München: Ruby Lilly

»Schickeria« heißt die Hausbar. Das kündigt gleich an, wer den Ton angibt: Baby Schimmerlos, der Held der Kult-TV-Serie »Kir Royal«. Wie sie, veräppelt das Haus Münchens Bussi-Bussi-Kultur auf charmante Weise. Verlaufen kann man sich in den 174 Zimmern nicht, ihre Größe reicht von 14 bis 22 Quadratmetern, aber sie machen Spaß: mit einem TV-Testbild als Teppichmuster und 80er-Möbeln. In der Bar, die natürlich einen fantastischen Cocktail Kir Royal bietet, leiht man gratis E-Gitarren, die sich am Verstärker auf dem Zimmer anschließen lassen. Damit ist das Haus der Hit, finden wir.

 

Dachauer Straße 37, Tel. 089-954 57 08 20 (Reservierungen nur online), www.ruby-hotels.com, DZ ab 94 €

Venedig: We_Crociferi

Die kleine Holztür sieht nicht nach viel aus, dabei wartet dahinter ein 255- Betten-Hostel, mitten in Venedig in einem früheren Kloster mit riesigem Innenhof und eigener Pier. Die meisten Gäste sind Studenten, doch angesichts der altehrwürdigen Mauern neigt selbst eine Party Crowd zum Flüstern. Lebendig geht es zu in der Gemeinschaftsküche, in der Bar und in den drei Schlafsälen. Die 127 Doppel- und Familienzimmer sind dagegen ruhig und bestechen mit ihrem Blick zum Kanal.

 

Campo dei Gesuiti, Tel. 0039-041-528 61 03, www.we-gastameco.com, DZ ab 80 €

Hamburg: Fritz im Pyjama

Mitarbeiter des deutschen Tapeteninstituts (ja, das gibt es) müssen dieses dritte und jüngste »Fritz« lieben. Wabenmuster in Gold und Türkis, silberne Palmen vor Blau und Blütenbouquets sind nur einige Beispiele für Wandgestaltungen von der Rolle. Trotz der Vielfalt ist das Haus nicht hektisch, sondern entspannt und familiär. Dazu passen die überraschend ruhige Lage im ersten Stock und Uromas Sammelgeschirr beim Frühstück. Das nimmt man übrigens auf dem Zimmer ein, für ein Restaurant ist kein Platz: kein Problem im Ausgehviertel »Schanze«.

 

Schanzenstr. 101–103, Tel. 040-82 22 28 30, www.fritz-im-pyjama.de, DZ ab 89 €

Marseille: Hôtel 96

Die Geschwister William und Alice Racine haben ihr provenzalisches Landhaus aus dem 19. Jahrhundert in ein B & B mit 13 Zimmern und Suiten verwandelt. Provence-Kitsch ist nicht zu befürchten, die Themen variieren von »White« über »Haute Couture« bis zu »Wood and Iron«.Das Frühstücksei kocht man selbst, Brot, hausgemachte Marmelade und Käse stehen bis 10.30 Uhr bereit, danach genießt man im weitläufigen Garten, in der Sauna und am Pool den Tag. Dinner gibt’s nicht, bis zu den Restaurants in Marseilles Hafen braucht man 25 Autominuten.

 

Chemin de la Soude 96, Tel. 0033-4-91 71 90 22, www.hotel96.com, DZ ab 89 €

Rom: Angelina's Home

Fünf Suiten mit Namen wie »Ambassador« oder »Premier Dame« lassen den Gast auf historischem Eichenparkett zum Prunkbett schreiten, um auf Leinenwäsche liegend den Stuck der hohen Decke zu studieren. Viel Weiß, Creme, Holz und wohldosierte Patina schaffen eine kühle, ruhige Atmosphäre; Klimaanlage und Bäder mit Regendusche sorgen für Komfort. Wer noch mehr römische Lebensart sucht, bucht beim Concierge die lukullische »Taste in Rome«-Stadtführung.

 

Via Cicerone 28/Via Giovanni da Castelbolognese 29, Tel. 0039-06-321 75 06, www.angelinashome.com, DZ ab 90 €

Berlin: Max Brown Ku'Damm

»Urban Residence« nennt sich das Hotel, und das ist legitim. Die hellen Zimmer schaffen mit Retrotapete, hölzernen Fensterläden und Midcentury-Polstermöbeln eine so heimelige Atmosphäre wie in einem schwedischen Ferienhaus. Zugaben wie Plattenspieler, der Billardtisch in der Bar und der an ein Wiener Café erinnernde Frühstücksbereich sorgen aber doch für Großstadtflair. Zumal die Site unter »Max Brown Community« Events, Kulinarisches und Hotspots im Charlottenburger Kiez listet.

 

Uhlandstr. 49, Tel. 030-21 78 26 39, www.maxbrownhotels.com, DZ ab 79 €

München: Cocoon

Wald und Wiesen standen Modell für die beiden älteren Münchner »Cocoon«-Hotels. Im dritten Haus am Hauptbahnhof sind es die Alpen: 103 Zimmer und Suiten zu Themen wie »Jägermeister« oder »Almdudler« bringen mit Accessoires wie zu Leuchten umfunktionierten Milchkannen Almseligkeit in die Großstadt. Der Workspace in der Lobby ist eine Gondel, daneben steht ein Schaukelstuhl aus Skiern, für kleine Feiern lässt sich eine Sennhütte im Garten mieten. Gefrühstückt wird zusammen mit Kühen, die auf einer Alm grasen – eine Webcam liefert die Echtzeit-Bilder auf der Leinwand.

 

Mittererstr. 9, Tel. 089-59 99 39 05, www.cocoon-hotels.de, DZ ab 80 €

London: The Good Hotel

Sie haben die Schule abgebrochen, fanden lange keinen Job oder mussten als alleinerziehende Mütter beruflich pausieren: Fast die Hälfte der Mitarbeiter, ob Zimmermädchen oder Kellner, sind nach Umwegen eingestiegen oder zurückgekehrt in ein geregeltes Arbeitsleben und in eine Gemeinschaft. »Good Crew« steht auf den Rücken ihrer schwarzen T-Shirts, und das stimmt. Schon von außen beeindruckt das Hotel als riesiger schwarzer, schwimmender Schuhkarton, der für fünf Jahre am Ufer des Royal Victoria Docks festgemacht hat, knapp 30 U-Bahn-Minuten vom Tower entfernt. In der Lobby empfangen einen ebenfalls schwarze Wände, graue Estrichböden mit Sisal-Teppichen und Lounge Chairs von Moooi, dem holländischen Avantgarde-Design-Label. Die 148 Zimmer fallen, dem günstigen Preis angemessen, schlicht aus: Auf nur 13 Quadratmetern gibt es ein großes Bett, Dusche, Klimaanlage und einen Wasserkocher, kein Telefon, keinen Fernseher, keine Minibar.

 

Royal Victoria Dock, West. Gateway, Tel. 0044-20-36 37 74 01, www.goodhotellondon.com, DZ ab 65 €

Berlin: Motel One Upper West

Vis-à-vis vom Berliner »Zoo Palast«-Kino liegt das Haus, dazu passt das Interieur-Thema: Kino, Kino, Kino. Das Private Cinema in der »One Bar« auf der zehnten Etage lädt zum Schwelgen in Klassikern der Filmgeschichte, Leinwandbilder mischen sich mit Porträts lebender Schauspieler an den Wänden. Und jedes der 582 Zimmer in den 19 Etagen ist oscarverdächtig: wegen nobler 40-Zoll- Fernseh-Bildschirme, begehbarer Kleiderschränke, Boxspringbetten, Bädern mit Raindance-Duschen und wegen des Blicks aus teils bodentiefen Fenstern.

 

Kantstr. 163-165, Tel. 030-322 93 19 00, www.motel-one.com, DZ ab 99 €

Barcelona: Hostal Poblenou

Die meisten Touristen kommen auf eine Stippvisite in den Vorort mit dem olympischen Hafen, um sich danach wieder in Barcelonas Ramblas auf die Füße zu treten. Dabei hat die Rambla in Poblenou genauso viel Charme, nur ohne Gedränge. Davor ist man auch im eidottergelben Stadthaus von 1930 sicher: Das B & B hat nur sechs Zimmer. Mit hölzernen Fensterläden, einem Innenhof und Kunst katalanischer Meister wie Gaudí und Miró ist es fast zu schön zum Rausgehen. Doch der Strand ist nur 300 Meter entfernt. Und die U-Bahn in die City hält ums Eck.

 

Taulat 30, Tel. 0034-932-21 26 01, www.hostalpoblenou.com, DZ ab 50 €

Die restlichen 90 preisgekrönten Hotels finden Sie in der Februar-Ausgabe von GEO SAISON.

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