Verkehrsberuhigtes Vlieland

 

Vlieland ist die kleinste und am weitesten vom Festland entfernte der fünf bewohnten Westfriesischen Inseln. Die Insel gilt als autoluw, das bedeutet verkehrsberuhigt. Nur die 1100 Einwohner können eine Auto nutzen, doch die besitzen zusammen nur um die 100 Fahrzeuge, die oftmals unbenutzt auf der Hofeinfahrt stehen. Das könnte auch daran liegen, dass es hier keine Werkstatt gibt und vieles ähnlich schnell per Rad erreicht ist. Die Besucher vom Festland freut es, denn sie können sich hier bestens vom Geräuschpegel der Städte erholen.

Erkundung per Rad

 

Statt Autolärm hört man Vogelgezwitscher, statt vollen Straßen bietet die Insel wilde Dünenlandschaften und ein Radwegenetz von 26 Kilometern. Das mag nicht viel klingen, aber erschließt nahezu die gesamte Insel und lädt dazu ein Dünen, Marschländer und die Wälder auf zwei Rädern zu erkunden. Gute Fahrräder lassen sich an verschiedenen Stellen auf der Insel ohne Probleme ausleihen, zum Beispiel bei Jan van Vlieland oder Frisia

Kroon's Polders

 

Das Naturschutzgebiet Kroon's Polders lädt Natur- und Vögelfreunde zum Erkunden und Verweilen ein. Hier, wo Süß- und Salzwasser aufeinandertreffen brüten bis zu 60 verschiedene Vögelarten. Kleine Schutzhütten und Bänke bieten perfekte Sicht auf das rege Treiben zwischen Insel, Schilf und Meer. Nur der östliche Teil von Kroon's Polders ist ohne Guide begehbar. Wer mehr sehen und erfahren möchte, schließt sich einer geführten Tour an

Dorfleben in Oost-Vlieland

 

Wem es dann doch zu ruhig wird auf Vlieland, der findet in Oost-Vlieland Abwechslung. 900 der 1100 Einwohner Vlielands wohnen in Oost-Vlieland, der einzigen Ortschaft der Insel. Diese besticht mit einem historischen Dorfkern. Geschäfte und Restaurants verstecken sich in den kleinen Gassen sowie an der Hauptstraße mit dem Namen Dorpstraat. Richtung Kirchplatz befindet sich das bis 1950 als Armen-, Witwen- und Waisenhaus genutzte Armhuis aus dem Jahr 1662. Mittlerweile kann man in einem gemütlichen Ambiente kulinarische Höhepunkte erleben und Kunst genießen, denn in dem Restaurant Het Armenhuis ist ein Galerie integriert. Früh reservieren wird empfohlen!

Leuchtturmkunde auf der Düne

 

Auf der Vuurboetsduin, der höchsten Düne, steht das Wahrzeichen der Insel, der Vlieländer Leuchtturm. Eine Treppe führt durch Ginsterbüsche, in denen sich Fasanen tummeln, hoch zum Turm. Von dort hat man einen sagenhaften Fernblick über die Insel. "Bei gutem Wetter kann man vierzig bis fünfizig Kilomter weit gucken - bis zur Nord-Holländischen Küste," berichtet der ehemalige Leuchtturmwärter Germ Veenstra, der mittlerweile Pächter ist und den Turm im Sommer für Besucher öffnet. Der muss es ja wissen, vor 30 Jahren wurde er Leuchtturmwärter und hatte somit genügend Zeit die Aussicht zu studieren. Germ erzählt auch gern persönlich davon. Ab dem ersten April hat der Leuchtturm jeden Tag geöffnet, im Juli und August gibt es das "Sonnenuntergangs-Special". Ganz besondere Stimmung herrscht rund um den Leuchtturm allerdings auch im Winter, wenn die Ginsterbüsche im Frost glitzern. Auch dann gönnt sich Germ keine Ruhe und öffnet an drei Tagen die Woche seinen ehemaligen Arbeitsplatz für Besucher. 

Wer anschließend noch Zeit und Lust hat, kann über den Wanderweg, der am Leutturm vorbeiführt, die Insel zu Fuß erkunden.

Strand soweit das Auge reicht

 

Über 20 Kilometer zieht sich der Sandstrand an der Nordküste der Insel entlang und lädt in den warmen Sommermonaten zum Baden ein, im Winter zu ausgedehnten Spaziergängen. Im Westen der Insel befindet sich der sogenannte Vliehors - ein 20 Quadratkilometer große Sandwatt. Wer müde Füße hat, nimmt den Vliehors-Express, ein großrädriges Reisemobil. Begleitet von Akkordeonmusik geht es dann gemütlich am Strand entlang. Schöner Clou, die Reifen des Mobils schreiben Gedichte in den Strand

Robben gucken auf Richel

 

Richel ist eine unbewohnte Sandbank an der südöstlichen Kante Vlielands, die zum Weltnaturerbe Wattenmeer gehört. Bei Hochwasser darf die Insel nicht betreten werden, denn Richel ist ein wichtiges Ruhegebiet für Kegelrobben und viele Vogelarten, wie zum Beispiel dem Austernfischer. Wer mit der Fähre von Harlingen nach Vlieland fährt kann die Insel und ihre Bewohner von dort aus beobachten. Etwas näher dran und aufregender ist einer Robbentour mit dem Schnellboot.

 

 

 

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