Abtauchen

»Unsere schönsten Urlaubserlebnisse haben meist mit Wasser zu tun«, sagt der Fotograf Hauke Dressler. »Für Fotos beim Schwimmen und Tauchen braucht man keine teure Ausrüstung: Mit einer speziellen wasserdichten Tasche aus Plastik, die man an der Frontlinse befestigt, wird jede Kamera tauchfähig. Solche Hüllen gibt es auch für Smartphones. Möchte ich das Geschehen über und unter Wasser in einem Splitlevel-Foto zeigen, brauche ich eine möglichst große Frontlinse. Damit kann ich das Bild leichter an der Wasserlinie teilen, wie hier vor Sifnos.«

Die Gruppe inszenieren

»Stellt euch mal hin, Papa will ein Foto machen … Da hat keiner Lust drauf. Deshalb versuche ich, statt alle starr fürs Foto aufzureihen, das Erlebnis und unseren Zusammenhalt zu zeigen, wofür jeder sich eine Pose überlegen kann. Die alten Fischerhäuser im Hafen von Milos (rechts) bieten die ideale Kulisse dafür. Auf der Mole halten (fast) alle gemeinsam die untergehende Sonne fest – und damit auch unseren besonderen Familienmoment.«

Nähe erzeugen

»Unschärfen können bestimmte Details eines Bildes in den Hintergrund treten lassen. Alles andere wird dann ganz automatisch betont. Eine porträtierte Person – wie hier meine Tochter Lotta vor einer Hauswand in Kastro auf Milos – wirkt sofort präsenter, wenn das Dorf hinter ihr verschwimmt. Für diesen Effekt öffne ich die Blende, um eine geringere Tiefenschärfe zu erhalten, und fokussiere auf das gewünschte Detail. Das lenkt den Blick und erzeugt authentische Nähe. Auch einen Gegenstand, der exemplarisch für die Reise steht, könnte man so in Szene setzen.«

»Die Kinder beim Sprung in unsere liebste Badebucht auf Milos, ...

...meine Tochter auf den windumtosten Klippen des Klosters von Kastro – natürlich dürfen Fotos vom Urlaubsort nicht fehlen. Ein, zwei klassische Aufnahmen reichen mir aber. Auf allen anderen Bildern deute ich den Ort nur noch an. Dafür nehme ich einen weiten Winkel, lasse meinen Blick schweifen und suche Einzelheiten, die ich hervorheben kann.«

Die Strahlkraft dosieren

»Gerade bei Aufnahmen in der grellen Mittagssonne im Hochsommer treffen über- und unterbelichtete Flächen aufeinander. Auf diesem Bild musste ich das dunkle Haar meiner Tochter Molin und die leuchtenden Fassaden der Häuser bei der Nachbearbeitung in Einklang bringen. Die größten Möglichkeiten bietet mir dabei das Rohdateiformat (Raw), da es wesentlich mehr Bildinformationen speichert als ein einfaches JPEG. Ein Raw kann mittlerweile jedes Smartphone erzeugen.«

Momente spiegeln

»Das Sonnenlicht strahlt hier direkt aufs Fenster unseres Ausflugsbootes und sorgt für Spiegelungen. Nur der Schattenwurf meines Objektivs lässt das Innere der Kabine erkennen, alles drum herum wird reflektiert. Auf der Scheibe ist der Mast zu sehen, ich selbst spiegele mich in der Sonnenbrille von Jakob, Molin lenkt und lacht hinter ihm. Das Bild bekommt mehrere Ebenen. Ausdrücklich erwünscht sind kleine Makel wie die Schlieren auf dem Glas. Sie geben dem Foto etwas Unverfälschtes; die Situation wirkt spontan.«

Selfies? Na klar!

»Ich habe einen sicheren Weg gefunden, meine Kinder vor die Kamera zu bekommen: Bei der Aussicht auf neue Bilder für ihre Instagram-Accounts posieren sie plötzlich ganz begeistert für mich«, sagt Hauke Dressler, hier zu sehen mit seiner Tochter Lotta. »Der Hype um Selfies ist für mich die Chance, schöne Fotos von meiner Familie zu machen – spontanes, humorvolles einzufangen.« Der zweite Teil unserer Fotoschule erscheint am 10. Oktober. Darin gibt Hauke Dressler Tipps zum Thema "Naturtrip ins Baltikum – eine Reise als Paar dokumentieren"

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