Kirchsee, Sachsenkam

Am Fuße des Klosters Reutberg erstreckt sich mitten in einer naturgeschützten Moorlandschaft der Kirchsee. Baden darf man hier nur in gekennzeichneten Bereichen: Das neu angelegte Areal am östlichen Nordufer bietet neben Liegeflächen auch einen wunderschönen Blick auf die Alpen. Zwei Holzstege führen in den See – wer keinen Kopfsprung wagen will, nimmt die Leiter ins Wasser. Seinen Hunger stillt man an schönen Tagen in einem kleinen Café in der Nähe. Läuft man von hier aus weiter bis an die Spitze des Westufers, gelangt man zu einer ruhigen, grasbewachsenen Bucht. Am Südufer versteckt sich eine weitere Badestelle, die vom Kloster Reutberg nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar ist.

Sylvensteinsee, Lenggries

Zwischen Vorkarwendel- und Karwendelgebirge liegt ein kleines Stück Skandinavien: Wie ein Fjord breitet sich dort der Sylvensteinspeicher aus. In den Fünfzigerjahren ließ man den Stausee zum Hochwasserschutz bauen, heute ist er vor allem wegen seines klaren Wassers beliebt. Auch wenn der Bergsee künstlich angelegt wurde, sorgen die zum Teil wilden Ufer für eine einmalige Naturkulisse. Größere Badestellen finden sich nördlich und südwestlich des kleinen Dorfs Fall, das für den Bau des Stausees verlegt wurde. An Kiesstränden mit Liegewiesen lässt man den Blick über das türkis-blaue Wasser und das atemberaubenden Bergpanorama schweifen. Beim Wandern am Ufer stößt man auf viele kleine Badestellen, die zum Verweilen einladen. Wer mit dem Rad anreist, hat Glück: Der Isartalradweg und die Via Bavarica Tyrolensis, die Bayern und Tirol verbindet, führen direkt bis ans Ufer. Ganz in der Nähe führt eine Mautstraße entlang der Isar nach Wallgau. Auf der etwa zwölf Kilometer langen Strecke kann man immer wieder anhalten, direkt am Fluss picknicken und baden.

Grubsee, Iffeldorf

Vom Südufer des Barmsees ist der kleine Grubsee nur einen kurzen Spaziergang entfernt. 1934 wurde hier eine Badeanstalt eröffnet, deren Tradition das „Badeparadies“ fortführt: Ob Wasserrutsche, Sprungbrett oder Badeinsel – hier kommen alle Gäste auf ihre Kosten. Während die Kleinen in Kinderbecken plantschen, ziehen die Eltern im klaren Wasser ihre Bahnen. Vom Hügel am Nordufer aus hat man den schönsten Blick über den See. Geht man weiter Richtung Westen, gelangt man zu einem kleinen Holzsteg, wo es an heißen Tagen etwas ruhiger zugeht. Wer mit dem Rad unterwegs ist, den führt der Isarradweg fast direkt bis ans Wasser.

Walchensee, Kochel am See

Der Walchensee ist einer der größten und tiefsten Alpenseen Deutschlands. Sein türkis-grünes Wasser mit Sichttiefen von bis zu 10 Metern liefert im Zusammenspiel mit den bayerischen Voralpen ein einmaliges Panorama. Auch wenn die Wassertemperaturen im Sommer selten über 22 Grad klettern, muss man hier einfach abtauchen. Besonders Aktivurlauber fühlen sich am Walchensee wohl: Tauchen, Segeln, Angeln und Surfen stehen hier auf dem Programm. In Einsiedl, einer kleinen Ortschaft am südlichen Westufer, kann man es sich auf einer Wiese bequem machen und Boote ausleihen. Kitesurfer starten von einem eigenen Strand in der Nähe. Viele naturbelassene Badestellen befinden sich am Südufer, das nur über eine kostenpflichtige Privatstraße erreichbar ist. Auch am Ostufer gibt es Badestellen, die von Wind- und Kitesurfern als Startpunkt genutzt werden. Für einen schönen Blick über den See empfiehlt sich eine Wanderung auf den Jochberg (ca. 3 1/2 Stunden) oder den Herzogstand (ca. 4 Stunden), dessen Gipfel auch bequem mit der Bergbahn zu erreichen ist.

Heiglweiher, Haimhausen

Der Heiglweiher zwischen Haimhausen und Amperpettenbach ist ein echter Geheimtipp: Umgeben von weiten Feldern und einem kleinen Eichenwald kommen Naturliebhaber auf ihre Kosten. Eine großzügige Liegewiese lädt am Nordufer zum Ausspannen ein. Wer sich genug gesonnt hat, breitet sein Handtuch im Schatten der hohen Bäume aus. Über einen Holzsteg gelangt man ins Wasser – alle, die nicht mit einem Köpfer in den See eintauchen wollen, nehmen die Leiter. Im Süden des Westufers warten eine schmale Rasenfläche und ein flach abfallender Strand auf die Badegäste. Wer sich an sonnigen Tagen etwas mehr Ruhe wünscht, versucht es am Holzsteg am Südufer. Mit etwas Glück entdeckt man zwischen den Seerosen Silberreiher beim Nestbau.

Isar, München

Auch wenn die Isar als Ziel in einem Seenführer eigentlich deplatziert ist, darf sie hier nicht fehlen: Für viele Münchener ist der Fluss die erste und bequemste Anlaufstelle, sobald die Temperaturen steigen. Wer nicht nur kurz in der Mittagspause abtauchen will, verbringt den ganzen Tag an den Isar-Ufern – aber Achtung: Baden ist nicht überall erlaubt. Große Liegewiesen finden sich beispielsweise am südlichen Ufer zwischen Wittelsbacherbrücke und Corneliusbrücke in den Frühlingsanlagen. Wer lieber auf Kies liegen möchte, findet am Flaucher oder südlich der Praterinsel je nach Wasserstand ein Plätzchen. Die meisten Badestellen erreicht man gut mit dem Fahrrad oder zu Fuß. Für kühle Getränke sorgen die Biergärten und Kioske in der Nähe. Grundsätzlich gilt: Je weiter man sich vom Zentrum entfernt, desto ruhiger wird es.

Wagenbrüchsee (Geroldsee), Krün

Wie ein Postkartenmotiv fügt sich der naturbelassene Geroldsee, der bei Einheimischen als Wagenbrüchsee bekannt ist, in die Landschaft bei Krün ein: Umgeben von Wald und Bergwiesen glitzern die sanften Wellen in der Sonne, während sich im Hintergrund das Alpenpanorama aus Zugspitze, Karwendel und Soiernspitze majestätisch aufbaut. Am Westufer lädt eine Liegewiese mit Steg zum Verweilen ein, weitere Badestellen finden sich am Süd- und Ostufer – auch wenn die örtlichen Bauern eine kleine Eintrittsgebühr verlangen, sollte man sich nicht abschrecken lassen: Die Ruhe, die man hier erleben darf, ist unbezahlbar.

Fohnsee, Iffeldorf

Der Fohnsee gehört zu den Osterseen, einem Geotop mit mehr als 20 Gewässern, die zum Ende der letzten Eiszeit entstanden. Im Norden von Wäldern, im Süden von Schilf umgeben, besticht er besonders wegen seines klaren Wassers. Wer sein Auto am Ostufer parkt, hat es nicht weit zur Liegewiese. Für alle, die den Picknickkorb zu Hause vergessen haben, gilt Entwarnung: Hier sorgt das „Waldhaus am Fohnsee“ mit seinem Biergarten für das leibliche Wohl. Direkt neben der Wasserwacht befindet sich eine kleine Wiese mit Steg. Der wohl schönste Badeplatz befindet sich in der ausgewiesenen FKK-Zone auf dem Süd-Hügel, der nur zu Fuß erreichbar ist. Um sein Lager dort aufzuschlagen, parkt man das Auto in Iffeldorf und folgt dann erst der Straße, später dem Feldweg Richtung Norden. Wer nach einem Tagesausflug noch nicht genug hat, verbringt gleich die ganze Nacht am Fohnsee: Der schön gelegene Campingplatz wartet gleich nebenan.

Steinsee, Moosach

Der Steinsee, ein Relikt der Würm-Kaltzeit, ist nicht nur ein beliebtes Badeziel – wegen seiner idyllischen Lage im Landkreis Ebersberg eignet er sich auch für einen Sonntagsspaziergang. Vom kostenpflichtigen Parkplatz sollte man sich nicht abschrecken lassen: Das Wasser ist klar und erwärmt sich im Sommer schnell. Weitläufige, teilweise schattige Liegewiesen bietet das gepflegte Familienbad am Nordufer des Sees, das mit Sprungturm, Kinderplantschbereich und Spielplatz aufwartet. An heißen Wochenenden kann es hier schon mal voll werden. Wer den Massen entfliehen will, findet im Wald am Ostufer eine schattige Badestelle mit einem kleinen Steg und einer Schwingschaukel.

Hackensee, Holzkirchen

Als Kulisse für den Film „Wer früher stirbt ist länger tot“ hat der Hackensee bei Kleinhartpenning Berühmtheit erlangt. Trotzdem gilt er noch immer als Geheimtipp, denn schwimmen und spazieren darf man an diesem Privatsee nur an ausgewiesenen Stellen und auf eigenes Risiko. Die naturbelassenen Ufer wirken abenteuerlich wild, Radler müssen sich auf wurzelbewachsene Pfade und schmale Wege einstellen. Wen die ungezähmte Natur nicht abschreckt, der wird mit idyllischen Badeplätzen belohnt: Wenn der Steg am Südufer belegt ist, breitet man sein Handtuch stattdessen nebenan auf dem schattigen Waldboden aus. Am westlichen Nordufer gibt es keine Ausweichmöglichkeiten – hier springt man vom Steg aus direkt ins Wasser. Geht man weiter Richtung Osten, kommt man an einer Seilschaukel vorbei. Bei der Wasserwacht am östlichen Nordufer gibt es eine weitere Badestelle, die wohl den einfachsten und sichersten Einstieg ins Wasser bietet.

"Take Me to the Lakes"

Das kleine Buchprojekt "Take Me to the Lakes" hat sich zur Reihe gemausert und präsentiert nach Berlin nun auch die schönsten Seen rund um München und in Nordrhein-Westfalen. Die "München Edition" nimmt die Leser mit an 50 Seen zwischen Isar und Inn. Viele nützliche Tipps und ein praktisches Format machen das Buch zum ausgezeichneten Sommerbegleiter für Fahrradkorb oder Handschuhfach. "Take Me to the Lakes" ist im Independent-Verlag The Gentle Temper erschienen und im ausgewählten Buchhandel oder online erhältlich.

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