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Japan Die besten Orte, um die Kirschblüte zu sehen

Zwischen März und Mai steht das Land der aufgehenden Sonne in voller Blüte: Japans Kirschbäume öffnen ihre Knospen und versetzen die Japaner in Feierlaune
Kirschblüten in Tokio

Vom Boot aus lässt sich die Kirschblüte am Kaiserpalast in Tokio bestens bestaunen

Tokio

Sakura: Ende März bis Anfang April
Hanami: Lassen Sie sich unter einem Meer aus Blüten treiben: Am nördlichen Burggraben des Kaiserpalasts gleiten Sie im Ruderboot unter dem dichten Blütendach Hunderter Kirschbäume über das Wasser. Während des Hanami haben die begehrten Bootsverleihe sogar bis in die Abendstunden geöffnet, wenn die Yoshino-Blüten vor dem Nachthimmel im Licht der Schweinwerfer strahlen. Nicht erschrecken: Die Warteschlangen an den Verleihstationen sind entsprechend lang! 

Das passende Bett: Im »Kawaii Cultural Room« betten Sie sich ganz in Rosa: Der Boden und die Wände sind ebenso zartpink wie der flauschige Teppich und das großzügige Bett, über dem neonleuchtende Blüten Ihnen eine strahlend schöne Nacht versprechen.

Kurzes Kirschblüten-Glossar

Sakura: Bereits im 8. Jahrhundert verehrten die Japaner das Aufblühen der Kirschbäume. Die zartrosafarbenen Blüten stehen in ihrer Kultur für Neuanfang und Vergänglichkeit. Inzwischen ist ein regelrechter Kult um das Farbspektakel entstanden. »Sakura«, die Kirschblüte, beginnt stets im wärmeren Süden Nippons und rollt in den Folgewochen wie eine rosarote Welle über das Land.

Yoshino: Mehr als 100 Kirschbaumarten wachsen auf japanischem Boden. Viel Aufhebens machen die Japaner allerdings nur um die am häufigsten vorkommende Zierkirschenart Yoshino.

Hanami: Sobald Japans Straßen und Parks unter einem rosafarbenen Blütenhimmel liegen, kommen Familien, Freunde und Kollegen zum »Hanami«, der Blütenschau, zusammen: Gemeinsam sitzen sie im Schatten der Bäume, teilen pinkfarbenes Gebäck und heißen Sake, mit dem sie »Kanpai« (»Prost«) rufend anstoßen.

Yozakura: Wenn sich die Sonne Richtung Horizont neigt, erhellen Lichter und Laternen die Parkanlagen. Sie hängen in den Kirschbäumen oder stehen im umliegenden Gras und lassen die nächtlichen Blüten, die »Yozakura«, mit den Sternen um die Wette strahlen.

Kumamoto

Sakura: Ende März bis Anfang April
Hanami: Mehr als 100 Kirschbäume strecken ihre blütenbesetzten Äste über dem Wandelgarten Suizenji aus. Dessen schmale Pfade und Brücken winden sich durch sorgsam gepflegte Grünanlagen, um und über einen flachen Karpfenteich und hin zu abgelegenen Hanami-Spots unter den Kirschblüten. Wenn Sie hier bis zur Abenddämmerung verweilen, leitet Ihnen eine Schleuse aus Licht den Weg zurück: Orangefarbene Laternen glühen am Wegesrand.

Bester Foto-Spot: Der wohl beeindruckendste Kirschbaum Japans hat im Isshingyo-Park, östlich Kumamotos, Wurzeln geschlagen: Vor dem 400 Jahre alten und 14 Meter hohen Giganten sollten Sie unbedingt ein Sakura-Selfie schießen.

Hiroshima

Sakura: Anfang April
Hanami: Wie eine Insel liegt die Karpfenburg mitten in Hiroshima, durch einen Festungsgraben von der übrigen Stadt getrennt. Nachdem die Burg beim Atombombenabwurf 1945 völlig zerstört worden war, wurde Hiroshimas Wahrzeichen in den 50er-Jahren von Grund auf neu errichtet. Kein Wunder, dass Besucher dazu aufgefordert sind, mit diesem Hanami-Spot besonders achtsam umzugehen. Die Beine dürfen Sie bei Ihrem Picknick aber trotzdem ganz leger über dem Burggraben baumeln lassen. 21-1 Moto-machi, Naka-ku, Hiroshima-shi, Hiroshima-ken

Empfohlener Snack: Während der Sakura-Zeit rollen Straßenhändler ihre Wägelchen unter die Kirschbäume der Stadt und verkaufen Takoyaki: kleine Teigkugeln, mit einem Stück Oktopusarm gefüllt.

Kanazawa

Sakura: Anfang bis Mitte April
Hanami: Wie rosarote Perlen reihen sich am Fluss des Gartens Kenrokuen ab April üppig blühende Kirschbäume aneinander. Etwas früher im Jahr und etwas südlicher im Park läuten derweil die Pflaumenbäume mit ihren weißen Blüten den Frühling ein. Inmitten dieser Pracht steht die Statue einer zweibeinigen Laterne, das Wahrzeichen des Parks, das zwischen den Wunderwerken des Gartens beinahe untergeht. Nicht umsonst zählt der Kenrokuen zu den schönsten Parkanlagen des Landes.

Sakura-Tee: Kehren Sie in eines der Kenrokuen-Teehäuser ein. In vielen japanischen Teestuben wird im Frühjahr Sakura-Tee ausgeschenkt, ein heller Aufguss aus den Blüten des Kirschbaums.

Sendai

Sakura: Mitte April
Hanami: Schieben Sie den dichten Blütenvorhang beiseite und genießen Sie das Bühnenspiel im Mikamine-Park: Umringt von Kirschbäumen liegt eine schier endlose Wiese, von deren Rand aus Eltern aus erster Reihe beobachten, wie ihre Kinder auf der Grünfläche toben und sich im Sumo-Ringen üben. Ein fröhliches Naturschauspiel, das für den steilen, 30-minütigen Fußmarsch zum Park entlohnt. 1-15 Mikamine, Taihaku-ku, Sendai-shi, Miyagi-ken

Kirschblüten-Zugfahrt: In Funaoka, etwa 25 Zugminuten südlich von Sendai, fahren Sie in einer türkisfarbenen Einschienenbahn durch die Baumkronen: Endstation ist der Funaokajo-Park, die eigentliche Attraktion aber schon der Blick aus dem Hangwagen in die dichte Blütenpracht neben den Schienen. 95-1 Tateyama Funaoka, Shibata-machi, Shibata-gun, Miyagi-ken

Hirosaki

Sakura: Ende April bis Anfang Mai
Hanami: Das prächtigste Hanami-Fest des Nordens wird im Park der Burg Hirosaki gefeiert. Die Kronen der Kirschbäume sind hier so dicht wie nirgendwo sonst – mit Abertausenden Blüten, die besonders farbintensiv blühen. Mehr als 50 verschiedene Kirschbaumarten übertreffen einander in Schönheit und Anmutung. Und auf dem Burggraben liegt mit Ende des Sakura eine dichte Blütendecke, die das Wasser beinahe vollständig bedeckt.

Panoramablick: Über dem Kirschblütenmeer ragt der zu dieser Jahreszeit noch mit Schnee bedeckte Iwaki-Berg auf. Kaufen Sie sich ein Ticket für die Burg Hirosaki, von hier haben Sie die gegensätzliche Landschaft komplett vor der Linse.

Funaoka, Japan

Mit der Einschienenbahn durch die Baumkronen: In Funaoka kein Problem!

Saporo

Sakura: Anfang Mai
Hanami:  Den Moerenuma-Park zieren geometrische Statuen aus Glas und Stahl, akkurat angelegte Grünflächen wechseln sich mit betonierten Plätzen und Springbrunnen ab. Kaum vorstellbar, dass in der modernistischen Parkanlage wildwachsende Kirschbäume blühen. Damit Sie Ihr Hanami nicht völlig erschöpft feiern, sollten Sie den Moerenuma per Fahrrad erkunden. Dieser Park ist riesig!

Mitfeiergelegenheit: Neigt sich die Kirschblütenzeit dem Ende zu, bedeutet das für die Japaner noch lange nicht, ihre Feierlichkeiten zu stoppen: Schließlich blühen in Sapporo ab Mitte Mai lila Fliederbüsche, bunte Tulpen und pinkfarbene Shibazakura (Rasen-Kirschblüten) – Anlass für ein weiteres Blütenfest: das Sapporo Lilac Festival.

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