Reisewissen Gesund reisen mit Kindern

Was hilft gegen Sonnenbrand oder Übelkeit im Auto? Wer bezahlt die Arztrechnung im Ausland? Wir beantworten zehn Fragen zur Kindergesundheit auf Reisen und geben Tipps zum Vorbeugen und Behandeln

Was gehört in die Familien-Reiseapotheke?

Desinfektionsmittel, Pflaster, schmerzstillende und fiebersenkende Mittel, Heilsalbe, Elektrolytgetränkepulver. Und Schnupfenspray, denn es erleichtert im Flugzeug den Druckausgleich.

Was lindert Reiseübelkeit?

Das beste Mittel ist Ablenkung. Auch leichte Snacks besänftigen den Magen. Wenn das nicht hilft: nachts fahren. Ärzte empfehlen Scopoderm-Pflaster. Es ist allerdings erst für Kinder ab elf Jahre zugelassen. Eltern schwören auf Ingwer-Tabletten, Cocculus-Globuli oder HOP-Akupressurbänder.

Was hilft gegen Durchfall

Elektrolytlösung aus der Apotheke stabilisiert den Salz- und Flüssigkeitshaushalt (mindestens einen halben Liter pro Tag einflößen). Man kann das Getränk auch selbst mischen: ein Liter Wasser oder Tee, sieben Teelöffel Zucker, ein Teelöffel Salz. Unbedingt zum Arzt gehen, wenn das Kind unter vier Jahre alt ist, der Durchfall länger als vier Tage dauert, Fieber, Erbrechen und Blut im Stuhl hinzukommen. Vorsicht: Perenterol oder Imodium können die Symptome verschlimmern.

Ist es riskant, mit Kindern in die Tropen zu reisen?

Babys unter sechs Monaten sollten lieber zu Hause bleiben, denn Impfstoffe gegen Gelbfieber und Cholera sind nicht für sie zugelassen. Außerdem gilt: Sogenannte Hochmalariagebiete, in denen die Krankheit gehäuft auftritt, meiden! "Malaria verläuft bei Kleinkindern oft schwer", so Nikolaus Frühwein, Arzt für Tropenmedizin in München.

Vertragen Kinder Malariaprodukte?

Ab fünf Kilo Gewicht dürfen Kinder Lariam einnehmen, ab elf Kilo auch Malarone. Doxycyclin ist für Kinder ab acht Jahre zugelassen. Da Malariatabletten bitter sind, am besten unzerkaut mit Saft schlucken oder im Mörser zerreiben und mit Marmelade vermischen. Gestillte Kinder benötigen eine eigene Prophylaxe mit Resochin, die Muttermilch bietet keinen Schutz.

Vertragen Kinder die dünne Luft in den Bergen?

"Sie werden genauso höhenkrank wie Erwachsene, aber speziell Kleinkinder können nicht symptomspezifisch klagen", sagt Thomas Küpper, Arzt vom Centrum für Reisemedizin in Düsseldorf. Die Symptome der Höhenkrankheit (Appetitlosigkeit, Unruhe, Spielunlust, Kopfweh) können bis zu 48 Stunden nach dem Anstieg auftreten. Was hilft: viel trinken, ausruhen und einen Schlafplatz unter 2000 Meter wählen.

Was tun bei Sonnenbrand?

Duftstoffarme Lotionen lindern die Hautreizung. Wenn der Körper heiß ist und sich Bläschen bilden, zum Arzt gehen. Keine dicken Cremes auftragen, das kann zu Infektionen führen.

Welche Sonnencreme schützt Babys?

"Auf zarte Haut sollte nur mineralischer Sonnenschutz, der die Sonne reflektiert", so Natalie Garcia Bartels von der Charité Berlin. "Chemische Sonnencremes empfehle ich erst für Vierjährige." Weitere Regeln: Lichtschutzfaktor über 20 wählen, auf UVA- und UVB-Filter achten, Mittagssonne meiden, Kopf und Schultern bedecken, viel trinken.

Wie findet man einen Arzt

Das Centrum für Reisemedizin nennt auf seiner Homepage Praxen und Krankenhäuser in mehr als zehn Ländern (www.crm.de). Weitere Adressen vermitteln Krankenkassen, Reiseversicherer und das Auswärtige Amt.

Wer zahlt die Rechnung?

Innerhalb Europas übernehmen gesetzliche Kassen den Beitrag, den die Behandlung hierzulande gekostet hätte. Die Differenz muss man selbst begleichen. Wer eine Auslandskrankenversicherung hat, sollte die Rechnung dort einreichen. Sie übernimmt einen höheren Satz. Auf Fernreisen zahlt ohnehin nur die Auslandskrankenversicherung. Am besten eine mit Assistance-Leistungen abschließen: Dann muss man im Ausland nichts bar bezahlen, und die Versicherung verhandelt via Hotline mit dem zuständigen Arzt.

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