Giesing, München

Es muss nicht immer Schwabing oder das Glockenbachviertel sein: Wer genug von der Münchner Urigkeit zwischen Fachwerk, Kirchen, Zwiebeltürmen und Hofbräukellern hat, den sollte es in den wilden Süden verschlagen. Der ist zwar schon zum Teil von Gentrifizierung und Hipstern erobert worden, besitzt mit der neugotischen Heilig-Kreuz-Kirche auch malerische Ecken, birgt aber noch eine andere, ungeschminkte Facette der Landeshauptstadt. Im rauen Arbeiterstadtteil Giesing, nahe Marienplatz und Isar, kann man viele alternative Orte zum Ausgehen, Essen und Verweilen entdecken. Der Edel-Vietnamese Charlie zählt dazu, oder auch die ausgefallene griechische Restaurant-Bar Attentat Griechischer Salat. Dort gibt’s später auch einen Absacker, nicht selten wird getanzt. Ein gelungener Abend klingt dann an den Kiesbänken bei der Braunauer Brücke aus, mit Blick auf die Isar. Für Nachtschwärmer beginnt er gerade erst - die zieht es in die Giesinger Clubs.

Donauinseln Oberer Wöhrd, Unterer Wöhrd, Stadtamhof bei Regensburg

Man übersieht sie leicht neben dem, zugegeben, wunderschönen Gassengewirr und den prächtigen Kirchtürmen von Regensburg. Dabei ist nirgendwo sonst in der Gegend die Zeit so konsequent stehen geblieben: Die Rede ist von den Donauinseln Oberer Wöhrd und Unterer Wöhrd, die unter dem Vorstadt-Eiland und Unesco-Welterbe Stadtamhof liegen. Letztere ist mit ihrer Rokokokirche und den urigen Gebäuden die glamouröse der drei Inseln. Die anderen beiden bestechen durch ihre vornehme Zurückhaltung: Biedermeier-Häuser lugen aus den dichten Wäldern mit uralten Bäumen hervor, bilden eine pastellfarbene Mini-Skyline am Ufer. Auf dem Oberen Wöhrd fällt vor allem die schnieke Villa Lauser auf, die noch vom Regensburg des 18. Jahrhunderts zeugt. Ein idyllischer und versteckter Alleenpfad schlängelt sich zwischen knorrigen Pappeln hindurch. Da es viele Besucher eher in den Altstadtkern von Regensburg zieht, erlebt man hier willkommene Abgeschiedenheit.

Tüchersfeld, Franken

Spektakulärer geht's nicht: In Tüchersfeld in der Fränkischen Schweiz lehnen sich Fachwerkhäuser an einen dramatisch aufragenden Felsen. Es handelt sich um Reste eines Riffes, das zur Jurazeit in einem tropischen Meer wuchs. Das Felsenriff wurde einst von der Püttlach umspült und kam erst zum Vorschein, als die Flussschleife gekappt wurde. Seither stehen die Überbleibsel frei in der Landschaft und verschmelzen malerisch mit dem Dorfbild. Die bizarren Felsformationen samt den Höhlen, Karsten und Tälern der Region bilden einen Abenteuerspielplatz für Bergsteiger und Wanderer. Sehenswert sind auch das Naturdenkmal Teufelshöhe, der Aussichtspunkt Fahnenstein sowie fränkische Burgen und Kirchen. Wissenswertes zum geotopischen Phänomen vermittelt das Museum im Judenhof. Die Felsenburg wurde ausgezeichnet mit dem offiziellen Gütesiegel "Bayerns schönste Geotope".

Naturpark Altmühltal: Weltenburger Kloster beim Kelheimer Donaudurchbruch

Kurioser kann ein Kloster kaum liegen: Die Benediktinerabtei Weltenburg hockt auf einer kleinen Ebene direkt am Wasser, inmitten der großen Donauschlucht im Naturpark Altmühltal. Hier zwängt sich die Donau durch ein Nadelöhr, links und rechts sowie zu Fuße des imposanten Bauwerks befinden sich Kiesstrände – wer Abgeschiedenheit sucht, erpaddelt sich am besten eine schöne Stelle am Wasser. Wenn’s gesellig zugehen darf, empfiehlt sich ein Besuch im Biergarten der Klosterschenke, wo es das weltberühmte Weltenburger Bier frisch gebraut vom Fass gibt. Von den nahen Wanderwegen aus ergeben sich herrliche Blicke über die Schlucht, die man auch mit dem Kanu erkunden kann. Das Kloster lässt sich nur eingeschränkt besichtigen, da hier Mönche leben – allerdings gibt es Führungen.

Funtensee, Berchtesgaden

Mit dem Elektroboot über den Königsee nach St. Bartholomä gleiten, an der Watzmann-Ostwand vorbei zur "Saugasse" wandern und ins Steinerne Meer zum Kärlingerhaus aufsteigen: Der Weg zum Funtensee ist weit, belohnt aber mit starken Naturerlebnissen. Wie von einem Maler arrangiert, liegt der nur fünf Meter tiefe Karstsee mitten im Nationalpark Berchtesgaden. Im Winter ist er für Kälterekorde gut, im Sommer spaziert man über Bergwiesen und lauscht der gurgelnden "Teufelsmühle", dem einzigen, unteririschen Abfluss. Elf Stunden braucht das Wasser dadurch bis zum Königssee.

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