Städtereisen Verborgene Schätze in Athen

Die Akropolis thront über der griechischen Hauptstadt und ist die Hauptattraktion Athens. Wir zeigen, welche unbekannten Sehenswürdigkeiten sich nur wenige Meter entfernt befinden
Verborgene Schätze in Athen

Ob Öko-Design-Hotel oder rebellierende Streetart - in einem Radius von zwei Kilometern liegen 10 Attraktionen, die wir Ihnen vorstellen möchten

Industrie-Schick

Der alte Gasometer steht heute für Kultur und Unterhaltung: Auf der Dachterrasse des Gazarte sitzen Nachtschwärmer bei Ouzo und Wein, wenn Buchladen, Konzertsaal, Kino und Restaurant im gleichnamigen Haus längst geschlossen haben. Im Industriedenkmal nebenan öffnete 2013 das gefeierte Kulturzentrum Technopolis (www.technopolis-athens.com).

Voutadon 34, www.gazarte.gr

Rebellierende Kunst

Die nackten "Prinzessinnen" des Athener Künstlers Sonke lassen ihre Mähnen über Hauswände und Bauzäune wallen. Seit der Wirtschaftskrise hat sich Athen zu einem Hotspot für Graffiti entwickelt. "Alternative Tours of Athens" führen bei der Street Art Tour zu den besten, oft sozialkritischen Murals.

Mittwochs 18 Uhr, Metro Omonoia/Exit Pireos, www.atathens.org, 3 Stunden; 10 €

Nachts im Museum

Sehr zu empfehlen ist der Freitagabendbesuch im modernen Acropolis Museum, das dann bis 22 Uhr geöffnet ist. Viele Exponate stammen aus den Ruinen rund um den heiligen Hügel, u. a. 50 Meter des Parthenon-Frieses und die Statuen in der "Archaic Gallery", einst Opfergaben reicher Bürger für die Stadtgöttin Athena.

Dionysiou Aeropagitou 15, www.theacropolismuseum.gr, 5 €

Bewohnbares Kunstwerk

Akropolis-TV? Von wegen. Das Kopfende des Bettes schmückt ein Fenster. Auch dieses Detail ließen sich junge griechische Architekten für das New Hotel einfallen. Die Öko-Design-Herberge, von außen ein Klotz, ist ein bewohnbares Kunstwerk mit Bambusböden, Recyclingholzmöbeln und einer großartigen Dachterrasse

Filellinon 16, Tel. 0030-210-327 30 00, www.yeshotels.gr, DZ/F ab 151 €

Essen statt Jammern

Statt über Banken und Korruption zu jammern, wollten die Künstlerinnen Renata und Katerina anpacken. Ihr Restaurant Kimolia (übersetzt: "Kreide") richteten sie teils mit ihren privaten Möbeln zum "krisensicheren" Wohnzimmer her, wo sich alle mit Snacks, Salaten, Süßem und Cocktails stärken – und ab und zu doch über Politik diskutieren …

Iperidou 5, www.kimolia-art-cafe.gr

Gemeinsam kochen und genießen

Noch etwas Knoblauch und Zitrone, dann ist der Tarama-Salat perfekt. In der Taverna Klimataria, die bereits seit 1927 Hausmannskost auftischt, erklärt Maria Sofou in einem dreistündigen Kochkurs, wie die besten mezedes gelingen: frisches Tsatsiki, knuspriger Saganaki oder saftige Dolmades. Hinterher wird alles gemeinsam verspeist.

Platia Theatrou 2, zu buchen über www.athenswalkingtours.gr, Tel. 0030-210-3216629; 63 €

Kreative Mitbringsel

Stoffwale, Fliegenpilz-Fahrradklingeln und bunte Lampen verkauft der kleine Showroom Hellenic Art & Design. Letztendlich droht auch diesen Mitbringseln, entworfen von jungen Künstlern, ein Stehrumchen- Schicksal, aber sie sind ungleich schöner als der Kitschkram aus den Souvenirläden in der Plaka.

Chairefontos 10, www.hellenicartanddesign.gr

Prunkvolle Grabstätten

Landschildkröten dösen zwischen den verzierten Marmor-Grabmälern. Der Bach Eridanus plätschert durch den Friedhof Kerameikos im ehemaligen Töpferviertel, bevor er wieder im Rohr unter den Straßen verschwindet. Als angesehene Athener Familien 2000 vor Christus anfingen, dort ihre Toten zu beerdigen, lag das Areal noch außerhalb der Stadt. Heute bewachen Stiere, Sphingen und Löwen die schicken Gräber in Sichtweite der meisten Touristenattraktionen. Ein kleines klimatisiertes Museum zeigt die wertvollsten Schmuckstücke.

Ermou 148; das Akropolis-Ticket für 12 € gilt auch hier; Mo geschl.

Wohnungsnot machte erfinderisch

Wie ein typisches Inseldorf wirkt das Quartier Anafiotika (Klein Anafi) am Nordosthang der Akropolis. Arbeiter von der Kykladeninsel bauten es im 19. Jahrhundert nachts und ohne Genehmigung, als Athen unter großer Wohnungsnot litt. Drei Kirchen und etwa 45 der weißen Häuser stehen noch, die Gassen dazwischen sind teils nur schulterbreit. Aus ummauerten Gärten quellen Bougainvilleen und die Zweige der Feigenbäume, die Wände sind weiß getüncht, und in Tavernen sitzen alte Männer auf den Stufen vor den Häusern beim Mokka, während Katzen um ihre Beine streichen.

Späte Gaumenfreuden

Fast ein wenig kitschig, aber wunderschön ist der grüne Innenhof des Restaurants Aleria. Die lilafarbenen Kissen passen zu den Hortensien, die grün umrankten Wände sind magisch ausgeleuchtet. Der Chef Gikas Xenakis serviert zeitgenössische Mittelmeerküche, z. B. Rote-Beete-Gnocchi mit Oktopus, allerdings selten vor 22 Uhr: Griechen gehen traditionell spät essen. Und sie können dorthin ihren eigenen Wein mitbringen.

Megalou Alexandrou 57, Tel. 0030-210-522 26 33, www.aleria.gr, So geschl.

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