Havasu Creek, USA

Rund vier Autostunden von Las Vegas entfernt, im Herzen des Grand-Canyon-Nationalparks liegt einer der wohl entlegensten Orte in den USA: Supai nennt sich der 200-Seelen-Ort, der trotz seiner weltberühmten Umgebung fast völlig von der Außenwelt isoliert ist. Neben rostroten Felsen und Maultieren, die hier gelegentlich die Post austragen, sind es vor allem die tosenden Wasserfälle und strahlend blaue Lagunen des Havasu Creek, die den Ort auch für Aktivurlauber interessant machen. Wer die blaue Oase im Herzen des Grand Canyon besichtigen will, muss vorerst eine kräftezehrende Wanderung bewältigen. Der Trail führt auf rund 34 Kilometer über Geröllpisten an steilen Sandsteinwänden vorbei immer tiefer in den Canyon hinein. Insgesamt legen Besucher hier rund 1200 Höhenmeter zurück, um sich schließlich im türkisblauen Wasser der Havasupai Falls abzukühlen

Choquequirao, Peru

Choquequirao ist eine nahezu vergessene Inka-Stätte im peruanischen Dschungel. Die Ruinen der einstigen Stadt liegen nur rund 30 Kilometer Luftlinie von dem großen Bruder Machu Picchu entfernt und empfängt trotzdem nur einen Bruchteil seiner Besucher. Das hängt größtenteils damit zusammen, dass Urlaubern hier anstelle von Bussen und Zügen ein zweitägiger Fußmarsch durch einen der tiefsten Canyons der Welt bevorsteht. Wer den Treck antritt, folgt den Spuren eines vergessenen Inka-Stammes, die hier einst in einer schwindelerregenden Höhe von 3085 Metern ihre Stadt errichteten. Angekommen bieten die Ruinen Choquequiraos einen atemberaubenden Blick auf die Anden, ihre dramatischen Klippen, die unberührte Natur und die Kultur der Inka.

Taktsang Monastery, Bhutan

Taktsang, übersetzt „Tigernest“, bezeichnet einen buddhistischen Tempelkomplex im Westen des Königreichs Bhutan, der in rund 3000 Meter über dem Meeresspiegel in eine Felswand des Himalayagebirges geschlagen wurde. Errichtet wurde das Kloster bereits im Jahre 1692 und der Aufstieg ist seit jeher an eine beschwerliche Wanderung geknüpft. Doch nicht nur die spannende Historie des Tempels, sondern insbesondere die spektakuläre Aussicht veranlassen Menschen immer wieder dazu diese Strapazen auf sich nehmen. Wer die rund fünfstündige Wanderung antritt, wird von Tränenkiefern, blühenden Rhododendren und farbenfrohen Gebetsfahnen begleitet

Lion’s Head, Südafrika

Wer die einmalige Lage von Kapstadt begreifen möchte, schaut sich die Metropole am besten von oben an. Erste Wahl dafür ist für viele der Tafelberg. Doch auf dem karstigen Plateau kann es schnell voll werden, denn der Tafelberg lässt sich nicht nur erwandern, sondern auch per Seilbahn bequem erreichen. Den Lion's Head hingegen muss man sich erwandern und das schlägt sich in den geringeren Besucherzahlen nieder. Ein staubiger Wanderpfad schlängelt sich der kegelförmigen Spitze entgegen. Immer wieder bietet sich eine beeindruckende Aussicht in alle Himmelsrichtungen. Unser Favorit: Camps Bay und die Zwölf Apostel – jene Bergkette zu der auch der Tafelberg zählt. Fynbos und Wildblumen säumen anfänglich noch den Weg. Doch die letzten Höhenmeter geht es über kargen Fels, teils an Klettersteigen und Seilen der umwehten Spitze entgegen. Von hier aus bietet sich nicht nur ein toller Blick auf die Silhouetten der Stadt, sondern auch auf ihr Wahrzeichen – den Tafelberg.

Ciudad Perdida, Kolumbien

Wer die „verlorene Stadt“ Ciudad Perdida erreicht, kann guten Gewissens von sich behaupten, er habe einen kräftezehrenden Tribut dafür bezahlt. Der Weg zu den kolumbianischen Felsruinen führt vorbei an steilen Klippen, matschigen Steilhängen, über klapprige Hängebrücken und durch Flüsse. Der tropische Regenwald Kolumbiens hat schließlich einiges an Abenteuer zu bieten. Doch warum nehmen Urlauber diese Strapazen in Kauf und wählen eine mehrtägige Tour durch die kolumbianischen Tropen? Wer erst einmal auf dem Bergplateau in 1200 Meter Höhe steht und über die grünen Berge der Sierra Nevada blickt, wird diesen spektakulären Anblick nie vergessen. Hier werden Besucher zu Zeugen einer Stadt, die einst im Dschungel verschollen war, und jetzt wieder auferstanden ist

Knoydart Peninsula, Schottland

Laut dem Guinness-Buch der Rekorde liegt „der abgeschiedenste Pub auf dem britischem Festland“ mit seinen preisgekrönten Ales und frischen Wildgerichten auf der schottischen Halbinsel Knoydart. Wer die regionalen Delikatessen erleben will und auf dem Weg dorthin spektakuläre Einblicke in die schottischen Highlands sucht, der sollte Ausdauer und gutes Schuhwerk mitbringen. Neben Hochlandrindern und weiten Hügellandschaften finden Wanderer hier insbesondere eins: Ruhe. Denn von Menschen und Handyempfang gibt es hier weit und breit keine Spur. Für den Fußmarsch von Kinloch Horn brauchen Aktivurlauber rund zwei Tage bis zu dem 120-Seelen-Dorf Inverie mit dem Rekord-Pub „The Old Forge“

Philopapposhügel, Athen

Für die meisten Urlauber gehört zu einem Besucher der griechischen Hauptstadt auch ein Besuch der antiken Akropolis. Oben angekommen schweift der Blick unvermeidlich auf den gegenüberliegenden Berg im Süden der Stadt, der ganz ohne Touristenbusse und lange Schlangen an den Eingangstoren auskommt: Der Philopapposhügel. Bereits in der Antike war der 147 Meter hohe Berg als Musenhügel bekannt, seit Jahrtausenden thront dort das Grab des römischen Philopappo. Besucher, die die steilen Hänge und holprigen Trampelpfade bewältigen, werden mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt, die bis zum Meer reicht. Besonders schön ist es hier in den Abendstunden, wenn die Akropolis bereits beleuchtet ist, und die letzten Sonnenstrahlen über die Dächer Athens glimmen

The Wild Wall, China

Die Chinesische Mauer gilt als eines der monumentalsten Bauwerke der Menschheitsgeschichte und ist Jahr für Jahr das Ziel von Hundertausenden. Und obwohl ein Großteil der Chinesischen Mauer für Touristen gut erschlossen ist, gibt es einen Teilbereich rund 60 Kilometer vor Beijing, der deutlich weniger frequentiert ist. Grund dafür: Der elf Kilometer lange Abschnitt der sogenannten „wilden Mauer“ wurde bislang nicht restauriert. Hier laufen Besucher auf Gesteinsschutt von vor Tausenden von Jahren, während die Natur die meisten Überreste der Mauer vereinnahmt hat, dafür erleben sie das architektonische Wunderwerk fernab der Massen

Credit: Ronnie Macdonald/Flickr/CC BY 2.0

Trolltunga, Norwegen

1100 Meter über dem Meeresspiegel ragt ein Steinplateau horizontal über dem Ringedalsvatnet-Stausee in Norwegen – fast so als würde ein frecher Troll seine steinerne Zunge rausstrecken. Das Panorama der „Trolltunga“ ist einmalig: Schroffe Klippen säumen das Seeufer, während die Sonnenstrahlen vereinzelt durch die Wolkendecke brechen. Doch wer die sogenannte Trollzunge erklimmen will, sollte schwindelfrei sein und über eine gute Ausdauer verfügen, schließlich führt der einzige Weg zum Plateau auf elf Kilometern durch die schroffe Gebirgslandschaft Norwegens. Erfahrene Wanderer brauchen für den Hin- und Rückweg rund acht Stunden. Ausgangsort für die Tagestour ist die verschlafene Ortschaft Skjeggedal

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