Biggesee, Olpe

Wer das Sauerland noch nicht lieben gelernt hat, wird es spätestens nach einem Tag am Biggesee zu schätzen wissen: Mit über 800 Hektar die größte Talsperre in der Region, dient der Biggesee nicht nur dem Hochwasserschutz, sondern auch zur Wasserversorgung des Ruhrgebiets. Aufgrund der vielen gut zugänglichen Uferbereiche findet man hier an heißen Tagen ohne Mühe ein ruhiges Plätzchen am Wasser. Bevor man sich erfrischt, lädt der 40 Kilometer lange Bigge-Lister-Weg zu Wanderungen ein. Wer nicht so weit gehen möchte, ist im Strandbad in Sondern richtig: Hier kann man die MS „Westfalen“ beim Ablegen beobachten. Alle, die selbst in See stechen wollen, leihen sich nebenan ein Tret- oder Ruderboot. Mit dem Rad oder zu Fuß erreicht man die abgelegenen Badestellen auf den Halbinseln. Eine wunderschöne Kulisse bietet die Wiese am Campingplatz, der sich auch für einen längeren Aufenthalt anbietet. Zum Abschluss genießt man den Ausblick von der Aussichtsplattform, die man vom östlichen Teil des Staudamms in 15 Minuten zu Fuß erreicht.

Unterbacher See, Düsseldorf

Wer die Sommerferien am Unterbacher See verbringt, muss keinen Abstecher in den Süden einplanen: Der einzige offizielle Badesee von Düsseldorf macht seiner Monopolstellung mit zahlreichen Freizeitaktivitäten alle Ehre. Campingplätze, ein Hochseilgarten und Badestrände finden sich am Nord- und Südufer, an letzterem ist ein Bereich für FKK-Anhänger reserviert. Wasserscheue überzeugt man auf dem Minigolfplatz oder beim Bootsverleih, wo Tretboote in Schwanenform vermietet werden. Direkt neben dem „Strandbad Süd“ kann man Kurse belegen und Stand-Up-Paddeling-Boards ausleihen. Nach dem Surfen entspannt man sich am kleinen Strand auf dem Areal oder spaziert um den 5,5 Kilometer langen Rundweg.

Ternscher See, Selm

Der zwischen Wäldern und Feldern gelegene Ternscher See entstand in den Dreißigerjahren bei der Lehmgewinnung für den Ausbau des Dortmund-Ems-Kanals. Während West- und Ostufer durch Wohnhäuser bebaut sind, finden sich im Norden und Süden zahlreiche Badestellen. Am Nordufer wartet eine Seilschaukel auf Wagemutige, das Südufer bietet Entspannung und Badespaß – Eltern sonnen sich auf der großen Liegewiese, Kinder toben am Sprungbrett. Ein Badestrand, der sich besonders für Kleinkinder eignet, versteckt sich im Wald, der zum Campingplatz gehört. Hier werden neben Zeltplätzen auch eine Ferienwohnung, ein Schwedenhaus und ein Safarizelt mit direktem Seezugang vermietet.

Möhnesee, Sauerland

Kein Wunder, dass der Möhnesee südlich von Soest am Nordwestrand des Naturparks Arnsberger Wald den Beinamen „Westfälisches Meer“ trägt – schließlich bildet er die größte Talsperre im Sauerland. Im neu gestalteten Seepark in Körbecke gelangt man über Betonstufen ins Wasser, seine Picknickdecke breitet man auf der großzügigen Liegewiese aus, wo an sonnigen Tagen auch Touristen Halt machen. Wer es etwas ruhiger mag, ist im Strandbad Delecke richtig: Auf einer leicht zum See abfallenden Rasenfläche entspannt man mit schönem Blick über das Wasser. Am südlichen Ende der Delecker Brücke sonnt man sich auf steinigem Untergrund. Nicht weit von hier versuchen sich immer wieder Jugendliche als Klippenspringer – ein Spaß, der je nach Wasserstand gefährlich enden kann. Auf dem Weg zur Badestelle begegnet man nicht selten FKK-Anhängern, die gleich nebenan ihr Revier haben. Für einen schönen Ausblick über den See lohnt sich ein Abstecher zum Möhnesee-Turm – vom Parkplatz am Südufer braucht man zu Fuß etwa 15 Minuten bis zur Aussichtsplattform.

Naturfreibad Heil, Bergkamen

Das Naturfreibad Heil ist ein kleines Naturparadies im Grünen: ein echter Geheimtipp, der auch an Ferientagen Ruhe verspricht. Wer Entspannung abseits der Massen sucht, wird sich hier wohlfühlen. Umgeben von Trauerweiden schwimmt man in einem stillgelegten Arm der Lippe. Auf der Wiese am Nordufer ist genug Platz, um sein Handtuch unter schattenspendenden Bäumen auszubreiten. Bis auf die Einstiege und zwei Rutschen ist das Bad naturbelassen – es wirkt fast so, als schwimme man in der unberührten Natur.

Heider Bergsee, Brühl

Zwischen Hürth und Brühl, wo früher Braunkohle abgebaut wurde, liegt heute die Ville-Seenplatte: 40 kleinere und größere Gewässer reihen sich im Naturpark Rheinland aneinander. Der Heider Bergsee ist einer von ihnen – mit seinen weiten Wäldern lädt er zu kurzen Spaziergängen und langen Wanderungen ein. Baden darf man offiziell nur im Strandbad am Campingplatz, wo eine große Liegewiese Platz zum Sonnen bietet und der Einstieg flach ist. Kinder sind hier besonders gut aufgehoben, denn tief wird das Wasser erst, wenn die Seemitte erreicht ist.
 

Pröbsting See, Borken

Seinen Namen verdankt der Pröbstinger See einem nahegelegenen Rittergut, entstanden ist er aber nicht im Mittelalter, sondern in den Siebzigerjahren. Als Kernstück des Naherholungsgebietes von Borken-Hoxfeld gehört er heute zu den beliebtesten Ausflugszielen im Münstlerland. Umgeben von einer ausgedehnten Parklandschaft trifft man sich hier zum Picknicken und Grillen. Offiziell darf nur im westlichen Teil des Sees geschwommen werden: Badegäste schlagen ihr Lager auf der Liegewiese am Strand auf. Für eine Seetour hält das Bootshaus am Ostufer Tretboote, Kajaks und Stand-Up-Paddling-Boards bereit. Wer das Wasser von oben sehen will, versucht sich am Parcours im benachbarten Kletterwald Borken

Silbersee, Haltern

Wer nach einer abgeschiedenen Bucht sucht, ist am Silbersee II fehl am Platz: Mit seinem 800 Meter langen Sandstrand und dem klaren, türkisfarbenen Wasser lockt er in der Hauptsaison täglich mehrere Tausend Besucher an. Liebevoll wird er daher auch als „größte Badewanne des Ruhrgebiets“ bezeichnet. Am westlichen Südufer kommen alle Badegäste zusammen, wobei das hintere Ende des Strands für FKK-Anhänger reserviert ist. Der Sand geht sanft ins seichte Ufer über, was den Einstieg erleichtert. Wer lieber im Schatten liegt, sollte seinen Sonnenschirm nicht vergessen – hohe Bäume sucht man hier vergebens. Nach dem Schwimmen spaziert man auf den ausgebauten Uferwegen zu den benachbarten Silberseen, die ebenfalls einst zum Sandabbau dienten. Für alle, die es beschaulicher mögen, empfiehlt sich ein Abstecher ins Strandbad am Dülmener See, wo es auch an heißen Tagen nicht zu voll wird
 

Torfmoorsee, Hörstel

Der Torfmoorsee im Tecklenburger Land zwischen Rheine und Ibbenbüren verdankt seine Exisenz dem Ausbau der nahegelegenen Autobahn 30. Heute kann man hier umgeben von Feldern und Wald im Grünen baden. Die Liegewiese am Ostufer, die vom Parkplatz aus schnell zu erreichen ist, bietet viel Platz, um sich auszubreiten. Hier versorgt ein Kiosk die Badegäste mit Eis und Snacks. Die kleine Bucht im südöstlichen Teil des Sees eignet sich gut für Kleinkinder, denn der Einstieg ist flach. Während die Kleinen planschen, können die Eltern im Sand oder auf der Wiese entspannen. Folgt man dem etwa 2,5 Kilometer langen Rundwanderweg, entdeckt man immer wieder vereinzelte Badebuchten

Venekotensee, Niederkrüchten

In den Sechzigerjahren war Venekoten die erste Feriensiedlung in Nordrhein-Westfalen – wer etwas auf sich hielt, bezog mitten im Wald ein Häuschen, verabredete sich im Tennisclub und hielt ein Pferd im nahgelegenen Reitstall. Heute ist die Ortschaft als Teil von Niederkrüchten permanent bewohnt, Urlauber zieht es aber nach wie vor hierher. Obwohl am Venekotensee ein offizielles Badeverbot herrscht, gilt er als beliebtes Ausflugsziel für Radler und Wochenendtouristen. Zum Sonnen trifft man sich an den kleinen Buchten im Westen oder auf der Liegewiese im Osten, wo das Wasser kristallklar leuchtet. Zwei Seilschaukeln hängen verführerisch am Ufer und warten auf Wagemutige. Der Steg im Westen bietet die schönste Liegefläche mit herrlichem Blick auf den See und die bewachsenen Ufer.

Take me to the Lakes - NRW

Das kleine Buchprojekt "Take Me to the Lakes" hat sich zur Reihe gemausert und präsentiert nach Berlin nun auch die schönsten Seen rund um München und in Nordrhein-Westfalen. Die "NRW-Edition" nimmt die Leser mit an 136 Badestellen zwischen Münster und dem Sauerland. Viele nützliche Tipps und ein praktisches Format machen das Buch zum ausgezeichneten Sommerbegleiter für Fahrradkorb oder Handschuhfach. "Take Me to the Lakes" ist im Independent-Verlag The Gentle Temper erschienen und im ausgewählten Buchhandel oder online erhältlich.

GEO Reise-Newsletter
Aktuelle GEO-Magazine
<< zurück >> vor
nach oben