Infektionskrankheit West-Nil-Virus breitet sich nach Norden aus: Jetzt gibt es den ersten Fall aus Deutschland

Das afrikanische West-Nil-Virus breitet sich in Teilen Europas aus. Auch beliebte Urlaubsregionen wie die Adria in Italien sind betroffen. Mediziner raten: Mückenschutz beachten
Mücke saugt Blut

Das West-Nil-Virus wurde bereits bei Dutzenden Stechmückenarten nachgewiesen, vor allem bei solchen der "Culex"-Gattung

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Welche Regionen sind besonders vom West-Nil-Virus betroffen?
West-Nil-Virus: Übertragung, Symptome und Schutz

In mehreren Süd- und Südosteuropäischen Ländern gibt es vermehrt Infektionen mit dem afrikanischen West-Nil-Virus, auch als West-Nil-Fieber bekannt. Das Europäische Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) registrierte bislang 1317 Fälle der Infektionskrankheit innerhalb der EU. Die meisten Infektionen gab es demnach in Serbien, Griechenland und Rumänien. Normal sind nur rund 200 Ansteckungsfälle pro Jahr.

Offenbar breitet sich das Virus auch Richtung Norden aus: Jetzt wurde der erste Fall aus Deutschland bekannt. Es handelt sich um einen Tierarzt, der sich offenbar bei der Behandlung eines infizierten Bartkauzes angesteckt hatte.

Welche Regionen sind besonders vom West-Nil-Virus betroffen?

In Italien wurden 2018 bislang 495 Erkrankungen registriert, meldet das ECDC. Griechenland rangiert mit 283 Fällen auf Platz zwei, Rumänien mit 256 Fällen auf Platz drei. Außerhalb der EU gab es bislang die meisten Ansteckungen (350) in Serbien.

In der EU und ihren Nachbarstaaten gab es demnach bislang insgesamt 142 Todesfälle durch das West-Nil-Virus. Die meisten davon (36) in Italien.

West-Nil-Virus: Übertragung, Symptome und Schutz

Das West-Nil-Virus wird durch Stechmücken übertragen. Zumeist sind infizierte Vögel die Wirte.

In den meisten Fällen bleibt die Infektion unbemerkt. West-Nil-Virus-Infektionen verlaufen laut dem Robert-Koch-Institut zu einem großen Teil ohne Symptome (ca. 80 Prozent), ca. 20 Prozent jedoch als fieberhafte Erkrankung mit Kopfschmerzen und Gliederschmerzen. Insbesondere bei älteren und immunschwachen Patienten können  Komplikationen auftreten - im schlimmsten Fall mit Todesfolge.

Zur Vorbeugung raten Mediziner zu einem konsequenten Schutz vor Mückenstichen durch entsprechende Kleidung und Insektenschutzmittel. In Deutschland ist die Wahrscheinlichkeit sich zu infizieren wegen der fortgeschrittenen Jahreszeit sehr gering. Aufpassen müssen allerdings Reisende in Serbien, Griechenland und Rumänien. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, hier lange Kleidung zu tragen und Mückenspray zu verwenden. Während der Dämmerung, wenn die Mücken besonders aktiv sind, sollten Urlauber lieber im Haus bleiben.

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