Weltreise Sechs Weltreise-Irrtümer

Eine Weltreise dauert mindestens ein Jahr, kostet ein Vermögen und birgt unkalkulierbare Risiken. Warum das keineswegs so ist

Man braucht viel Zeit

Der Autor Markus Wolff trat den Beweis an, dass eine solche Reise nicht gleich ein Lebensprojekt sein muss: Für Geo Saison brach er in 24 Tagen zu sieben Orten auf – von Singapur bis New York. Der Radfahrer Carsten Janz war hingegen neun Jahre lang auf Tour.

Man braucht jede Menge Geld

Michael Wigge hat vorgemacht, dass es ohne Geld geht: mit Freundlichkeit, etwas Wahnsinn, viel Kreativität und einem Netzwerk, das Gratis-Schlafplätze auf den Gästesofas der Welt vermittelt

(z.B. www.hospitalityclub.org und www.couchsurfing.org ). Er trampte von Berlin bis an den Südpol. Was er dabei erlebte, schrieb er auf: Ohne Geld bis ans Ende der Welt, Kiepenheuer und Witsch 2010, 8,99 Euro. Auch der Australier Brian Thacker hat Sofa-Erfahrungen auf fünf Kontinenten gesammelt und darüber ein kurzweiliges Buch verfasst: CouchSurfing. Eichborn 2009, 17,95 Euro.

Leute kennenlernen ist schwer

Organisierte Ausflüge und selbst Stadtrundfahrten machen es fast unmöglich, allein zu bleiben. Wer länger an einem Ort weilt, kann im Gemeindezentrum aushelfen oder anderes Gutes tun: Das schafft Kontakte und macht glücklich.

Ich reise als Rentner um die Welt

Es geht auch früher. Eine Umfrage hat belegt, dass rund drei Viertel der Deutschen von einem Sabbatical träumen. Die wenigsten aber tun es, obwohl viele Unternehmen ihre Mitarbeiter unterstützen würden. Hilfreich ist es, die Auszeit gut zu planen, "ruhige" Monate in der Firma zu wählen, eine zuverlässige Vertretung vorzuschlagen, ein Arbeitszeitkonto einzurichten etc. Infos: www.zeitblueten.com

Ich arbeite unterwegs

Das ist unwahrscheinlich. Genug Geld verdient man nur in Ländern mit hohem Lohnniveau. Man braucht eine Arbeitserlaubnis sowie einen gefragten Beruf wie Tischler, Krankenschwester oder Klempner. Alle anderen können unterwegs Ausgaben sparen, indem sie zum Beispiel gegen Kost und Logis jobben.

Weltreisen sind gefährlich

Nur für Blauäugige, die Krankheiten, Klima und politische Verhältnisse unterschätzen. Eine Reiseroutenbesprechung mit einem Tropenarzt ist selbstverständlich Pflicht. Die Sicherheitslage kann man beim Auswärtigen Amt ( www.auswaertiges-amt.de ) oder bei Control Risks

( www.controlrisks.com ) checken; die internationale Unternehmensberatung erstellt jährlich eine Weltkarte, auf der alle Länder in fünf Risikogruppen eingeteilt sind.

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