Schottland Edinburgh, Dundee, Glasgow: Drei aufregende Städte, eine Reise

Edinburgh, Dundee und Glasgow bilden ein magisches Dreieck in Schottlands Süden. Keine der drei Städte liegt weiter als 100 Meilen von der anderen entfernt – dennoch hat jede ihren ganz eigenen Charakter
Edinburgh, Schottland

Beste Aussichten vom Calton Hill. Der Rundtempel ist dem schottischen Philosophen Dugald Stewart gewidmet

Edinburgh: die zeitlose Schönheit

An Edinburgh scheinen die vergangenen Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte einfach vorbeigezogen. Diesen Eindruck bekommt zumindest, wer mit etwas Abstand auf die ehrwürdige Skyline der schottischen Hauptstadt blickt. Das gelingt am besten vom Calton Hill aus. Von dem 103 Meter Hügel fällt der Blick hinab auf die mittelalterliche Old Town und die gregorianische New Town, die beide zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen. Doch der Calton Hill bietet weit mehr als eine fantastische Aussicht. Auch stehen hier gleich mehrere historische Sehenswürdigkeiten. Am auffälligsten ist sicher das National Monument, welches mit seinen zwölf Säulen entfernt an die Akropolis erinnert.

Zu den beliebtesten Fotomotiven auf dem Calton Hill aber zählt das Dugald Stewart Monument - ein Rundtempel, der dem gleichnamigen schottischen Philosophen gewidmet ist. Im Hintergrund des Denkmals erhebt sich der Castle Rock, auf dem stolz und mächtig Edinburghs Hauptattraktionen thront: Im Edinburgh Castle brachte 1566 die schottische Königin Mary ihren Sohn James I. zur Welt, der später König von England und Schottland wurde. Heute kommen die Besucher vor allem um die "Honours", die schottischen Kronjuwelen, und den Krönungsstein der schottischen Könige, den "Stone of Destiny", zu sehen.

Wer noch tiefer in die Geschichte des Landes eintauchen will, besucht das National Museum of Scotland. Hier erfährt man, dass vieles, was heute unseren Alltag prägt, einst schottischem Erfindergeist entsprang – von der Dampfmaschine bis zum Penicillin. Auch eine echte Berühmtheit ist in der viktorianischen Kuppelhalle ausgestellt: Ausgestopft in einer rotierenden Glasbox steht das Klonschaf Dolly für ein Selfie bereit.

Dundee: die stylishe Neuentdeckung

Dundee, Schottland

Das Victoria & Albert Dundee ist nicht nur Schottlands erstes Designmuseum, sondern auch das erste Victoria & Albert Museum außerhalb Londons

Sie gilt zwar als die sonnigste Stadt Schottlands, dennoch stand Dundee lang im Schatten seiner berühmten Schwestern Edinburgh und Glasgow. Doch 2018 hat sich die kleine Großstadt am Firth of Tay einen Bau der Superlative gegönnt, der sie schlagartig über die Landesgrenzen hinaus bekannt machte: Das Victoria & Albert Dundee, erdacht vom japanischen Stararchitekten Kengo Kuma, zieht schon von außen die Aufmerksamkeit auf sich. Gestaltet aus 2500 unterschiedlich geformten Betonlamellen ist es das Prunkstück der aufwendig hergerichteten Waterfront.

Doch Dundee wäre nicht bereits seit 2014 UNESCO City of Design, wenn es in dieser Hinsicht nicht noch mehr zu bieten hätte. Nahe dem Duncan of Jordanstone College of Art & Design findet sich das Dundee Contemporary Arts. Das Kreativzentrum beherbergt Ausstellungen zeitgenössischer Kunst, ein Arthouse-Kino und einen Shop für Kunst und Designprodukte, die zum Teil Absolventen der Hochschule gestaltet haben. Kein Wunder also, dass das „Wall Street Journal“ Dundee zu Schottlands „coolster Stadt“ erklärte.

Glasgow: die Kreativmetropole

GLASGOW, Schottland

Mit zahlreichen Wandgemälden haben Street-Art-Künstler Glasgow in eine Freiluft-Galerie verwandelt

Wenn Sie in den letzten Jahren intensiver auf Instagram unterwegs waren, werden Sie es vermutlich schon wissen. Das lange Zeit als graue Arbeiterstadt verschriene Glasgow kommt inzwischen ganz schön bunt daher. Mit meterhohen Wandgemälden, sogenannten Murals, haben Street-Art-Küstler die City in eine Galerie verwandelt. Wo sich die schönsten Fassaden befinden, verrät der Online-Guide City Centre Mural Trail.

Wer die Kreativszene von Glasgow treffen will, begibt sich in das The Lighthouse. In dem Jugendstilgebäude, einst Residenz des Glasgow Herald, dreht sich alles um Design und Architektur. Natürlich wird hier auch Charles Rennie Mackintosh geehrt. Im Mackintosh Centre wird der visionären Arbeit des von Schottlands Vorzeigedesigner gehuldigt.

Auch kulinarisch gibt sich Glasgow ideenreich, was besonders im Westen der Stadt deutlich wird. In den Viertel rund um die University of Glasgow – ein sehenswerter neugotischer Gebäudekomplex – sind zahlreiche lässige Cafés, Bistros und Pubs angesiedelt. Und sollten vor Ort gerösteter Kaffee, hippe Veganmenüs oder Craft Beer vom Fass doch einen Foodie-Gaumen unbefriedigt lassen, wird auf dem etwas südlich gelegeneren Dockyard Social Food Market Straßenküche aus aller Welt kredenzt.

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