Ales Stenar

An dem verschlafenen Dörfchen Kåseberga an der Südküste Schwedens würden die meisten Reisenden wohl vorbeifahren. Das wäre aus zwei Gründen schade. Denn zum einen ist es mit seinen schmalen Gassen und liebevoll bepflanzen Gärten wirklich ein schönes Dorf. Und zum anderen versteckt sich hier einer der bedeutendsten kulturellen Schätze des Landes. Auf einer noch immer bewirtschafteten Kuhweide stehen 59 Felsblöcke und formen ein Schiff. Eine steil abfallende Klippenkante durchzieht den Horizont, der von den im Licht tanzenden Wellenspielen der Ostsee geprägt ist. Ales Stenar ist die größte erhaltene sogenannte Schiffssetzung Skandinaviens – und gibt den Wissenschaftlern bis heute Rätsel auf. Ausgrabungen weisen darauf hin, dass die Anlage um 600 errichtet worden sein muss und dafür auch Steine aus dem rund 20 Kilometer entfernt liegenden Simrishamn genutzt wurden. Doch welche Bewandtnis es mit der mit 67 Metern Durchmesser durchaus imponierenden Anlage genau hatte, ist bis heute strittig. Und so schwebt bis heute eine gewisse Mystik über dem gräsernen Plateau und dem kleinen Ort Kåseberga, die sich am besten in den frühen Morgenstunden entdecken lässt, wenn der Parkplatz noch leer ist und sich Ales Stenar langsam aus dem Morgennebel schälen.

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