Kreuzfahrt TUI fährt Färöer nicht mehr an – steckt Udo Lindenberg dahinter?

Udo Lindenberg lässt in einem Facebookpost verlauten, dass hinter dem geplanten Anlaufstopp der Färöer-Inseln ab 2019 Tierschutzgründe stecken, TUI Cruises wiegelt allerdings ab

Die Färöer-Insel gelten als wild, skandinavisch schön und wecken aufgrund ihrer abgeschiedenen Lage bei vielen Menschen den Entdeckergeist. Andere wiederum sind entsetzt, wie man die Inselgruppe im Nordatlantik als potenzielles Reiseziel auswählen könne, würden hier doch Jahr für Jahr Tausende Grindwale auf grausame Art getötet – der Tradition wegen. Dieses Unverständnis bekam auch Sänger Udo Lindenberg zu spüren, der mit seiner Kreuzfahrt-Tour „Rockliner 5“ im September 2017 an den Färöer gastierte. Es folgte ein Shitstorm auf Facebook, den der Sänger sich zu Herzen nahm. Er versprach mit TUI Cruises, auf deren "Mein Schiff 3" seine Tour stattfand, ins Gespräch zu gehen.

Ende Oktober dann das erste Update des Sängers auf Facebook. Man wolle mit den Einheimischen in einen Dialog gehen, anstatt die Destination zu boykottieren. Sollte das nichts bringen, könne man sich Letzteren ab 2020 vorstellen.

Vor wenigen Tagen verkündete Udo Lindenberg nun die erfreuliche Nachricht, dass kein Schiff der TUI ab 2019 mehr die Färöer anlaufen wird. Der Wortlaut des Postings lässt vermuten, dass diese Entscheidung aufgrund der fraglichen Walfangmethoden getroffen wurde. Die Tierschützer unter Udos Fans sind hellauf begeistert und überhäufen den Sänger mit Dankeskommentaren für sein Engagement.

Andere Gründe für Anlaufstopp

Der Kreuzfahrtveranstalter TUI Cruises lässt auf Nachfrage allerdings verlauten, dass die Färöer-Inseln aus einem anderen Grund vom Fahrplan verschwunden sind. „Mit dem Sommerfahrplan 2019 kommen wir bei den Island-Fahrten den Wünschen unserer Gäste nach mehr Vielfalt nach“, heißt es in der offiziellen Stellungnahme. Statt die Färöer anzulaufen, sei ein weiterer Seetag geplant, oder alternative Stopps im norwegischen Stavanger oder schottischen Invergordon. Ist bei der Wahl der alternativen Stopps vielleicht schon der nächste Shitstorm für Udo Lindenberg vorprogrammiert? Schließlich zählt Norwegen neben Japan zu den größten Walfangnationen und auch in Island ist die Jagd von Finnwalen offiziell erlaubt.

TUI Cruises stand in der Vergangenheit bereits mehrfach in der Kritik, da sie die Färöer ungeachtet der Proteste weiterhin anfuhren. Auch dazu hat man in der Hamburger Zentrale eine klare Meinung: „Wir waren – und sind es auch weiterhin – der Meinung, dass ein Boykott der Färöer-Inseln, nicht dazu beitragen wird, dass dort mit der blutigen, jahrhundertealten Tradition des Walfangs gebrochen wird. Hierfür ist in unseren Augen eine Aufklärung der Bevölkerung vor Ort viel entscheidender.“ Auch die Gäste würden in den betreffenden Ländern vor Ort mit Flyern an Bord über den Walfang aufgeklärt und könnten selbst entscheiden, wie sie damit umgehen wollen.

GEO Reise-Newsletter
Aktuelle GEO-Magazine
<< zurück >> vor
nach oben