Metasuche Auf einen Klick das passende Ferienhaus

Was für Flüge und Hotels seit Jahren möglich ist, etabliert sich nun auch für Ferienhäuser. Anbieter wie Holidu oder Vacaleo übernehmen für die Reisenden die zeitintensive Suche nach dem passenden Feriendomizil. Ein Überblick
Auf einen Klick das passende Ferienhaus

Die Suche nach dem passenden Ferienhaus ist seit der Einführung von Metasuchen für den Markt zumindest für den Endverbaucher sehr viel einfacher geworden

Die Liste der teilnehmenden Freunde steht endlich, wohin die Reise gehen soll, ist auch beschlossene Sache. Fehlt nur noch das richtige Ferienhaus. Doch die Suche danach gleicht oft einer Doktorarbeit. Kleine und große Anbieter, Vermieter und Tourismusämter buhlen dabei mit ihrem Angebot um die Gunst der Suchenden. Jeder mit eigenem Standard an Informationen, was einen direkten Vergleich der Angebote untereinander erschwert und die Suchenden mit einem Wust an Daten und zu treffenden Entscheidungen allein lässt. Das soll sich nun ändern, denn auch für den Ferienhausmarkt entstehen dank findiger Anbieter nun Metasuchmaschinen. Auf einen Klick spucken sie von Australien bis Zypern Ferienhäuser aus, die den Suchkriterien entsprechen.

Gleich drei Start-ups haben den deutschen Markt ins Visier genommen. Namentlich Vacaleo, Holidu und HometoGo. Hinter letzterem stecken die Macher der inzwischen sehr erfolgreichen Flugmetasuche Swoodoo. Rund 25 Entwickler haben ein Jahr lang Algorithmen aufgesetzt, Daten eingespeist, ein bedienerfreundliches Frontend gebaut und HometoGo somit zur momentan größten deutschen Plattform für die Ferienhaussuche gemacht. Sie greift auf 150 Vermietungsportale mit insgesamt 2,7 Millionen Feriendomizilen zu. Vacaleo folgt mit über 1,2 Millionen Buchungsmöglichkeiten und Holidu mit rund einer Millionen Ferienhäuser. Die beiden letzteren kündigen allerdings einen Ausbau ihres Angebotes an.

Die Frage, warum es so lange gedauert hat, bis solche Portale nun auch für Ferienhäuser verfügbar sind, stellt sich durchaus. Anders als bei Hotel- oder Flugsuchen ist die dahinterstehende Technologie deutlich komplexer. Denn es gibt für jede Ferienregion zahlreiche Anbieter und Webseiten, die keine gemeinsame Schnittstelle haben. "Eine besondere Herausforderung ist daher die pure Aggregation und Normierung aller Ferienwohnungsdaten. Es gibt keine eindeutigen IDs wie bei Flügen oder Namen wie bei Hotels, wir mussten also eine Technologie entwickeln, die trotzdem funktioniert," erklärt Johannes Siebers, Mitbegründer von Holidu, den verzögerten Marktgang der Ferienhaus-Metasuchen.

Auch wenn Holidu im Grunde das Gleiche wie Vacaleo und HometoGo anbietet, und alle drei im Abstand von nur wenigen Monaten online gegangen sind, blieb der Machtkampf bisher aus. "Wir sehen die beiden anderen Portale nicht als direkte Konkurrenz, da wir uns als Suchmaschine positionieren und auch als solche wahrgenommen werden", sagt Carolin Andrise von Vacaleo. Wer sich alle drei Portale ansieht, findet durchaus kleine Unterschiede. Während Vacaleo nach Eingabe der gewünschten Destination die Häuser mit Preis und Anbieter anzeigt und dann gleich zum konkreten Angebot weiterleitet, unterstützen die anderen beiden Portale die potentiellen Bucher mit weiteren Filteroptionen und Bildern weiter bei ihrer Suche.

Nutzer von Holidu können über das eingebettete Street View-Tool von Google gleich die Lage vor der Haustür des Feriendomizils checken. "Ein weiterer Punkt, der uns von den anderen abhebt, ist die Fähigkeit, Preise für dieselbe Unterkunft von unterschiedlichen Anbietern bei uns auf der Seite zu vergleichen. Die möglichen Einsparungen sind wirklich erstaunlich, da der Markt noch so intransparent ist. Preisunterschiede von bis zu 50 Prozent sind möglich", erklärt Siebers die Chancen für das eigene Produkt und dessen Nutzer. HometoGo bietet einen ähnlichen Service und zieht gleich die Preise um die angegebenen An- und Abreisedaten mit, denn die wenigsten potentiellen Ferienhausurlauber sind auf ein Datum festgelegt und können so gegebenenfalls sparen, wenn sie zeitlich flexibel sind.

Den Service der Suchportale erhalten die Nutzer zum Nulltarif, denn die Macher verdienen an der Buchung oder der Weiterleitung auf ein konkretes Angebot - per Klick also. Und die dürften sich in Zukunft noch weiter potenzieren, denn die Ferienhausbranche erlebt gerade eine kleine Wiedergeburt. Siebers spricht bei Holidu von einem 50-prozentigen Wachstum sowohl bei den Nutzer- als auch bei den Umsatzzahlen. Galten Urlaube im Ferienhaus während der Boom-Zeiten des All-inclusive-Urlaubs als verstaubt und umständlich, verzeichnet der Ferienhausmarkt nun ein überdurchschnittliches Wachstum an Neu-Urlaubern in der Altersgruppe der 30– bis 39-Jährigen, wie die Deutsche Ferienhaus-Analyse 2015 herausgefunden hat. Einziger Nachteil: Die Suchportale sind nicht unbedingt Schnäppchenjäger, sie können nur auf die Daten zurückgreifen, die sie von den Anbietern erhalten. Wenn der Hausbesitzer auf seiner eigenen Webseite beispielsweise spezielle Konditionen anbietet, dann findet keine der Metasuchen diesen Preis. Wer also sichergehen möchte, wirklich den günstigsten Preis zu zahlen, der wird auch zukünftig länger mit der Suche nach der passenden Ferienunterkunft beschäftigt sein.

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Die Holidu-Gründer (von links): Johannes Siebers, Michael Siebers und Rasmus Porsgaard

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