Three Capes Track

Von den 5400 Kilometern Küstenlänge Tasmaniens gehören diese 46 sicher zu den schönsten: Steilklippen und aus dem Wasser ragende Felsplateaus markieren das südöstliche Ende Australiens, als nächstes Festland kommt erst wieder die Antarktis. Entlang dieser Klippen führt der Three Capes Track, der einem ein unvergleichliches Gefühl der Abgeschiedenheit beschert. Wie gemalt windet sich der Klippenpfad vor einem bis zum Horizont, ein stetes Auf und Ab mit Kehren und Kurven. Ein Höhepunkt ist das Kliff des Mount Fortescue, das zum Meer aufragt. Der Natur noch näher ist nur, wer in den Strandbuchten ins Wasser springt oder die Klippen emporklettert, etwa am respekteinflößenden Totem Pole. Anfang und Ende des Rundpfads ist der historische Küstenort Port Arthur. Mit seinen teils verfallenen Küstenbefestigungen und Burgruinen gehört die einstige Sträflingskolonie zum Weltkulturerbe. Per Boot geht es zum Startpunkt, mit Glück zeigen sich Delfine, Wale und Seehunde. Nach der Ankunft geht es vier Tage durch Eukalyptuswälder und über improvisierte Treppen und Stiegen hinauf zu den Kanten der Welt. Nur 48 Wanderer dürfen pro Tag starten. Die beheizten Hütten und Quartiere am Ende jeder Etappe schmiegen sich perfekt in die Landschaft, belohnen mit Ausblick, Matratzen und warmer Mahlzeit. Zur Buchung und weiteren Infos geht es hier.

Schwierigkeitsgrad: leicht bis mittel

Painted Cliffs auf Maria Island

Tasmanien ist von zahlreichen Inseln und Halbinseln umgeben. Einzigartig ist Maria Island im Osten, eine ehemalige Sträflingsinsel, die mit einer geologischen Sensation lockt: Die bunten Meeresklippen "Painted Cliffs", zwei Kilometer südlich des Fähranlegers in Darlington, am Ende von Hopground Beach, bestehen aus unzähligen Gesteinsschichten, die bis auf das Erdmittelalter zurückgehen. Der Weg hin und zurück lohnt sich: Eisenhaltiges Wasser hat den einst weißen Kalkstein in Gelb-, Orange- und Rottöne getaucht. Das Farbspiel lässt natürliche Gemälde entstehen, die bei tief stehender Sonne und Ebbe am besten zur Geltung kommen. Auch Wildtiere begrüßen die beeindruckende Kulisse der Maria Island. In den ruhigen Nachmittagsstunden haben Besucher gute Chancen Wombats oder tasmanische Teufel in freier Wildbahn zu beobachten. Zurück in Darlington lohnt ein Abstecher zum Oast House, eine der ältesten Gefängnisruinen Australiens. In der Nordbucht liegen die Fossil Cliffs mit Versteinerungen von Tieren und Pflanzen. Die Insel ist nur mit der Fähre von Triabunna aus zu erreichen. Wer Maria Island etwas ausführlicher erkunden möchte, kann in Pensionen, Hütten und auf Campingplätzen übernachten. Weitere Infos gibt es auf der offiziellen Seite der Nationalparkverwaltung.

Schwierigkeitsgrad: leicht

Overland Track

Wandern in absoluter Abgeschiedenheit: Eines der aufregendsten Abenteuer in Tasmanien verspricht der Overland Track, der sich im mittleren Westen schlängelt, durch Hochplateaus, Moore, Farnpalmwälder und vorbei an Bergen wie den mächtigen Felszacken Barn Bluff, bis hin zum kristallklaren Lake Windermere. Auf den weiten Hochebenen im Cradle-Mountain- und Lake-St.-Clair-Nationalpark wiegen sich kugelförmige Büschel Buttongrass im Wind, Opossums, Kängurus, Wombats und Wallabys grüßen die Wanderer. Für den malerischen Blick auf See und Berge (Foto) lohnt der 15-minütige Abstecher zum Dove-Lake-Bootshaus. Klingt romantisch, doch die 65 Kilometer haben es in sich: Der Pfad führt durch abgelegene Gegenden und erfordert sorgfältige Vorbereitung, Erfahrung und gute Fitness. Das Wetter kann selbst im Sommer rasch umschlagen. In fünf, sechs Tagen ist man am Ziel, geschlafen wird im eigenen Zelt oder in Hütten. Zur Hauptsaison zwischen November und April dürfen nur 60 Wanderer pro Tag auf den Pfad, der dann nur von Nord nach Süd gegangen werden darf – also ausreichend im Voraus buchen. In dieser Zeit kostet die Passage 110 Euro Gebühr, zusätzlich zu den 19 Euro Parkeintritt. Für die Anreise aus Hobart sind anderthalb Tage mit Übernachtung in Launceston einzuplanen. Der Trip lässt sich immer ab dem 1. Juli für die nächste Hauptsaison buchen, zur Buchung und weiteren Infos geht es hier.

Schwierigkeitsgrad: mittel bis schwer

Tahune Forest AirWalk

Auf Augenhöhe mit den Baumwipfeln schreiten Wanderer ganz entspannt auf dem stählernen Tahune Forest AirWalk im Süden Tasmaniens. Die Hängebrücke führt in 50 Metern Höhe durch das Flusstal, in dem der Picton River in den Huon River fließt. Von hier aus blickt man von Aussichtsplattformen über den dichten Urwald mit seinen berühmten Huon-Kiefern. In den Morgenstunden ist der Wald von dichtem Nebel durchzogen. Wagemutige gleiten mit der Seilbahn über den Fluss oder balancieren über einen schmalen schwingenden Steg. Auch Spaziergänge im Wald und Kanutouren sind möglich. Der AirWalk befindet sich im Tahune-Forest-Reservat, 70 Kilometer und anderthalb Autostunden von der Hauptstadt Hobart entfernt. Weitere Infos und Aktivitäten gibt es hier.

Schwierigkeitsgrad: leicht (barrierefreier Zugang zum AirWalk)

Freycinet Peninsula Circuit

Man kann im beliebten, aber völlig überlaufenen Surferort Coles Bay an der Sommerlotterie für einen Campingspot teilnehmen. Stattdessen kann man aber auch einfach in Bewegung bleiben – auf dem 30 Kilometer langen Freycinet Peninsula Circuit etwa wandert man drei Tage einen Rundweg entlang der herrlichsten weißen Quarzsandstrände Tasmaniens und durch den Busch des ältesten Nationalparks des Bundesstaats. Dabei besteht die Chance, Einsamkeit im Paradies zu erleben: Man trifft nur wenige bis gar keine Menschen. Jeder Wandertag endet mit einem Sonnenuntergang über dem Meer und Einschlafen bei Meeresrauschen, unterwegs gibt’s häufig die Möglichkeit zum Abkühlen und Schwimmen. Zu empfehlen vor dem Trip ist der Aufstieg auf den Mount Amos. Das dauert nur wenige Stunden und belohnt mit dem besten Blick über die Wineglass Bay. Wichtig: Die Route entgegen des Uhrzeigersinns nehmen, da Wanderer so die Ausbreitung des Pflanzenschädlings Phytophtora vermeiden. Außerdem ausreichend Trinkwasser mitnehmen, auf der Strecke gibt es das nur in Cooks Beach. Die besten Wanderbedingungen und meisten Sonnenstunden herrschen von Dezember bis April. Höhepunkt im wörtlichen Sinne ist der Ausblick vom Mount Freycinet, auf dessen Kuppe im Winter sogar Schnee fallen kann. Den Wanderweg erreicht man von Hobart aus über den Tasman Highway. Hier geht's zu weiteren Infos.

Schwierigkeitsgrad: leicht bis mittel

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