Endhaltestelle Natur Sieben Ausflüge ins Grüne, die sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen lassen

Warum in die Ferne schweifen? Wer ohne eigenes Auto ins Grüne will, kann einfach von Endhaltestelle zu Endhaltestelle wandern. Sieben Vorschläge für Tagesausflüge an kurzen und langen Wochenenden
S-Bahn Stuttgart

Raus ins Grüne mit der S-Bahn - hier zwischen Rapsfeld und Herrenberg bei Stuttgart

Das verlängerte Wochenende steht vor der Tür, die Wetterprognosen versprechen lupenreinen blauen Himmel, Sonne satt und frühsommerliche Temperaturen? Was läge da näher, als die Wanderschuhe zu wachsen und sich in die erblühende Natur zu wagen?

Über Wochenenden und an Feiertagen ist allerdings gefühlt die ganze Republik auf der Autobahn – und selbst Züge platzen aus allen Nähten. Doch es gibt eine entspannte und dazu noch kostengünstige Variante: U- und S-Bahn nämlich. Der Vorteil: Von Endhaltestelle zu Endhaltestelle lassen sich oft verblüffend schöne Wanderungen unternehmen, und die An- und Abreise ist unschlagbar flink und günstig. Oft lassen sich auch Fahrräder mitnehmen. Das erhöht die Flexibilität vor Ort.

Alles, was Sie brauchen, ist ein Streckenplan der städtischen Verkehrsbetriebe, eine Karten-App und/oder ein Stadtplan mit eingezeichneten Wanderrouten. Sie können sich die Routen natürlich auch nach Lust und Laune individuell zusammenstellen. Für Hamburg etwa gibt es einen Wanderführer, "Ab ins Grüne", der genau solche Tagestouren vorstellt: 71 Ausflüge, die allesamt an einer Haltestelle des Hamburger Verkehrsverbunds (HVV) beginnen und enden. Und auch die Berliner S-Bahnen verweisen auf ihrer Website auf Ausflugsmöglichkeiten, die sich per Stadtbahn erreichen lassen.

Wir stellen je eine ÖPNV-Wander-Kombitour aus sieben deutschen Städten vor.

1. Hamburg: Mit der U1 in den Wohldorfer Wald

Mit der blauen HVV-Linie U1 fährt man vom Hauptbahnhof in etwas mehr als einer halben Stunde bis zur Endhaltestelle Ohlstedt. Und steht schon fast im Wald. Wandermöglichkeiten von nur mal kurz frische Luft schnappen bis Tageswanderung gibt es hier unbegrenzt. Auf einer knapp dreistündigen Wanderung lässt sich beispielsweise ein großer Teil des Wohldorfer Waldes erkunden. Zurück geht es wieder mit der U1. Im Süden der Hansestadt lockt die Fischbeker Heide zum Wandern über große Heideflächen, durch Wald und Binnendünen.

2. Berlin: Landidylle am Tegeler Fließ

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) stellen auf ihrer Homepage gleich zwölf Touren vor, deren Start- und Zielpunkte sich mit Bussen und Bahnen erreichen lassen. Eine von ihnen entführt gestresste Großstädter in die Idylle entlang des Tegeler Fließes. Die Wanderung startet im letzten intakten Dorf Berlins: Alt-Lübars (Bus 222 von und nach Alt-Tegel). Danach windet sie sich entlang des Flüsschens durch eine der schönsten Naturlandschaften Berlins. Zurück geht es mit der U6 ab Alt-Tegel. Unterwegs lässt sich die Tour beliebig abkürzen. Sie verläuft nämlich parallel zur Route des Busses 222.

3. München: Mit der S2 in den Nordwesten

Gleich 41 Touren listet die Seite muenchen-linse.de. Und bietet dabei auch noch die Möglichkeit, nach MVV-Linie und Länge der Wanderung zu filtern. Viel Abwechslung bietet etwa eine sonnenverwöhnte, dreieinhalbstündige Wanderung von Röhrmoos (S2) über Mariabrunn und Ampermoching nach Dachau. Zurück geht es ab dem Bahnhof Dachau – wieder mit der S2.

4. Köln: In den Wald mit der Straßenbahn

Die Linie 9 der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) bringt Wanderlustige direkt in den Königsforst. Das 3000 Hektar große Waldgebiet im Osten Kölns grenzt direkt an die Wahner Heide – und bildet so einen riesigen Abenteuerspielplatz für Naturhungrige: einen der größten Naturschutzkomplexe Nordrhein-Westfalens. Die Website des Gebiets bietet Informationen und Vorschläge für Wanderungen durch den Königsforst und die Wahner Heide. Weitere Tourenideen hat der Kölner Stadtanzeiger.

5. Dresden: Mit der Straßenbahnlinie 7 in den Zschonergrund

Wer die Frauenkirche schon gesehen hat und eine Auszeit im Grünen braucht, der kann sich auch in der Hauptstadt Sachsens auf den öffentlichen Nahverkehr verlassen. Ein lohnendes Ziel ist etwa der Zschonergrund. Das Naturschutzgebiet wartet mit Steilhängen, bunten Wiesen und Streuobstwiesen auf – und ist schon seit 1900 ein beliebtes Ausflugsziel im Westen der Stadt. Weitere Ideen für schnelle Fluchten ins Grüne haben die Dresdner Verkehrsbetriebe.

6. Frankfurt: Von der City zum Römerkastell

Im Nordwesten der Mainmetropole erhebt sich der Taunus mit dem weithin sichtbaren, 879 Meter hohen Großen Feldberg: Ein perfektes Ausflugsziel für Radler und Wanderer aus der ganzen Rhein-Main-Region. Für konkrete Touren hat der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) Vorschläge zusammengestellt, deren Start und Ziel bequem mit der Bahn erreichbar sind - inklusive Karten und Wegbeschreibungen. Die Route 1 durch den südlichen Hochtaunus etwa verläuft vom Usinger Bahnhof über das Freiluftmuseum Hessenpark und das Römerkastell Saalburg bis nach Bad Homburg.

7. Stuttgart: Weinselige Runde durch das Remstal

Über 215 Kilometer windet sich der neu eingerichtete RemstalWeg durch Weinberge, Wälder, Streuobstwiesen und historische Städtchen. Start- und Zielpunkt der idyllischen Runde liegen - keine halbe Stunde vom Stuttgarter Hauptbahnhof entfernt - in Fellbach und in Remseck am Neckar. Zahllose weitere Tourenvorschläge hat der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS).

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