Entlang der Cinque Terre

Gleich fünf malerische und rustikale Dörfer reihen sich entlang des zwölf Kilometer langen Küstenstreifens an der italienischen Riviera: Riomaggiore, Manarola, Monterosso, Vernazza (Foto) und Corniglia. Die Cinque Terre (also Fünf Länder) schieben sich auf der Zugstrecke von Levanto bis La Spezia zwischen die idyllischen Weinberge und Olivenbäume auf der einen Seite und das Ligurische Meer auf der anderen. Genau wie Vernazza ist jedes der Dörfer dabei mindestens einen Besuch und ein Postkartenmotiv wert. Da man mit dem Interrail-Ticket beliebig ein- und aussteigen kann, entfällt das Planen von Fahrtkosten und günstigen Verbindungen – so bleibt immer ausreichend Freiheit zum Entdecken. Kombinieren lässt sich die Route auch mit einer Fahrt durch die Toskana.

Von Bar nach Belgrad

Eine der imposantesten Bahnstrecken führt von der Hauptstadt Serbiens zum Adriatischen Meer – von Belgrad ins kleine montenegrische Bar. Vor allem die Bergwelt Montenegros ist ein echter Geheimtipp. Auf der Strecke überquert die Bahn das Mala Rijeka-Viadukt (Foto) – mit 198 Metern über dem Grund gilt sie als höchste Eisenbahnbrücke Europas. Im Interrailticket ist diese Fahrt nur tagsüber enthalten, Schlafabteile kosten extra. Dies sollte aber kaum stören: Wer möchte sich diese Aussicht bei der Zugfahrt schon entgehen lassen? Zusätzlich lohnt sich auch der günstige Balkan Flexi Pass: Damit fährt man innerhalb von 3, 5, 7, 10 oder 15 Tagen unbegrenzt durch Bulgarien, Griechenland, Mazedonien, Serbien und Montenegro, Rumänien und die Türkei.

Raumabanen, Norwegen

Umgeben von einer Wiesenlandschaft fährt die Raumabanen durch ein Panorama beeindruckender Zinnen und wunderschöner Fjorde. Während der 114 Kilometer langen Strecke von Dombås bis zum Isfjord (Åndalsnes) überquert die Bahn unter anderem auch die historische Kylling bru, eine Eisenbahnbrücke, die inmitten des Bergwald-Panoramas die Rauma überspannt. Kleiner Tipp: Unbedingt Wandersachen einpacken. Denn jeder Zwischenstopp lädt zum Entdecken ein.

West Highland Line, Schottland

Wie eine Zugstrecke aus dem Märchen schneidet sich die schottische West Highland Line durch die hügelige Landschaft, überquert auf dem 380 Meter langen Glenfinnan-Viadukt (Foto) einen markanten Talabschnitt. Das Bauwerk hielt schon Einzug in ein modernes Märchen: Gleich in mehreren Harry-Potter-Filmen schnauft der Hogwarts-Express hier entlang. Zwischen Glasgow und dem Hafen von Mallaig führen unzählige Kilometer durch moosbewachsene Täler, schroffe Felslandschaften und schneebestaubte Highland-Gipfel. Es ist eine Fahrt für Genießer, die etwas Zeit mitgebracht haben und sich an den Bauten vergangener Jahrhunderte erfreuen. Die gesamte Fahrt dauert trotz des gemütlichen Tempos weniger als drei Stunden, es empfiehlt sich aber, unterwegs Stopps einzulegen, etwa für Wanderausflüge durch die Highlands. In Mallaig angekommen, lässt sich per Fähre dann noch die Isle of Skye erkunden. Im Interrailticket ist die Fahrt mit der historischen Jacobite, einem Dampfzug, leider nicht enthalten. Dafür verkehren hier auch die Züge von ScotRail, deren Fahrten mit dem Ticket abgedeckt sind – und aus gewöhnlichen Waggons ist die Landschaft genauso schön.

Linha do Douro, Portugal

In die Weinberge Nordportugals hat sich der Fluss Douro tiefe Schluchten gegraben. Der Strom schlängelt sich hier vorbei an rustikalen Dörfern und Gütern, Reisende finden noch viel Folklore und ursprüngliches Landleben. Zu empfehlen ist die Panoramastrecke vom beliebten Urlaubsziel Porto bis nach Pocinho: Die Fahrt folgt dem Flusslauf durch das sonnige Tal, während sich links und rechts die Weinberge erheben. Wer Zeit hat, steigt an den blau-weiß-gekachelten Bahnhöfen aus, erkundet die Dörfer und kostet den legendären Portwein. Da der letzte Zug hier schon abends um halb sechs fährt, sollte für eine ausgiebige Tour mindestens eine Übernachtung eingeplant werden.

Latour-de-Carol bis Villefranche-Vernet-les-bains, Frankreich

Der kleine gelbe Zug durch die Pyrenäen wird im Sommer zum Cabrio: In offenen Wagen geht es dann durch das Gebirge in der Nähe der französischen Grenze zu Andorra und Spanien, vorbei an mittelalterlichen Bergdörfern wie Mont Louis oder Villefranche-de-Confient. Die gesamte Fahrt kann bis zu achteinhalb Stunden dauern. Auch ohne Dach sind die Kosten im Interrailticket enthalten. Allerdings kommt es auf der Strecke häufig zu Gleisarbeiten – also besser vorher checken.

Bergen-Bahn von Bergen bis Oslo

Zwischen den beiden Städten Bergen und Oslo erstrecken sich einige der spektakulärsten Landschaften Norwegens: Immer wieder lohnt es sich auszusteigen und die tiefen Fjorde, gefrorenen Seen, Wiesen und Wälder und schneebedeckten Berge zu erkunden. Es lohnt sich, die Fahrt zu einer anderen Jahreszeit zu wiederholen: Dann zeigt sich die Gegend in neuem Gewand.

Centovalli-Panoramazug, Italien und Schweiz

Schon der Name verheißt eine unvergessliche Gebirgsfahrt: Auf der Strecke zwischen Italien und der Schweiz passiert der Zug das „Tal der Hundert Täler“, das Centovalli. Von Locarno bis Domodossola winden sich die Gleise entlang tiefer Schluchten, Wasserfälle und Felsspalten, über imposante Brücken und durch Kastanienwälder. Wer das alles nicht erwandern möchte, bekommt schon vom Waggon aus eine spektakuläre Aussicht.

Inlandsbanan, Schweden

Warum nicht weite Teile eines Landes per Panoramafahrt erkunden? Die Inlandsbanan fährt von Süd nach Nord fast durch ganz Schweden. Über 1300 Kilometer verläuft die Trasse von Kristinehamm über Dalarna bis nach Gällivare im Lappland. Die Bahn ist bekannt für ihre hilfsbereiten Zugbegleiter, die gerne Wissenswertes über Orte und Landschaft erzählen. In den Sommermonaten verkehrt der Zug täglich, den Rest des Jahres steht er nur für Sonderbuchungen zur Verfügung. Gruppen müssen vorher Sitzplätze reservieren, Einzelpersonen wird eine Reservierung für knapp fünf Euro pro Tag empfohlen.

Arlbergbahn, Österreich

Beschauliche Gegend, spektakuläre Strecke: Die Arlbergbahn gehört zu den steilsten Bahntrassen mit regelmäßigem Personen- und Gütertransport überhaupt. Von der Tiroler Stadt Landeck über Langen am 1217 Meter hohen Arlberg geht es durch das Herz Tirols bis nach Bludenz in Vorarlberg. Unterwegs passiert man die beeindruckende Trisanna-Brücke (Foto), die unweit vom Schloss Wiesberg das Tal überspannt, das Paznauntal und den über zehn Kilometer langen Arlbergtunnel.

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