Reisetipps 16 Gründe für einen Besuch in Würzburg

Stephan Brünjes war für Sie schon mal in der fränkischen Weinstadt am Main unterwegs. "Stein und Wein – das sind die ständigen Begleiter in Unterfrankens 127 000-Einwohner-Stadt" schreibt er und verrät Ihnen die besten Adressen
16 Gründe für einen Besuch in Würzburg

Der Frankoniabrunnen und die Würzburger Residenz zählen zum UNESCO Weltkulturerbe

Auf den ersten Blick liegt die Stadt in einer Suppenteller-Senke, ist auf dem Tellerrand umzingelt von Weinreben-Bataillonen, schnurgerade ausgerichtet zur Tellermitte. Dort durchschneidet sie der Main wie ein Porzellanriss. Auf beiden Uferseiten: üppig dekorierte Barock-Kirchen und -Kapellen, das Festungsbollwerk Marienberg sowie mit Baiser-Stuck überzuckerte Rokoko-Fassaden an den Bürgerhäusern. Stein und Wein – das sind die ständigen Begleiter in Unterfrankens 127 000-Einwohner-Stadt.

Ansehen

Würzburg gilt als "Stadt der 1000 Madonnen". An vielen Hauswänden schaut demütig eine vom Sockel, sogar in efeuberankten Innenhöfen und Treppenhäusern (sehenswert: Bronnbachergasse 8 a). Mittelalter-Promis wie Karl der Große und Vater Pippin stehen, ebenfalls versteinert, Spalier an der Alten Mainbrücke aus dem 15. Jahrhundert. Sie ist Klatsch-Laufsteg und Brückenschoppen-Treff: Hier flanieren die Würzburger mit einem Viertele "Escherndorfer Lump" oder "Würzburger Kirchberg" in bauchigen Bocksbeutel-Flaschen. Und erzählen Gästen gern, dass Staatsdiener früher auch flüssigen Sold bekamen, bis zu neun Liter Wein täglich, aus drei

meterhohen Beamtenweinfässern, zu bestaunen im gut 4500 Quadratmeter großen Weinkeller unter der Residenz. Dieses Bonsai-Versailles mit drei Gärten klotzte Barock-Stararchitekt Balthasar Neumann im 18. Jahrhundert in die Altstadt – für Fürstbischöfe wie Johann Philipp Franz von Schönborn. Einer seiner Nachfolger, Karl Philipp von Greiffenclau zu Vollraths, hielt Würzburg wohl für den Mittelpunkt der Welt und ließ sich von Giovanni Battista Tiepolo mittig ins weltgrößte zusammenhängende Deckenfresco pinseln - umrahmt von Szenen aus den vier damals bekannten Erdteilen (Residenzplatz 2, www.residenz-wuerzburg.de). Nach der Wimmelbild-Andacht im verwunschenen Lusamgärtlein lässt sich an der angeblichen Grabstelle Walthers von der Vogelweide (Martinstraße) beobachten, wie unglücklich Verliebte Blumen ablegen und Gedichte des Minnesängers murmeln. So wird man doch noch erhört, heißt es. Beim Schlendern über den gemütlichen, mit Sonnenschirmen getupften Markt können Besucher gelbe Himbeeren vom Leinachtaler Obstbauern essen und gegenüber das Relief über dem Nordportal der Marienkapelle bestaunen: Ein Schlauch verbindet Gottvaters Mund mit Marias Ohr, darauf rutscht das Jesuskind herunter.

Einkaufen

Abseits der Einkaufs­meilen Dom­ und Schönbornstraße gibt’s viele individuelle, kleine Läden. Frau Huegel hat Zebra-Espadrilles und Hippie-Brillen (Marienplatz 5).

Maingold bietet in vier Läden Beanie-Mützen und coole Pullis (z. B. Schustergasse 10, www.maingold-mode.de).

Quartettspiele zu Wurstsorten oder Tyrannen, Salatschüsseln aus Klaus-Lage-LPs und ein "Buntes Verdienstkreuz" aus Filz - Zeychen und Wunder ist die Fundgrube für Schräges (Sanderstr. 31, www.zeychenundwunder.com).

Antonino Moceri schneidet, stanzt und näht Taschen, Gürtel und sogar Bilderrahmen aus Leder in seinem Unicum (Sanderstr. 11).

Essen und Trinken

Ziegenkäse auf Couscous oder Limoncello-Panacotta genießen im terrassierten Biergarten Mennas Time out. Ein Genuss! (Frankfurter Str. 1, Tel. 0931-4 40 04,

www.timeout-wuerzburg.de).

Fürstlich dinieren Gäste zwischen Ritterrüstungen und Brokatvorhängen bei bester Vogelperspektive auf die Stadt im Schlosshotel Steinburg (Mittlerer Steinbergweg 100, Tel. 0931-970 20, www.steinburg.com).

Hinterm Scheunentor hat das Backöfele einen Kopfsteinpflaster-Innenhof, an Wirtshaustischen gibt’s Fränkische Würschtles oder Leberklößles-Suppe (Ursulinergasse 2, Tel. 0931-5 90 59, www.backoefele.de).

Schlafen

Zentral gelegen, in warmen Farben und ganz schlicht eingerichtet ist das City Hotel Schönleber. Theaterstr. 5, Tel. 0931-304 89 00, www.cityhotel-schoenleber.de.

Im Ghotel , einem elliptischen Glasturm, wohnt man zum Teil in dreieckigen Zimmern mit gelb-grauem Design und geräumigen Bädern.

Schweinfurter Str. 1–3, Tel. 0931-35 96 20, www.ghotel.de.

Das Hotel Grüner Baum auf der Festungsseite der Alten Mainbrücke zeigt sich im modernen Bauernstubenstil und serviert Frühstück im Gewölbekeller. Zeller Str. 35, Tel. 0931-45 06 80, www.gruener-baum-wuerzburg.de.

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