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Zum Schmökern Lesen im Urlaub: Buchtipps aus der GEO-Redaktion

Frau liest in einer Hängematte ein Buch
Wir geben Tipps, damit der Lesestoff im Urlaub nicht ausgeht
© Dudarev Mikhail/Shutterstock
Urlaubszeit ist Lesezeit! Von Sachbuch bis Roman – die GEO-Redaktion stellt ihre liebsten Bücher für die Ferien vor

Für viele gehört ein gutes Buch fest mit ins Reisegepäck. Schließlich bleibt im Urlaub genug Zeit, sich in fesselnde Romane zu vertiefen, sich bei spannenden Krimis zu gruseln oder etwas Neues zu lernen.

Wer schon auf den letzten Seiten seines aktuellen Schmökers angekommen ist, kann sich für den nächsten Urlaub inspirieren lassen. Die GEO-Redaktion stellt ihre liebsten Bücher für die Ferien vor:

"Der erste letzte Tag" von Sebastian Fitzek

Sebastian Fitzek steht wie kein anderer in Deutschland für packende Thriller. Dass er aber auch unterhaltsame Bücher ganz ohne Mord und Totschlag schreiben kann, beweist er mit seinem neuen Buch "Der erste letzte Tag". Darin geht es um Livius Reimer, der seine Ehe retten möchte. Er hat aber Pech und sein Flug von München nach Berlin wird gestrichen. Als er sich dann einen Mietwagen mit einer jungen Frau namens Lea teilt, beginnt für ihn ein ungeahntes Abenteuer, denn Lea kommt auf die Idee, den Tag so zu verbringen, als wäre es ihr letzter. So nehmen jedoch nicht nur die nächsten Stunden einen neuen Verlauf, sondern auch Livius Leben.

An diesem Buch hat mich neben der Geschichte vor allem Fitzeks Schreibstil begeistert. Er schafft es, mit seinen Wortspielen und Formulierungen jede Menge Witz unterzubringen, sodass man bei diesem Buch ständig schmunzeln oder gar laut lachen muss.

Empfohlen von Maike Frye

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"Eine kurze Geschichte der alltäglichen Dinge" von Bill Bryson

Seit wann trinken wir Kaffee? Wie sah der erste Rasenmäher aus? Wie funktionierten die ersten Toiletten? Der amerikanische Schriftsteller Bill Bryson – mit Sachbuchpreisen überschüttet – erzählt in diesem Buch, warum wir so leben, wie wir leben. Dabei bettet er die Geschichte von Alltagsgegenständen in das Zeitalter der Entdeckungsfahrten, der Kolonisation und der Industriellen Revolution ein, und springt so von unserer Besteck-Entwicklung über den Siegeszug der Elektrizität hin zur Erfindung der Beton-Bauweise.

Damit schafft dieses Büchlein einen neuen Blick auf den Alltag. Was es, trotz 600 Seiten, urlaubstauglich macht: Es ist so leichtfüßig geschrieben, dass es sich beim Lesen gar nicht wie ein Sachbuch anfühlt. Außerdem liefert Bryson Stoff für jeden Smalltalk.

Empfohlen von Manuel Opitz

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"Zu viel Glück" von Alice Munro

Leichte Unterhaltung ist es nicht, die Alice Munro in ihrem Kurzgeschichtenband "Zu viel Glück" serviert, auch wenn der Titel etwas anderes vermuten lässt. Da ist ein im Jugendalter begangener Mord, der jahrzehntelang verdrängt wird, eine Frau, die ihren gewalttätigen Ehemann in der Psychiatrie besucht, eine Witwe, die einem Verbrecher die Tür öffnet.

Trotzdem ist es eine Freude, mit der kanadischen Literaturnobelpreisträgerin in ihre Geschichten einzutauchen, die in nüchternen Worten viel erzählen und voller unerwarteter Wendungen, Perspektivwechsel und Zeitsprünge stecken – und die einen vom Pool, Strand oder Balkon direkt in ein anderes Leben katapultieren.

Empfohlen von Franziska Türk

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"Das Evangelium der Aale" von Patrick Svensson   

Der Aal ist bis heute ein Lebewesen voller Rätsel – Autor Patrick Svensson begibt sich auf die Suche nach Erkenntnissen und erzählt, was den Fisch kulturell und biologisch ausmacht.   

Warum sollte man das Buch lesen? Weil Svensson nicht nur über Wissenschaft schreibt, sondern auch über seine Kindheitserfahrungen und die gemeinsamen Angelerlebnisse mit seinem Vater. Und weil er dies mit der Natur- und Kulturgeschichte des Aals so kunstvoll verwebt, dass man gewissermaßen am Haken bleibt und weiterliest. So virtuos schräg hat noch keiner über das geheimnisvolle Tier geschrieben wie Patrick Svensson!

Empfohlen von Jörn Auf dem Kampe

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"Protest! Wie ich die Welt verändern und dabei auch Spaß haben kann" von Kirsten Brodde

Klimakrise, Corona-Pandemie und gefühlt eine Hiobs-Botschaft nach der anderen, wechseln sich in den Schlagzeilen ab. Wer angesichts solcher Nachrichten im Weltschmerz versinkt oder sich fragt: "Was kann ich schon dagegen tun?" findet im Buch von Journalistin und Aktivistin Kirsten Brodde Antworten darauf, was er oder sie selbst tun kann, wenn zum Beispiel die Bäume am Hauptbahnhof in der Heimatstadt gefällt werden sollen. Brodde zeigt die Protestkultur in all ihren Facetten und zeigt, dass es neben den klassischen Mitteln wie Demonstrationen mit Bannern und Plakaten, vor allem durch Vernetzung und das Internet viele Möglichkeiten für kreativen Protest gibt. Brodde nimmt unerfahrene Leserinnen und Leser an die Hand und zeigt, wie schon kleinere Schritte – wie das Unterzeichnen einer Petition, Gespräche mit Freunden, das Engagement in einer Umweltschutzorganisation – etwas in Bewegung bringen können.

Es macht Spaß mit Brodde eine Reise durch die Protestkultur zu machen, sich inspirieren zu lassen und zu sehen, wie viele Möglichkeiten es gibt, sich für Sachen stark zu machen, die einem am Herzen liegen. Das Buch macht Lust, loszulegen und aktiv zu werden!

Empfohlen von Rebecca Häfner

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"Die Würde ist antastbar" von Ferdinand von Schirach

Die Gedanken von Juristen faszinieren mich, denn meist ist das Recht ein ausgezeichneter Kompass, um zwischen Bauchgefühl und Vernunft zu manövrieren. Ob es darum geht, wer bei einer Pandemie zu retten ist, wenn man nicht alle retten kann. Oder um die Frage der Strafbarkeit von Containern. Argumente von Rechtsexperten helfen mir hier bei der Meinungsbildung. Das Buch "Die Würde ist antastbar" versammelt Ferdinand von Schirach Essays, die zwischen 2010 und 2013 im "Spiegel" veröffentlicht wurden.

Ich habe es vor fünf Jahren zum ersten Mal gelesen und nehme es seitdem immer wieder zur Hand – auch in diesem Sommer. Die großen moralischen Konflikte, denen Schirach sich darin widmet, haben an Aktualität nicht eingebüßt.

Empfohlen von Jan Henne

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"Herr der Krähen" von Ngugi wa Thiong'o

Ngugi wa Thiong’o entwirft in "Herr der Krähen" den fiktiven afrikanischen Staat Aburiria, dessen despotischer Herrscher das höchste Gebäude der Welt errichten möchte. Um Geld einzutreiben, ist er auf die Global Bank in New York angewiesen, muss königlich-demütig in die USA reisen, wo er erkrankt – weshalb der Herr der Krähen, ein mystischer Heiler, der hochstapelt, wo er nur kann, die Bühne betritt. Was nach einer beinahe infantilen Parabel klingen mag, ist bissige, aber feingeistige Satire. Ngugi wa Thiong’o überzeichnet nicht nur die Realität Ostafrikas, er verwebt sie dermaßen gekonnt mit magisch-fiktiven Elementen, dass die schleimtriefenden Berater mit luftballongroßen Ohren und hervorstehenden Augen auf einmal wie die echten, anzugtragenden Kleptokraten wirken, die die ganz real existierenden despotische Staaten Afrikas so oft am Laufen halten.

Am Rande der Lächerlichkeit kriechen sie hinter ihrem größenwahnsinnigen Herrscher her, dessen vollkommen inkohärente Entscheidungen an Idiotie grenzen – weshalb Lesende regelmäßig in das schallende Gelächter seines Volkes einstimmen. Dabei raubt Ngugi wa Thiong'o seinen Charakteren weder Würde noch Ernsthaftigkeit. Zu viel steht auf dem Spiel für sie, zu sehr ist ihr Handeln getrieben von (post)kolonialen Abhängigkeiten, zu existenziell sind sie gefährdet von den Dynamiken, die eine zutiefst korrupte, amoralisch handelnde Elite freisetzt. Wer "Herr der Krähen" gelesen hat, möchte alles über die Geschichte des Landes lernen, in dem Ngugi wa Thiong'o aufwuchs, an dessen Universitäten er lehrte, dessen Herrscher ihn ins Gefängnis steckten, aus dem er schlussendlich fliehen musste: Kenia.

Empfohlen von Matthias Thome

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