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Routen in Deutschland Keep rollin‘! Fünf Motorradtouren fürs Wochenende

Es muss nicht immer die Grand Tour sein – lieber mal raus zum Wochenende! Motorradjournalist Jochen Vorfelder empfiehlt in der aktuellen WALDEN-Ausgabe fünf Mittelstrecken von Harz bis Oberbayern, die ihr inklusive Anfahrt locker in zwei Bike-Tagen abrollt. Hier könnt ihr die Routen in Google Maps herunterladen
Motorradtour Deutschland

Kurvenkratzen für Nordlichter

Als nördlichstes Mittelgebirge bietet der Harz ein paar kurvige Strecken und rund um den Brocken ziemlich knackige Asphalt­pisten. Unsere Harz-Tour beginnt im niedersächsischen Goslar, führt über die B 498 und den Okerstausee nach Altenau und weiter in den Südharz nach Bad Lauterberg. Über Braunlage cruisen wir nach Sachsen-Anhalt und Hasselfelde. Wer andere Biker treffen will, legt einen schnellen Abstecher weiter südlich nach Thüringen zum Kyffhäuser ein. Über den Oberharz und Schierke – mit Zugang zum Brocken – geht es in einer weiten Kurve über Bad Harzburg zurück nach Goslar. Achtung: Der Harz ist nicht nur bei Motorradfahrern, sondern auch bei den Herren mit den Laserpistolen schwer beliebt.  

Start und Ziel: Goslar 
Fahrstrecke: 300 km

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Im Tal der Täler

Wenn die Sonne auch nur ansatzweise Schatten wirft, dann München den Rücken kehren und über Landstraßen Richtung Garmisch-Partenkirchen rollen! Von Bad Tölz führt die Route zum Schliersee, Tegernsee und Kreuth nach Süden und kurz nach Österreich. Über die B 307 und den Sylvensteinstausee gelangen wir nach Vorderriß und folgen dem Isartal und der privaten Mautstraße bis nach Walgau. Diese Isar-Strecke ist für mich eine der schönsten in Bayern – einfach mal einen schnellen Abzweig wagen und das Rißbachtal in Richtung Österreich erkunden, den Schnee auf den Karwendelgipfeln bestaunen, in der „Kaiserhütte“ oder im „Gasthof Post Vorderriß“ einkehren. 

Start und Ziel: Bad Tölz  
Fahrstrecke 350 km 

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Räubern im Spessart

Raus aus dem Rhein-Main-Gebiet: Rauf auf die A 3, an Aschaffenburg vorbei und dann an der Ausfahrt Weibersbrunn abfahren. Auf der Strecke zwischen Lohr und Markt­heidenfeld erwartet uns Entspannung pur; hier könnte Stan Nadolny „Die Entdeckung der Langsamkeit“ ge­schrie­ben haben. Anderseits verstecken sich in den Wäldern zwischen Hösbach, Obersinn, Hammelburg, Karlstadt und Wertheim die schnellsten Seitenstraßen der Republik. Allein das Stück zwischen Bischborner Hof und Lichtenau und das Kurvengeschlängel entlang des Hafenlohrtals sind die Anfahrt definitiv wert.  

Start und Ziel: Weibersbrunn  
Fahrstrecke: 300 km 

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Im Wald von Kakeldütt

Ab Fürstenberg dünnt die Berliner Datschenkarawane, die jedes Wochenende über die B 96 nach Norden zieht, ziemlich aus. Hier ist die Zeit stehen geblieben, zumindest verkehrstechnisch. Rund um den Müritz-Nationalpark gibt es noch Sandwege und Kopfsteinpflaster aus DDR-Zeiten. Und, nein, niemand hat an den Agrarwegen und Waldalleen die „Durchfahrt verboten“-Schilder abmontiert – sie wurden einfach nie aufgestellt. Endurofahrer schätzen besonders die Gegend zwischen Neustrelitz und Hasselförde; Kanuten treibt es mehr in Dörfer um Kakeldütt nördlich von Mirow. Als Stopps zur Einkehr – auch im über­tragenen Sinne – empfehle ich das Hans-Fallada-Haus in Carwitz und die KZ-Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück nahe Fürstenberg. 

Start und Ziel: Boitzenburg  
Fahrstrecke: 300 km 

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Durch Odenwald und Kraichgau

Von Heidelberg aus geht es zuerst  nach Schriesheim und in den Odenwald – Waldmichelbach ist der nördlichste Punkt, bevor die Route über die historische Neckarhäuser Fähre führt. Nach einem kurzen Abstecher nach Hessen und Amorbach ziehen wir in einer weiten Schleife über Buchen und Mosbach rein in den  Kraichgau.  Hoch oben auf dem Königstuhl wartet ein fulminanter Ausblick über Heidelberg und die Rheinebene auf uns. Die Distanzen sind zwar kaum erwähnenswert, aber im Zickzack über die Dörfer ist man gut einen Tag unterwegs.  

Start und Ziel: Heidelberg  
Fahrstrecke: 250 km 

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