REISEZIEL Erfurt – ein Stadtbummel im Advent

Alles sieht so festlich aus: Der Weihnachtsmarkt unterm Dom und die hübschen Altstadtläden erfüllen Wünsche. Darauf ein thüringisches Kirsch-Glühbier!

Auf dem Weihnachtsmarkt

Prächtig schwebt das Kirchenschiff des Mariendoms auf dem Hügel über dem Domplatz, gleich daneben ragen die spitzen Turmhauben der Severikirche in den Abendhimmel – eine wunderbar festliche Kulisse für den Weihnachtsmarkt. Die Buden auf dem Platz wirken unter den sakralen Bauten winzig. Doch ihr Angebot fügt sich perfekt in die historische Szenerie ein: Die berühmten Erfurter Schittchen etwa wurden schon 1329 urkundlich erwähnt – also ziemlich genau während der gotischen Bauphase des Doms. Damit liegt die angeblich älteste deutsche Christstollen-Variante noch vor der Thüringer Bratwurst (erste urkundliche Nennung 1404), die die Besucher
 schon aus historischem Pflichtbewusstsein verspeisen sollten.

Erfurt – ein Stadtbummel im Advent

Der Erfurter Dom und der Weihnachtsmarkt strahlen pünktlich zum 1. Advent im Weihnachtsglanz

Wer noch Geschenke sucht, wird auch schnell fündig: Typisch für die Region sind etwa die tiefblaue

Bürgeler Keramik sowie die Pralinen-Kreationen aus der Manufaktur des Chocolatiers Alexander Kühn. Tipp: Die Whisky-Chili-Preiselbeer-Füllung schmeckt umwerfend gut.

www.goldhelm-schokolade.de

In der Altstadt

Vorweihnachtsgefühle weckt auch der Spaziergang vom Domplatz aus durch die Altstadt. Die reich verzierten, goldblitzenden Patrizierhäuser mit ihren von Putten, Teufeln und Fabelwesen bevölkerten Fassaden glänzen – allerdings an jedem Tag – festlich. Vor allem der Fischmarkt mit seinem neugotischen Rathaus und den Renaissance-Bürgerhäusern "Zum Roten Ochsen" und "Zum breiten Herd" zeigt sich wunderbar restauriert.

Einkaufen

Gut fürs Weihnachts-Shopping: In den Altstadtgassen haben sich viele kleine Boutiquen, Cafés und schräge Läden gehalten. Am schönsten drängeln sie sich auf der berühmten Krämerbrücke mit ihrer mittelalterlichen Fachwerk-Bebauung und bieten zum Beispiel Gewürze, Feinkost und Antiquitäten an.

Im Bistro Mundlandung (Krämerbrücke 28, www.mundlandung.de) lässt es sich bestens bei einer Tasse Kaffee und Flussblick darüber nachgrübeln, welche der 18 hausgemachten Marmeladensorten wohl auch zu Hause gut schmecken wird. Im kleinen Farben- und Papierladen

Erfurt Blau der Restauratorin Rosanna Minelli (Krämerbrücke 2, www.apiscolori.com) erfahren Kunden alles über das blaue Wunder, das Erfurt einst zur reichen Stadt machte: den Anbau und die Verarbeitung von Färberwaid, aus dem die früher rare Farbe Blau gewonnen wurde.

Auch Stadtführungen bietet Minelli an, denn die reichen Waidbarone haben ihre Spuren im Stadtbild hinterlassen. Viele Dächer sind mit ihren Lüftungsmansarden auch heute noch als Waidspeicher erkennbar. Den besten Blick über die Dachlandschaft bietet der Turm der Ägidienkirche , die die Krämerbrücke als sogenannte Brückenkopfkirche abschließt.

Noch mehr Märkte

Am Fuße der Kirche serviert der Mittelaltermarkt am Wenigemarkt Kirsch-Glühbier, gefüllte Hanffladen und Dudelsackklänge. In Richtung Gera-Ufer bietet der Christkindlmarkt am Augustiner-Wirtshaus

(Horngasse 3–4, www.augustiner-erfurt.de) die ausgefallensten Obst-Glühweine an, von Schlehe bis Sanddorn. Nebenan prangt ein großes, hölzernes Laufrad, das ein Kinderkarussell antreibt – wer Lust dazu hat, kann Hamster spielen.

Essen & Trinken

Fantastisch schmecken die berühmten Thüringer Klöße zusammen mit Gänsekeule
und Rotkohl im Café & Restaurant Nüsslein am Ende der Krämerbrücke.

Krämerbrücke 17, Tel. 0361-21 69 82 81, www.cafe-nuesslein.de

Ansehen

Auf den sehr amüsanten Sagen-Spaziergängen der "Theaterfirma" lernen die Zuschauer Winkel der Stadt kennen, die selbst Erfurtern kaum vertraut sind. So bespielt der "Theaterfirma"-Gründer Klaus-Michael Tkacz in dem Stück Sagen unter und über Erfurt geschichtsträchtige Keller und Dachböden der Stadt.

Treffpunkt: 20 Uhr vor der Tourist-Info, Krämerbrücke, 12 €, www.theaterfirma.de

Und das Winterprogramm des Erfurt Theatersommers 
 hat an wechselnden Spielorten etwa die "Geizige Weihnacht"
 nach der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens im Programm

(Tel. 0361-211 16 40, www.erfurter-theatersommer.de).

Schlafen

Zwei gemütliche Zimmer über dem gleichnamigen Café am Domplatz bietet Peckham´s Bed & Breakfast seinen Gästen an.

Pergamentergasse 11, Tel. 0361-24 02 22 92, DZ ab 39 €, www.peckhams.de

Am stilvollsten sind die schlicht-schönen Zimmer der winzigen Pension Sackpfeifen-Mühle.

Lange Brücke 53, Tel. 0361-34 32 92 68, DZ/F ab 69 €, www.sackpfeifenmuehle.de

Die Mühle an der Gera wurde bereits 1248 – mehr als 150 Jahre vor der Thüringer Bratwurst! – urkundlich erwähnt. Sie sollten frühzeitig reservieren – die Altstadt-Pension hat nur drei Zimmer.

Das Evangelische Augustiner-Kloster am Rand der Altstadt setzt auf den Reiz der Stille: kein Fernseher, kein Radio, kein Telefon, stattdessen helle Zimmer hinter Klostermauern.

Augustinerstr. 10, Tel. 0361-57 66 00, DZ/F ab 87 €, www.augustinerkloster.de

IBB Hotel Erfurt – hinter dem unpersönlichen Namen verbirgt sich eines der charmantesten Hotels, direkt an der Krämerbrücke. Die Zimmer im "Roten Turm" liegen sogar auf der Brücke selbst.

Das dazugehörige Restaurant Zum alten Schwan gibt es schon seit 1310.

Gotthardtstr. 27, Tel. 0361-6 74 00, DZ/F ab 88 €, www.ibbhotelerfurt.com

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