bewohnern leben mit knapp 25.000 Einwohnern die meisten Insulaner in der Hauptstadt Victoria auf der Hauptinsel Mahé. Die Landeswährung ist die Rupie.

Flugverbindung und Verkehr

Von Deutschland aus fliegen verschiedene Fluglinien den internationalen Flughafen auf der Seychellen-Hauptinsel Mahé an. Der Flug dauert etwa zehn Stunden. Die Zeitverschiebung beträgt – je nach Sommer/Winterzeit – drei oder vier Stunden. Auf den größeren Seychellen-Inseln ist der Bus das beliebteste Verkehrsmittel. Das Streckennetz ist gut ausgebaut – auf Mahé und Praslin mit 41 Routen und rund 1100 Busfahrten täglich. Autos gibt es nur auf den Inseln Mahé, Praslin, La Digue und Fregate. Es herrscht Linksverkehr.

Reisezeit und Klima

Die beste Reisezeit für die Seychellen ist von Juni bis August. Mit nur zehn Regentagen ist die Sonnengarantie maximal und um die sieben Stunden Sonnenschein pro Tag möglich. Die Temperaturen liegen bei 30 Grad Celsius tagsüber und gut 24 Grad nachts. Durch den Südost-Passat ist es zwar etwas windiger, aber das kann im durchgehend-tropisch warmen Klima auf den Inseln eher gut tun. Die Wassertemperatur auf den Seychellen liegt ganzjährig bei rund 26 Grad.

Seychellen: Traumstrände im Paradies aus Inseln

Da steht man nun und weiß nicht was schöner ist: Die langen Traumstrände mit Palmen, die fast schon skurrilen Granitfelsen im Ozean oder die dichten Wälder. Die Seychellen sind mit ihrer Naturvielfalt ein atemberaubendes Paradies, das einem durch die Geologie aber zum Glück manche Ausflugsentscheidung abnimmt. Denn die Seychellen bestehen aus 42 Granitinseln und 73 Koralleninseln. Man kann sich also aussuchen, welche Art von Insel, mit welchem Aussehen man bevorzugt. Praktischerweise sind die Eilande abhängig von ihrer Lage in zwei Gruppen unterteilt: die Outer Islands und die Inner Islands. Die Inseln verteilen sich über ein Seegebiet von rund 430.000 Quadratkilometern.

Beau Vallon ist ein Muss auf den Seychellen

Mahe, Seychellen

Auf der Seychellen-Insel Mahé dominieren weiße Sandstrände und die beeindruckend großen Granitfelsen

Die Hauptinsel Mahé gehört zu den Inner Islands. Mit einer beachtlichen Größe von 154 Quadratkilometern bietet sie reichlich Strand – darunter auch einen der schönsten der Seychellen: Beau Vallon. Wer hier seinen ersten Tag auf den Seychellen verbringt, macht garantiert nichts falsch. Fast zwei Kilometer lang, flach abfallend und dadurch sehr familienfreundlich, macht dieser schöne Strand seinem Namen, der übersetzt so viel wie schönes Tal bedeutet, alle Ehre.

Gegrillter Fisch direkt aus dem Ozean am Strand

Abgesehen von den Hotels und Restaurants an der Promenade sind es rund um die Bucht Beau Vallon vor allem die sogenannten Take Aways, die kulinarisch richtig Spaß machen. In den offenen, einheimischen Küchen entlang des Strandes unter den Palmen gibt es für umgerechnet nicht mal vier Euro leckere Currys, Nudeln und auch immer mal gegrillten Fisch. Auf keinen Fall verpassen: frischer Zackenbarsch mit kreolischer Chilli-Sauce und Kokosmilch– ein Traum. Ohnehin ist die bewegte Geschichte der Seychellen gleichzeitig ihr kulinarischer Vorteil. Die Einflüsse der Küche kommen aus Indien und Asien. Durch die Seefahrt der Engländer und Franzosen sind gleichzeitig Gewürze wie Vanille, Zimt oder Kardamom auf die Inseln gelangt.

Es ist aber mehr als die abwechslungsreiche Küche, was die Seychellen zu einem ungewöhnlichen und spannenenden Ort macht. Als eine Welt aus Inseln faszinieren die Seychellen natürlich durch Korallenriffe und Buchten, aber vor allem auch mit dem Leben auf dem Land. Fast nirgendwo im Indischen Ozean gibt es mehr Vogelarten. Durch die isolierte Lage der Inseln haben sich allein 15 Arten und 18 Unterarten entwickelt, die es nur hier gibt – wie den Seychellenpapagei. Ein Grund, warum das Vallée de Mai auf der Insel Praslin von der UNESCO im Jahr 1983 zum Weltnaturerbe erklärt wurde.

Delfine und Fliegende Fische rund um die Seychellen

Die gut einstündige Fährfahrt dorthin kostet zwar für eine Strecke vom Hafen in Victoria auf Mahé zwischen 50 Euro und 70 Euro – hat aber durch die vielen Eindrücke den Charakter einer Mini-Expeditionsreise. Fliegende Fische, Fregattvögel und Seeschwalben begleiten die Fähre auf der Fahrt zwischen den Inseln hindurch. Wer den Ruf „Delphine“ hört, hat immer genügend Zeit, auf die andere Schiffsseite zu laufen und mit zu staunen. Die eleganten Meeressäuger sausen meist mehrere Minuten neben den Fähren her, bevor sie gesammelt im Schwarm – für Zahnwale besser gesagt „in der Schule“ - abdrehen.

Auf Praslin ist die Weiterfahrt vom Hafen zum Valée de Mai mit dem Bus am besten. Die Fahrt kostet umgerechnet nur rund 35 Cent und lässt einen zusammen mit den locker plaudernden Einheimischen um einen herum herrlich unkompliziert in das Inselleben eintauchen. Apropos: Mit Englisch oder Französisch kann man sich gut auf den Seychellen verständlich machen. Wer Seychellen-Kreolisch spricht, ist eindeutig im Vorteil – braucht es aber nicht extra vor der Reise zu lernen. Die Inselbewohner stammen übrigens auch heute noch zu 90 Prozent von den ursprünglichen französischen Siedlern aus dem 18. Jahrhundert und deren afrikanischen Arbeitssklaven ab. Die Einheimischen selbst nennen sich „Seychellois“.

Praslin ist die Insel des Staunens

Am Nationalpark Vallée de Mai angekommen, bietet das Weltnaturerbe gleich zwei ganz besondere Erlebnisse. Nur hier auf den Seychellen wächst die Coco de Mer-Palme und im gut 20 Hektar großen Park stehen gleich mehrere Tausend der eindrucksvollen Bäume. Sie werden nicht nur bis zu 40 Meter hoch, sondern ihre eigenwillig geformte Kokosnuss – viele sehen darin einen Frauen-Popo - wird bis zu 25 Kilogramm schwer. Es ist der größte Samen der Welt.

Und mit etwas Glück schwirrt auf der Wanderung über die gut ausgebauten Wege im Vallée de Mai ein schwarzer Papagei vorbei. Von den seltenen Seychellen-Papageien gibt es geschätzt nur noch zwischen 500 und 900 Exemplare. Ein wirkliches Gänsehaut-Erlebnis. Der Eintritt in den Park kostet zwar 25 Euro, aber man tut damit ein gutes Werk. Die Hälfte des Geldes kommt dem Aldabra-Atoll zugute.

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Im Curieuse Marine National Park kommt man den vollkommen frei lebenden Riesenschildkröten ganz nah

Riesenschildkröten und einzigartige Vögel

Dieses Seychellen-Atoll ist seit 1982 Weltnaturerbe. Unter anderem sind hier mehr als 100.000 Aldabra-Riesenschildkröten zuhause und der letzte überlebende flugunfähige Vogel des Indischen Ozeans: die Cuvieralle. Tagesbesuche der Inselgruppe sind im Rahmen von Kreuzfahrten und durch lizenzierte Ausflugsfirmen der Seychellen möglich. Aber Achtung: Das Aldabra-Atoll gehört zu den Outer Islands und ist von der Hauptinsel Mahé mehr als 1100 Kilometer entfernt. Das ist mit dem Schiff also kein Katzensprung.

Zu den schönsten Nationalparks der Seychellen zählen:

  • Sainte Anne Marine (1973)
  • Morne Seychellois (1979)
  • Baie Ternay Marine (1979)
  • Curieuse Marine (1979)
  • Port Launay Marine (1979)
  • Praslin (Vallée de Mai, Maital) (1983) – UNESCO-Weltnaturerbe
  • Silhouette Marine (1987)
  • MoyenneIsland National Park (2009)

Korallenriffe auf den Seychellen sind gefährdet

Bei der Menge ist es kein Wunder, dass die Seychellen als weltweit erstes Land den Naturschutz in seine Verfassung aufgenommen haben. Die Korallenriffe konnte das trotzdem nicht schützen. Durch die Erwärmung der Meere sind seit den 1990er Jahren Expertenschätzungen zufolge gut die Hälfte aller Korallen auf den Seychellen ausgeblichen. Mit verschiedenen Programmen wie „Aufforstung“ durch Korallenbesatz und künstliche Riffe, auf denen sich Korallen ansiedeln, wird vonseiten der Regierung versucht, dem entgegenzuwirken. Trotz der Korallenbleiche gibt es auf den Seychellen noch Riffe, die intakt sind und die Schönheit der einzigartigen Inseln im Indischen Ozean zeigen.

Strand Anse Source d´Argent auf La Digue mit Deja Vu

Das gilt vor allem auch für die Strände, von denen einige schon zu weltweiter Berühmtheit gelangt sind - so wie der Strand von Anse Source d'Argent. Er ist auf der viertgrößten Insel der Seychellen, La Digue, und zählt zu den schönsten Stränden der Welt. Wer hier den ersten Fuß auf den leuchtend weißen Sand setzt, denkt sofort: Das kenne ich doch irgendwo her? Und richtig, keine Frage – Werbespots für bekannte Rumproduzenten, Hersteller von weißer Schokolade mit Kokosanteil und anderen wurden hier schon gedreht und haben die bezaubernden Bilder der Seychellen in die Welt getragen.

Doch nicht nur der Anse Source d'Argent, auch eine Reihe weiterer Strände winkt mit viel Südseezauber. Zu den schönsten Stränden der Seychellen zählen insbesondere:

  • Anse Marron, La Digue: Ein wunderschöner Strand mit Naturpools, der nur zu Fuß nach einer rund einstündigen Wanderung zu erreichen ist.
  • Grand Anse, Praslin: Ein naturbelassener Strand, der sich von seiner wilden Seite zeigt. Besonders während der Sommermonate ist wegen starker Strömungen Vorsicht geboten!
  • Anse Soleil, Mahé: Eine kleine Bucht mit Pudersand, umrahmt von Kokospalmen und dem azurblauen Meer. Besonders romantisch wird es hier bei Sonnenuntergang.
  • Anse Lazio, Praslin: Die von Palmen gesäumte Bucht wirkt wie gemalt. Weißer Sandstrand trifft auf rosa Granitfelsen, davor liegen einige großartige Schnorchelspots.

Seychellen: Einreise und Impfung

Deutsche Staatsbürger benötigen einen gültigen Reisepass für die Seychellen. Die Aufenthaltserlaubnis für die Reisedauer wird bei der Einreise ausgestellt. Die Formulare dafür werden an Bord der Flugzeuge verteilt. An Impfungen werden Tetanus, Hepatitis A und Diphterie-Schutz empfohlen. Auf den Seychellen gibt es keine Malaria. Es besteht aber die Gefahr einer Infektion mit Dengue-Fieber durch die tagaktive Aedes-Mücke. Hochwirksamer Mückenschutz wird empfohlen.

Tanzen unter freiem Himmel auf Mahé

Wer nun meint, dass es auf den Seychellen nichts anders gibt als Natur – der liegt fast richtig. Die 65 Millionen Jahre Entwicklung einer isolierten Inselgruppe, 1600 Kilometer weit vom Festland entfernt, mit 700 Millionen Jahre alten Granitfelsen und 150 Jahre alten Riesenschildkröten schreit nicht gerade nach Nachtclubs oder pulsierendem Kulturleben. Aber doch gibt es auch das auf den Seychellen.

Speziell auf der Hauptinsel Mahé findet man in der Hauptstadt Victoria einige Bars und Clubs, in denen bei gutem Wetter auch unter freiem Himmel getanzt wird – oft auch zur einheimischen Sega-Musik, die auf die Sklavenzeit zurückgeht und inzwischen mit europäischen Musikelementen oder auch mal Reggae-Musik gemischt ist. Die Shorts sollte man beim abendlichen Tanz-Ausflug aber im Hotel lassen. Auf den Seychellen ist in den Bars leichter Schick angesagt.

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Erinnert an den Big Ben: Der Uhrturm an der Albert Street in Victoria

Victoria bleibt ein bisschen britisch

Auch der britische Uhrenturm in Victoria - nach dem Vorbild des Little Big Ben in London gebaut - ist einen Besuch und ein Foto wert oder die Kathedrale. Ganz unbedingt lohnenswert sind die botanischen Gärten in der Hauptstadt der Seychellen und bei Letzterem ist dann schon zu merken, worauf der Stadtrundgang hinausläuft: in die Natur.

Die Seychellen sind ganz einfach ein wunderbarer Ort, an dem die Menschen mit und von der Natur leben, Schnorcheln und Tauchen ebenso schön sind wie lange Strandspaziergänge, Fahrten mit dem Segelboot oder Wanderungen durch Nationalparks mit Riesenpalmen und Riesenschildkröten – wo man einfach mal ist und völlig ungestört auf den Atem der Welt lauscht. Denn auf den Seychellen kann man ihn tatsächlich noch hören.

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