Souvenirs Warum auch Null-Euro-Scheine eine Menge wert sein können

Einen offiziellen Geldwert haben Null-Euro-Scheine nicht. Unter Sammlern werden manche allerdings zu hohen Preisen gehandelt
Warum auch Null-Euro-Scheine eine Menge wert sein können

Beliebtes Souvenir: Ein Null-Euro-Schein der Stadt Koblenz

Wasserzeichen, Hologramm, Kupferfaden: Alles, was ein Geldschein haben muss, ist auf Null-Euro-Scheinen zu sehen. Inklusive Mikroschrift, Serienbuchstaben, Kontrollnummern und landestypischer Motive. Sie fühlen sich echt an und sind von der Europäischen Zentralbank (EZB) offiziell anerkannt, gelten aber trotzdem nicht als Zahlungsmittel. Der Wert ist also null. Unter Sammlern werden manche limitierten Ausgaben aber mit Preisen bis zu mehreren Hundert Euro gehandelt.

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Doch wofür sind die Scheine dann gut? Der französische Geschäftsmann Richard Faille hatte die Idee, wertloses Papiergeld drucken zu lassen. Seit April 2015 macht das eine französische Wertpapierdruckerei, die auch die französischen Euro-Noten herausgibt. Verkauft werden die »Euro-Souvenirs«, die sich optisch von echten Euro-Scheinen unterscheiden müssen, in Touristenzentren.

Seit 2016 können sie auch in Deutschland erworben werden. Zu den ersten Verkäufern im Land gehörte der Zoo Duisburg. Für drei Euro gab es einen Null-Euro-Schein mit der Abbildung von Zootieren. Schnell vergriffen waren die ersten beiden 5000er-Auflagen. Auch Erstauflagen verschiedener Städte sind meist ausverkauft und größtenteils in Sammlerhand.

Null-Euro-Scheine sehr gefragt

Auf dem ersten Null-Euro-Schein der Stadt Koblenz war das Deutsche Eck abgebildet, das Wahrzeichen der Stadt an Rhein und Mosel. Inzwischen gibt es die zweite Auflage mit dem Motiv »Festung Ehrenbreitstein«, 10 000 Stück für je drei Euro.

Frederik Wenz vom Koblenzer Stadtmarketing spricht von einem Erfolg der Null-Euro-Scheine. »Es besteht eine hohe Nachfrage. Überwiegend von Sammlern, aber auch von Touristen, die eine außergewöhnliche Erinnerung an ihren Besuch in Koblenz mitnehmen möchten.« Dazu kommen laut Wenz die Einheimischen, die eine ganz besondere Verbindung zur Stadt haben.

Dieser Beitrag stammt aus "P.M. Fragen & Antworten 04/2020". Das Heft können Sie hier bestellen.

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