Reisetipps Paris Die Seine-Metropole im Wandel

Im Westen nichts Neues? Im Norden und Osten hingegen schon. Dort, in den ehemaligen Quartiers populaires, lockt Paris heute mit Angeboten für Genuss durch Kultur, Gastronomie und Zeitvertreib
Die Seine-Metropole im Wandel

Nach langjähriger Renovierung öffnet das Picasso-Museum in Paris im Oktober 2014 wieder die Pforten

Musée Picasso

Der Meister ist zurück! Am 25. Oktober 2014 öffnet das Picasso-Museum im Marais-Viertel wieder seine Tore. Zu sehen sind über 5000 Ausstellungsstücke: Gemälde, Skulpturen, Keramiken, Zeichnungen, Gravuren und Manuskripte Picassos sowie die persönliche Kollektion des Meisters mit Werken von Renoir, Degas, Cézanne, Braque, Matisse, Giacometti, Le Nain. In den letzten Jahren befanden sich diese ständig auf Weltreise, um damit die Renovierung des barocken Herrscherhauses zu finanzieren, in dem das Museum 1985 angelegt wurde. Da die lang erwartete Rückkehr zu ebenfalls sehr langen Warteschlangen führen wird, ist online Reservierung dringend empfohlen.

Hôtel Salé, 5 Rue de Thorigny, www.museepicassoparis.fr/en/

Cinéma Le Louxor

Exotischer geht’s kaum. Das Cinéma Le Louxor steht im Herzen von "La Goutte d’Or", dem legendären Immigranten-Viertel im Norden von Paris. In drei Sälen laufen neue und alte Filme aus aller Welt in Originalversion. Spektakulär auch die Terrasse im 3. Stock, wo die für Kinogänger reservierte Bar einen berauschenden Ausblick auf Sacré Cœur bietet. Die Neuzeit des in antikem Stil gehaltenen Kinopalastes begann erst im vorigen Jahr. 1921 eröffnet, verkam "Le Louxor" 1983 zur Disko, bevor es in den 90er Jahren geschlossen wurde. Absolut sehenswert: die Deko der nach einem ägyptischen Filmregisseur benannten "Salle Youssef Chahine".

170 Boulevard Magenta, www.cinemalouxor.fr

St Christopher’s Canal

Bezahlbar! Aufgrund seiner Preise gilt Paris oft als jugendfeindlich. Ein Argument dagegen ist "St Christopher’s Canal", eine ästhetische Jugendherberge, schön gelegen am "Bassin de la Villette". Die Ufer dieses Gewässers, das sich stadteinwärts zum Canal Saint-Marin verengt, sind Tummelplatz für Boules-Spieler, Angler, Picknick-Freunde und überwiegend junge Gruppen, die bei schönem Wetter trinkend auf ebener Erde lagern. Im selben Gebäude wie die Herberge befindet sich die Bar Le Belushi’s. Ihre Klientel, auch sie selten älter als 25, ist kosmopolitisch und guckt hier gern Fußballspiele auf Großbildschirmen. Ideal zum Leutekennenlernen!

159 Rue de Crimée, www.st-christophers.co.uk/paris-hostels/canal

Ten Belles und Lily of the Valley

Café ou thé? Erstes lässt sich in einer winzigen "Kaffee-Bar" namens "Ten Belles" (nur tagsüber bis 18 Uhr, an Wochenenden bis 19 Uhr) nahe dem Kanal Saint-Martin genießen. Ein solides Sortiment von Spitzenkaffees, dazu ein Angebot schmackhafter Kuchen, Sandwiches, Salate und Suppen. Ideal zum Trottoir-Checken. Zur Tea-Time dann nur den Kanal überqueren, um über die Rue Beaurepaire und den in seinem neuen Gewand erstrahlenden Place de la République das "Lily of the Valley" zu erreichen. Der kleine Tee-Salon im ländlichen Dekor führt 35 Tee-Sorten, dazu "pâtisserie maison": Backwaren aus dem eigenen Hause.

Ten Belles: 10 Rue de la Grange aux Belles, www.tenbelles.com

Lily of the Valley: 12 Rue Dupetit Thouars, www.facebook.com/lilyofthevalleyparis

Hôtel Fabric

Ruhiger Klassenkampf. Im Pariser Osten, einst Heimat der Arbeiterklasse, präsentiert sich das "Hôtel Fabric" im Gewand seiner Vergangenheit als Textilfabrik. Was nicht darüber hinwegtäuschen soll, dass es sich hier um eine sehr luxuriöse Schlafstätte handelt, mit Spa, Hammam, Fitnessstudio, Salon de beauté et de coiffure. Wer das "Paris branché" sucht, den gerade angesagten Teil der Stadt, der wohnt hier im Quartier Oberkampf/Ménilmontant goldrichtig. 200 Meter vom Hotel entfernt findet er auch die Boulangerie Chambelland (14 rue Ternaux), berühmt für seine Brote, Croissants und glutenfreien Sandwiches.

31 Rue de la Folie Méricourt, www.hotelfabric.com/de/

Die Seine-Metropole im Wandel

Einst wurden hier feinste Stoffe verarbeitet, nun schlafen in der ehemaligen Textilfabrik gutbetuchte Gäste: das "Hôtel Fabric"

O’Paris

Das reizende Café-Restaurant mit Terrasse schafft es, möglichst viele an einen Tisch zu bringen. Beim sonntäglichen Brunch etwa trifft man auf versammelte Großfamilien, auf jung Verliebte und alt Eingesessene. Aber nur selten auf Touristen. Dabei bietet dieser Ort am oberen Rand des Parc de Belleville eine der besten Panorama-Aussichten der Stadt. Wem die Bedienung zu gemütlich erscheint, kann sich hier auch einfach nur ein Bier zum Mitnehmen kaufen, einen Salat, ein Sandwich oder gar Croissants und Pains-au-chocolat aus der Boulangerie gegenüber, und für sich allein im Park brunchen. Auge in Auge mit Eiffelturm.

1 Rue des Envierges, www.le-o-paris.com/

Comptoir Canailles

Ein Leckerbissen! Zwischen Sacré-Coeur und Pigalle, in jenem neuen Modeviertel, das Pariser "SoPi" nennen, tischt ein Paar Chefs auf, was die eine bei Bocuse, der andere bei Ducasse gelernt hat: einfache, innovative Gerichte aus guten Produkten vom Markt, immer getreu den Jahreszeiten. Serviert wird in einem freundlichen Rahmen, beginnend mit einem Sofa am Eingang, damit der Gast nicht im Stehen auf seinen Tisch zu warten braucht. Speisen kann man auch an der Bar. Da hat man freien Blick in die Küche und kann den Chefs beim Zubereiten der – gemessen an der Qualität sehr preiswerten - Gerichte zuschauen.

47 Rue Rodier, www.restaurantcomptoircanailles.com

Septime

Vielleicht eines der derzeit besten Restaurants von Paris! Exzellente Küche, perfekter Service, vernünftige Preise: Mittagsmenü für 28 €. Das Dîner ist teurer (58 €), zudem hat der Chef Carte blanche: Jeden Abend kreiert er anderes Menü mit 5 Gängen. Nachteil: Seinen Tisch im "Septime" muss man Wochen im voraus reservieren! Trost: Gleich nebenan im Clamato (selbe Adresse, selber Besitzer, ohne Reservierung) können Sie kleine Meeresgerichte kosten. Oder Sie gehen (eine Minute zu Fuß) zur Wein-Bar La Cave de Septime (3 rue Basfroi) und genießen den Wein Ihrer Wahl mit Anchovis, Ricotta ...

80 Rue de Charonne, http://www.septime-charonne.fr/

Studio de l’Ermitage

Swinging Paris. Diese Musikhalle auf den Höhen von Ménilmontant war einmal eine Keksfabrik. Heute finden hier pro Jahr über 250 Konzerte statt, meistens Jazz und World Music, gelegentlich auch Theaterstücke und Filmvorführungen. Unter der Woche ist die Atmosphäre gemütlich, an Wochenenden belebt, an Ball-Abenden ("les bals du Studio") festlich. Wer auf Distanz hält, kann dem rhythmischen Geschehen von der "Mezzanine" aus zusehen, dabei ein Glas trinken und eine Kleinigkeit essen.

8 Rue de l’Ermitage, www.studio-ermitage.com/

Nüba und Wanderlust

Fluss der Musik. Das neue Zentrum für Mode und Design an den "Docks", den ehemaligen Lagerhallen am Flusshafen von Paris, fordert zum Feiern auf. Sowohl das auf dem Dach des Gebäudes gelegene Nüba als auch das unten direkt am Wasser befindliche Wanderlust bieten ein reichhaltiges Programm: Live Konzerte mit DJ, Tanzfläche, Karaoké, aber auch Liegestühle, Yoga und Meditation sowie Restaurants mit Sonntagsbrunch und Food Truck (Nüba). Der Eintritt ist meistens frei bis 23 Uhr allerdings erweisen sich die Türsteher manchmal als unerbittlich!

36 Quai d’Austerlitz, http://www.nuba-paris.fr/

32 Quai d’Austerlitz, http://wanderlustparis.com

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