Goethe-Wanderweg, Weimarer Land

Nur zweieinhalb Stunden soll Goethe vom Weimarer Wielandplatz bis zum Schloss Großkochberg gebraucht haben – zu Pferde, wohlgemerkt. Zu Fuß sollte man für die 28,4 Kilometer sechs bis acht Stunden einplanen. Die wunderschöne Route durch das Weimarer Land soll der Universalgelehrte aber auch gern gewandert haben. Der mit einem großen weißen „G“ gekennzeichnete Weg führt durch sattgrüne Nadelwälder, über den Rücken der Tafelbuche, dem höchsten Punkt der Wanderung, bis ins preußische Hochdorf und den Nachbarort Neckeroda, der noch von einer gut erhaltenen doppelten Wallanlage umschlossen ist. Zuletzt passiert man den Aussichtspunkt Luisenturm, von dem aus man ins Saaletal und zum Thüringer Schiefergebirge blickt. Nach dem letzten Wegstück erhebt sich das Ziel am Horizont, das Schloss Großkochberg, zu Goethes Zeiten Wohnort seiner Freundin Charlotte. Dort können Wanderer im Schlosspark und im Café entspannen oder im Museum alles über die Liebelei des Dichterfürsten erfahren.

Frankenweg, Franken

Von seinen insgesamt 520 Kilometern sollte man sich nicht abschrecken lassen: Der Frankenweg ist in angenehme Tagesetappen unterteilt, die man auch einzeln absolvieren kann. In seiner Gänze vereint er die Vielfalt der fränkischen Landschaft. Von Untereichenstein aus geht es durch die Wildnis des Frankenwaldes, das schroffe Höllental und das Flößerland der Wilden Rodach, Kronach und Kulmbach. Malerisch erstreckt sich von dort aus die Region Jura oberhalb des Mains. Es folgen die ersten höheren Gipfel: Vom Kordigast und dem Staffelberg schaut man über das Maintal mit seinen urigen Ortschaften und Bauwerken wie die Basilika Vierzehnheiligen. Weiter geht es durch die Fränkische Schweiz, das Nürnberger Land und den Naturpark Altmühltal. Nach weiteren Höhen, Burgen und Wacholderheiden streift der Pfad das Fränkische Seenland und erreicht mit Harburg in der Schwäbischen Alb sein Ziel.

Vogtland-Panoramaweg

Zu den Fernwanderwegen zählt der Panoramaweg durch das Vogtland, das im Grenzgebiet von Bayern, Sachsen, Thüringen und Böhmen liegt. Die 225 Kilometer beginnen und enden mit einem einzigartigen Baudenkmal, der Göltzschtalbrücke, die größte Ziegelsteinbrücke der Welt. Von hier aus geht es durch Flusstäler, über blühende Orchideenwiesen und das Burgsteingebiet an der wilden innerdeutschen Grenze. In Schönheide im Erzgebirge besteigt man den 794 Meter hohen Kuhberg, in Mylau bestaunt man die mächtige Burganlage. Die Route ist in zwölf Tagesetappen unterteilt, die individuell begehbar sind – der Einstieg ist überall möglich.

Spessartweg 1

Schlösser und Klöster schmiegen sich in diese hügelige Landschaft mit eher sanften Anstiegen. 62, 5 Kilometer führt der Spessartweg 1 von Aschaffenburg bis Gemünden am Main. Los geht es in der Fasanerie in Aschaffenburg, vorbei an den zackigen Felsen der Teufelskanzel bis ins Tal zum Kloster Schmerlenbach, eine Pilgerstätte. Durch die weiten Buchenwälder des Spessart geht es vorbei an Waldseen, Wiesen und dem efeubewachsenen Rothenbucher Schloss. Unterwegs kann man viele seltene Tier- und Pflanzenarten entdecken. Nach einem Abstecher in der Schneewittchen-Stadt Lohr mit ihrer fränkischen Altstadt und dem Kurmainzischen Schloss endet der Spessartweg mit einem Streifzug durch den Wald von Mariabuchen und der Drei-Flüsse-Stadt Gemünden als historischem Schlussakkord.

Spessartweg 2

Der 58 Kilometer lange Spessartweg 2 von Heigenbrücken mit Stadtprozelten hat sich das Qualitätssiegel vor allem für seine verwunschenen Pfade durch unberührte Natur verdient, die spektakuläre Aussichten freigeben und als Höhepunkt mit der wohl imposantesten Burgruine Deutschlands enden – der Henneburg. Weitere beeindruckende Landmarken sind das Seebachtal samt seinem Auwald, die Allee aus 50 Lärchen beim Abstieg vom Höllhamer, die 521 Meter hohe Geißhöhe mit dem Ludwig-Keller-Turm und das idyllische Wildensee.

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