Schärtenalm

Auf halbem Weg zwischen dem Hintersee und der Blaueishütte liegt die Schärtenalm. Seit fünf Generationen ist das hübsche Holzhaus mit Blick auf Schärten-, und Blaueisspitze in Familienbesitz. Von Anfang Mai bis Anfang Oktober lädt sie Wanderer ein, sich hier zu stärken oder gleich über Nacht zu bleiben. Die Schärtenalm ist fest in Frauenhand: Sennerin Annemarie Graßl verbringt die komplette Saison auf der Alm, am Wochenende erhält sie Unterstützung von ihren Enkelinnen, ihr Mann Toni ist hingegen für die Einkäufe im Tal zuständig.

Kuchen auf der Schärtenalm

Zwar ist die Speisekarte der Schärtenalm gespickt mit guter bayrischer Küche, doch ganz besonders bekannt ist die Alm für den selbst gebackenen Kuchen. Vom Goldtröpfchenkuchen (Bild) bis hin zum glutenfreien Nusskuchen ist hier alles zu haben, was auf einer gut gedeckten Kaffeetafel nicht fehlen darf

Engalm

Das Almdorf Eng gehört streng genommen gar nicht zu Bayern, sondern liegt bereits im österreichischen Tirol. Doch wer die urigen Almen und die einzigartige Ahornlandschaft genießen möchte, muss seine Wanderung in Bayern beginnen, denn hier startet der einzige Weg in das Tal. Eingeengt von markanten Kalkfelsen und schneebedeckten Gipfeln liegen die wettergegerbten Holzalmen malerisch im Tal. Die Almbauern servieren ihren Gästen hier Köstlichkeiten wie feinsten Bergkäse und bieten fast 60 Schlafgelegenheiten.

Die Ahornbäume der Engalm

Die einzigartige Landschaft im Talboden von Eng lässt viele Besucher von Kanada schwärmen. Die stille Ebene ist durchzogen von 2500 Ahornbäumen, zwischen denen 500 Rinder grasen. Diese Landschaft konnte sich vor allem während des Dreißigjährigen Kriegs entfalten, als es hier keinen Almabtrieb gab und die Bäume nicht abgenagt wurden. Seit 1927 gelten die Ahornbäume der Eng als Naturdenkmäler und lassen sich über ein dichtes Netz an Wanderwegen bestens erkunden. Viele Gäste kommen in den Sommermonaten oder im Herbst, wenn die Bäume mit ihrem bunten Gewand das Tal erleuchten. Wer die Bergidylle lieber für sich haben möchte, kommt in den Monaten April und Mai.

Staffelalm

Wenn die Wanderer an der Tür der Sennerin Magdalena erscheinen, haben sie bereits das landschaftliche Panorama der Rappinschlucht und der Großen Laine genossen. Die junge Bäuerin war bereits bei den Kühen, die rund um die Staffelalm grasen, und hat die Brotzeit vorbereitet.

Franz Marc auf der Staffelalm

Neben herzhaften Broten gibt es frische Getränke und hausgemachten Kuchen. Eigentlich scheint die Staffelalm wie jede andere in den Alpen zu sein, doch hinter den dicken Steinmauern verbirgt sich ein millionenschweres Geheimnis. Um 1900 verbrachte der bekannte Maler Franz Marc hier seine Semesterferien und hinterließ zwei Werke auf den Wänden. Diese wurden einst nicht als wichtig erachtet und von weiteren Schichten Farbe überlagert. Erst 1996 wurden sie freigelegt. Seitdem kommen nicht nur Wanderer, um die Aussicht zu genießen, sondern auch Kunstbegeisterte, um einen Blick auf die Originale von Franz Marc zu werfen.

Wettersteinalm

Auf langen und recht flachen Forstwegen entlang des Elmauer Bachs gelangen die Wanderer zur Wettersteinalm. Die Sennhütte wurde bereit 1396 urkundlich erwähnt und ist momentan in den Händen der Familie Grasegger. Sie versorgt die Wanderer mit kühlen Getränken und gutem Essen. Das schien auch schon zu Zeiten von König Ludwig II. so gewesen zu sein. Denn er ließ sich mit der Kutsche bis zur Wettersteinalm bringen, erfrischte sich dort, um dann die Sänfte zu besteigen. Seine königliche Residenz liegt nämlich nur zehn Kilometer weiter und ist inzwischen ein beliebtes Wanderziel.

Königshaus am Schachen

Das Königshaus am Schachen liegt malerisch auf einem Gipfel und überblickt die bayrischen Alpen. Zwar müssen die Gäste der Wettersteinalm auf die Sänfte verzichten, erreichen das Schloss aber dennoch von dort in anderthalb Stunden zu Fuß. Hier erwartet sie nicht nur ein toller Weitblick, sondern auch ein Traum aus 1001 Nacht. Maurische Springbrunnen, orientalische Teppiche, Pfauenfedern und farbige Bleifenster sorgen für ein Ambiente, das man in der abgelegenen Bergwelt nicht erwartet hätte. Das Königshaus am Schachen ist von Ende Mai bis Anfang Oktober für Besucher geöffnet.

Priesberghütte

Die alte Holzhütte im Wandergebiet zwischen Königssee und Jenner würden viele Bergfreunde vielleicht im ersten Moment links liegen lassen. Denn besonders außergewöhnlich sieht sie nun nicht aus. Dass das ein Fehler wäre, wird den meisten klar, wenn ein bestimmter Geruch in der Luft liegt - der von Enzianschnaps.

Enzianbrennerei auf der Priesberghütte

Denn in der einfachen Berghütte liegt die erste und laut Fachleuten auch die beste Enzianbrennerei Deutschlands. Lukas Schöbinger verarbeitet hier in den Sommermonaten die noch von Hand geernteten Enzianwurzeln für die Brauerei Grassl. Wanderer können sich von der Qualität der Schnäpse direkt vor Ort überzeugen, denn in einem Wasserkrog liegen frischgekühlt immer ein paar Probierflaschen bereit

Bindalm

Zu der Bindalm gehören insgesamt vier kleine Hütten, nur zwei von ihnen werden bewirtschaftet. In der Möslerkaser verleben Lieserl und Sepp ihren Alpentraum. Seit ihrer Pensionierung sind die beiden jeden Sommer hier auf 1117 Metern im Klausbachtal. Ohne Fernseher, Dusche und Handyempfang mit ihren Pinzgauer Rindern führen sie ein beschauliches, aber erfülltes Leben, an dem sie ihre Besucher gern teilhaben lassen - in Form von Käse.

Käsebrote auf der Bindalm

Mit der Milch der eigenen Rinder und einem sehr alten Familienrezept stellt Lieserl neben Frisch- und Schnittkäse auch den rar gewordenen Schüsselkas her. Der bröckelige Käse aus Magermilch landete einst nur bei armen Menschen auf dem Teller, doch bei Lieserl auf der Bindalm schwärmt jeder für den Schüsselkas.

Bildband "Sehnsucht Alm"

Mehr Almgeschichten liefert der Bildband "Sehnsucht Alm: Karin Lochner und Peter von Felbert, 2018, 192 Seiten, ca. 250 Abbildungen, Texte auf Deutsch, 39,99 €, erschienen bei Bruckmann

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