Sprechende Details

Die schönsten Erinnerungen knüpfen sich oft an Kleinigkeiten, etwa an Gänseblümchen im Haar der Liebsten. Ich suche nach Motiven, die symbolhaft für besondere Momente unseres Reise stehen, gehe mit einem Weitwinkel- oder Teleobjektiv nah ran – und vertraue ganz auf die Aussagekraft des Details.

Paarweise

Es muss nicht immer das Arm-in-Arm-Selfie sein, um die Innigkeit zwischen zwei Menschen zu zeigen, die gemeinsam reisen. Viel entscheidender ist der Austausch, der zwischen meiner Freundin vor der Kamera und mir hinter der Kamera stattfindet. Sie schaut mir tief in die Augen, lacht, streckt mir ihre von Blaubeeren verfärbte Zunge aus. Dieses Foto unseres Ausflugs in ein Wäldchen bei Vosu in Estland ist für uns ein Bild der Zweisamkeit – auch wenn ich selbst gar nicht darauf zu sehen bin.

Schön einsam

Vor uns die Endlosigkeit des Meeres, um uns die Leere des Landstrichs: An der Ostsee, etwa bei Jurkalne in Lettland, sind wir oft ganz für uns allein. Um diese Augenblicke wohliger Einsamkeit festzuhalten, nutze ich die geringe Schärfe der offenen Blende. Meine Freundin wird zum Teil der Landschaft. Wichtig: Nach Möglichkeit sollte niemand sonst zu sehen sein, auch keine Einzelheiten, die auf andere hindeuten, keine Häuser, keine Fahrzeuge. Erst so wirkt die Inszenierung des Alleinseins formvollendet.

Nebendarsteller Auto

Der Landrover gibt unser Urlaubsgeschichte ihren roten Faden. Er ist ein fahrendes Symbol für das Wesentliche unser Reise: Wir sind in Bewegung, auf einem Roadtrip durch das Baltikum. Ich setze den Wagen bewusst in Szene: klein vor einem Leuchtturm, groß auf einer Fähre oder von innen mit Blick durch die Hecktür auf eine Meerenge vor der estnischen Insel Saareema. Ich muss das Auto dabei nicht immer ganz zeigen. Oft reicht es schon, es im Hintergrund anzudeuten.

Homestory

Einheimische, denen ich auf meinen Reisen begegne, fotografiere ich am liebsten bei der Arbeit – oder zuhause. In ihrer persönlichen Umgebung werden viele offener. Die Menschen zeigen im wahrsten Sinne ein anderes Gesicht. Mare Maetas ist unsere Gastgeberin auf der estnischen Insel Kihnu. Ihre Tracht, die gelbe Küchenzeile, das gestreifte Sofa und die bunten Kinderzeichnungen erzählen Geschichten aus ihrem Leben.

Der richtige Dreh

Landschaften müssen nicht immer im Querformat fotografiert werden. Ein Hochformat kann sehr erfrischend wirken – und neue Perspektiven eröffnen. Ich spiele gerne mit dem Bildaufbau. Bei der nächtlichen Szene an einer Meerenge auf der estnischen Insel Muhu fügen sich Vordergrund und Hintergrund fast schon symmetrisch aneinander: Streifen aus Schilf, Wasser und Himmel ergänzen sich, im Zentrum ein strahlender Mond. Der Blick des Betrachters kann umherwandern.

Nah ran ans Wasser

Aus Wasser wird auf Fotos oft eine Eintönige Fläche, weil man zu weit weg ist. Besser: Nah ran ans Meer. Und auf Lichtreflexe achten. Die sorgen für Lebendigkeit. 

Mit Mensch

Besser einen Menschen in der Natur fotografieren, als allein die Natur. Erst so entsteht ein Verhältnis, eine Beziehung - und eine Emotion

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