Die Teufelsmauer entdecken

Die zackigen Felsen im Harzvorland sehen aus, als wären sie von Riesen in die sanft-hügelige Landschaft gerammt worden. Dabei sind sie Teil der rund 20 Kilometer langen Teufelsmauer, die sich von Ballenstedt bis Blankenburg zieht. Sie besteht aus Sandsteinen aus der Kreidezeit und ragt an verschiedenen Stellen immer wieder in bizarren Formationen aus der Erde. Einzelne Figuren tragen Eigennamen. Während Heine im Ilsetal unterwegs war, zog es Goethe zu der Teufelsmauer, die er als so merkwürdig schön bezeichnet haben soll. Seit 2009 führt der sogenannte Teufelsmauer-Stieg auf einer Länge von 35 Kilometern von West nach Ost über das Sandsteingebilde. In der Mitte liegt der Königstein und bildet einen guten Einstieg in die Strecke, für jene, die nicht über die gesamte Distanz laufen möchten.

Kleinstadt-Perle: Bernburg

Das kleine Residenzstädtchen im Herzen Sachsen-Anhalts war einst das Zentrum des Herzogtums Anhalt-Bernburg und beeindruckt noch heute mit einem hübschen Stadtkern. Anders als die Lutherstadt Wittenberg oder die Landeshauptstadt Magdeburg scheint Bernburg noch ein Geheimtipp zu sein. Restaurierte und bunte Herrenhäuser säumen die Straßen und Gassen der Tal- und Bergstadt. Besonders sehenswert ist die dominierende Schlossanlage mit dem Eulenspiegelturm direkt oberhalb des Saaleufers gelegen. Zum Verweilen lädt der Kurpark ein. Beste Aussichten über das Saaletal genießen Besucher von dem Keßlerturm aus. An guten Tagen reicht der Blick gar bis zum Brocken. Bei all der Schönheit, die Bernburg heute ausstrahlt, sollte allerdings das dunkle Kapitel der Geschichte nicht übergangen werden. Auf dem Gelände des heutigen Fachklinikums Bernburg befand sich ab 1940 eine der sechs zentralen „Euthanasie“-Anstalten der NS. Heute erinnern eine Gedenkstätte sowie eine Dauerausstellung an die Verbrechen.

Tangermünde: Unbekannte Hansestadt

Kleinstädte wie Quedlinburg oder Naumburg sind bereits bis über die Bundeslandgrenzen bekannt, Tangermünde ist auf dem besten Wege dorthin. Die Hansestadt liegt malerisch dort, wo die Tanger in die Elbe mündet, entsprechend der Name. Besonders sehenswert ist der historische Stadtkern mit den vielen gut erhaltenen Fachwerk- und Backsteinbauten sowie die Burg Tangermünde. Rund um das historische Zentrum zieht sich die nahezu intakte Stadtmauer. Erkundungen im Umland lassen sich bestens mit dem Fahrrad auf dem Elberadweg umsetzen.

Zu Besuch bei Goethe in Bad Lauchstädt

Einst traf sich die intellektuelle Elite Deutschlands in dem kleinen Badeort mit seinen Mineralquellen und debattierte über Kunst, Kultur und Politik. So war Bad Lauchstädt auch Johann Wolfgang von Goethe ein Begriff, der in seiner Funktion als Oberdirektor des Weimarer Hoftheaters hier eine kleine Theaterbühne errichten ließ. Besonders in den Sommermonaten unterhielt er so die Kurgäste mit auserwählten Stücken, wie den Dramen von Friedrich Schiller. Und genau dieses Theaterhaus steht noch heute an Ort und Stelle. Es ist das einzige original erhaltene Theater aus der Goethezeit. Dargeboten werden heutzutage Stücke von Goethe selbst, aber auch Opern und Liederabende.

Wanderungen im Ilsetal

Idyllisch durchzieht die Ilse den nördlichen Teil des Harzes. Das Ufergebiet des Flusses lädt zu Wanderungen ein, bei denen sich Waldgeruch und Vogelrufe dafür sorgen, dass die Spaziergänger schnell ihren Alltag vergessen. Auch der Dichter Heinrich Heine war einst so fasziniert von der Stimmung im Ilsetal, dass er sie in seiner „Harzreise“ erwähnte. Die Region dankte es dem gebürtigen Düsseldorfer und benannte einen Wanderweg nach ihm. Dieser durchzieht das Ilsetal, wie einst Heine selbst und führt auf 26 Kilometern von Ilseburg bis auf den Brocken hinauf. Der Rundweg ist eher für geübte Wanderer gedacht, denn er überwindet 800 Höhenmeter auf dem Weg zum Gipfel und ist teilweise sehr steil. Etwas leichter ist die Ilsestein-Tour. Sie führt auf 13 Kilometern vorbei an den Paternosterklippen und den Ilsefällen.

GEO Reise-Newsletter
Aktuelle GEO-Magazine
<< zurück >> vor
nach oben