Die Küste Étretats

Monet war sehr fasziniert von der ständig wechselnden Tide an der Küste Étretats. Dort herrscht für rund sechs Stunden Niedrigwasser, ehe schnell wieder alles vom Meer bedeckt ist. In seiner Bibliothek findet sich zum Beispiel das Buch „La Mer“ von Jules Michelet – einem berühmten Historiker – der die Küste der Normandie als einen atmenden Organismus beschreibt. Er spricht vom „Puls des Meeres“ und das scheint auch Monet beeindruckt zu haben. Denn er nähert sich den unterschiedlichen Wasserständen in sehr vielen seiner Bilder an, und stellt das in einer dynamischen Malweise dar. Das ist etwas, was Fotografen nicht in dieser Form schaffen können. Diese tolle Fotografie zeigt einen einzigen Moment, den man in der Wissenschaft einen Felswatt nennt – der Zeitpunkt des Niedrigwassers und eine relativ langsam verlaufende Dynamik in der Tide.

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