Schloss Rheinsberg, Ostprignitz-Ruppin

Theodor Fontane erwähnte das Schloss Rheinsberg in seinen Werken, für Friedrich den Großen war es eine Art Testgelände für prunkvolle Kunst: Der Regent entwickelte hier neue Gestaltungsideen, die später in Sanssouci vollendet wurden. Auf Rundgängen taucht man in diese lebendige Stilwelt des 18. Jahrhunderts ein, die Malermeister hier auf die Leinwände und an die Decken bannten. Sogar das alte Mobiliar von 1740 und die Innendekorationen konnten restauriert werden. Auf dem Gelände sind ebenfalls das Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum und die Kammeroper untergebracht. Naturfreunde werden auf dem Schlosshof und im Umland glücklich: Das Bauwerk liegt direkt am Grienericksee, umgeben von Feldern, Wiesen, Wäldern.

Semlin in Rathenow und Hohennauener-Ferchesarer See, Westhavelland

Kaum mehr als 500 Einwohner zählt das kleine Dorf Semlin mit seiner niedlichen Fachwerkkirche von 1730: Der Ort schmiegt sich in eine herrliche Lanschaft aus Wäldern, Wiesen und Feldern, die von Wander- und Radwegen durchzogen sind. In dieser ruhigen Umgebung finden besonders Aktivurlauber Erholung, und zwar am Hohennauener-Ferchesarer See, auch Semliner See genannt. Das Gewässer ist besonders unter Seglern und Windsurfern beliebt. Jedes Jahr feiern die Einwohner das Semliner Sommerfest, bei dem auch Gäste von außerhalb willkommen sind.

Holländisches Viertel, Potsdam

Ursprünglich sollte es eine Exklave für holländische Einwanderer werden: 1732 ließ der Architekt Jan Bouman im Auftrag des Soldatenkönigs Friedrich Wilhlem I. 134 rote Backsteinhäuschen in vier Blöcken errichten. Das Ensemble mitten in Potsdam ist die größte holländische Siedlung außerhalb der Niederlande. Einziges Problem: Es zogen nie genug Holländer ein. Daher wohnten überwiegend Grenadiere in dem Quartier. Bis heute werden die Häuschen gepflegt und restauriert, es gibt zahlreiche Cafés und Kneipen, Antiquitätenläden und Kunsthändler.

Döberitzer Heide

Wisente dösen auf den Wiesen, Wildpferde traben durch die Heide, Rotwild huscht durch die Ginsterbüsche: Westlich der Berliner Stadtgrenze erstreckt sich ein riesiges Naturschutzprojekt der Heinz-Sielmann-Stiftung. In der 5000 Hektar großen Döberitzer Heide, ehemals ein Truppenübungsplatz, wurden beinahe ausgestorbene Wildtiere angesiedelt. Und das Beste: Auf Wanderwegen durch das Wildnisgebiet kann man die sogar aus der Nähe beobachten. Die Bestände wachsen: 90 Wisente, 30 Przewalski-Pferde, die in freier Natur eigentlich schon als ausgestorben galten, und 90 Rothirsche zählt man bislang auf dem Gelände. Die Tiere fanden hier nicht nur ein Zuhause, sondern erhalten auch das Ökosystem, indem sie als natürliche Landschaftsgärtner Pflanzen stutzen und so die Heide erhalten.

Schorfheide und das Kloster Chorin

In die vielfältige Natur der Schorfheide fügen sich viele preußische Baudenkmale perfekt ein: Siedlungsdörfer, das Jagdschloss Groß Schönebeck, die Schleusen und Industrieanlagen am Finowkanal - und natürlich, allem voran, das 750 Jahre alte Zisterzienserkloster in Chorin (Foto). Über das Jahr verteilt finden hier meist klassische Konzerte statt, Höhepunkte des musikalischen Kalenders sind der Musiksommer und das Oster-Klosterfest. Heimische Wildtiere ziehen durch den Wildpark, über allem erhebt sich der Biorama-Aussichtsturm in Joachimsthal.

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