Surfen in Polarkreisnähe

Für alle Wellenreiter, die keine Lust auf Winterpause haben und sich nicht in die stark umkämpften Wogen in den nun warmen Erdteilen begeben möchten, liefern die kalten zwei Drittel der Ozeane perfekte Bedingungen für ein Abenteuer in der Kälte. Von Winterwinden geformt, rauschen die Wellen im Schneegestöber an Land, die Wassertemperatur liegt bei 0 Grad und die Lufttemperatur deutlich darunter, wer sich unter diesen eiskalten Bedingungen aufs Meer traut, muss sein Brett lieben. Doch immer mehr Menschen von Norwegen bis Südkorea suchen genau diese Herausforderung

Urlaub unter Polarlichtern

Durchaus etwas angenehmer ist diese Variante des winterlichen Abenteuers. Im finnischen Teil Lapplands verteilen sich die Iglus des Kakslauttanen Arctic Resorts in der Landschaft. Unter dicken Decken liegend, können die Gäste hier durch die gläserne Außenschicht Polarlichter beobachten - und das die ganze Nacht. Allerdings sind die Polarlichter nicht in jeder Nacht zu sehen, denn einige Voraussetzungen müssen dafür erfüllt sein. Die Nacht im gläsernen Iglu mitten in der tief verschneiten Landschaft ist hingegen zwischen Oktober und April einfach buchbar.

Mit dem Hundeschlitten durch eisige Landschaften

Ein Traum Vieler ist eine Fahrt mit dem Hundeschlitten. Einst essenzielles Fortbewegungsmittel für Nomadenvölker jenseits des Polarkreises, dienen heute viele Hunde-Gespanne Touristen, die auf diese Art eisige Landschaften entdecken möchten. Nach einer kurzen Einweisung gehört das Gespann ihnen und die Gruppen kreuzen unter Leitung durch Norwegen, Finnland, Schweden oder wie hier Grönland. Es gibt inzwischen mehrwöchige Rennen, bei denen sich die Hundeschlittenführer aus aller Welt messen und mehrere Hundert Kilometer zurücklegen.

Einen erstarrten Wasserfall erklimmen

In den USA und Kanada gilt das Eisklettern bereits seit mehreren Jahren als ein winterlicher Trendsport. Inzwischen werden auch immer mehr Wasserfälle in der Alpenregion erklettert. Wer sich als Anfänger ans Eisklettern wagt, sollte allerdings alpine Vorkenntnisse, Fitness und Schwindelfreiheit mitbringen. Kurse und Touren mit Bergführer sind ohne Erfahrung unerlässlich. Reinschnuppern in den Sport kann man beispielsweise im Alpbachtal in Österreich. Ambitionierte und Erfahrene finden in den Weiten Nordamerikas ihr Eldorado

Mehrtagestouren durch verschneite Weiten

Wie ging noch gleich der Spruch: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung? Das gilt auch für Wanderbegeisterte, die sich durch Frost und Schnee nicht von ihrem Weg abbringen lassen möchten und dennoch raus in die Natur ziehen. Mit der richtigen Kleidung und wetterfester Ausrüstung lassen sich nämlich auch im Winter mehrtägige Wandertouren realisieren. Zum Antesten reicht eine Tagestour auf den Hausberg, wer mehr möchte, kann ein Wochenende mit Zelt und Schneeschuhen losstapfen, oder aber für die Nacht Hütten aufsuchen.

Ein Sprung ins kalte Wasser

Brrr ... mögen sich viele bei dem Anblick dieses Bildes denken. Dass es viel Überwindung kostet, in solch ein winterliches Gewässer zu springen, brauchen wir also an dieser Stelle nicht mehr zu erwähnen. Einige Bevölkerungsgruppen in Russland halten so ein Bad gar für heilsam, andere sehen es als Mutprobe und wieder andere als reinigend an. Welcher Grund es auch immer sein mag, so ein Sprung ins eiskalte Wasser ist auf jeden Fall ein winterliches Abenteuer, das sich an vielen Orten umsetzen lässt.

Mit dem Kajak durch die Antarktis

Zugegeben, dieses Abenteuer ist schon ziemlich extrem und nicht für jedermann. Das Pärchen Sophie Ballagh und Ewan Blyth wagte es dennoch und wurde mit einmaligen Begegnungen entlohnt. Ob schwimmende Eisgiganten oder neugierige Pinguine mit jedem Paddelschlag entdeckten sie das eisige Wunder Antarktis ein wenig mehr. Wie anstrengend und nervig dieser Trip trotz all dieser einmaligen Momente auch war, beschreiben sie in dem Bildband "Endlich Winter!" in Text und Bild.

Eislaufen auf menschenleeren Seen

Ganz und gar nicht ausgefallen und extrem ist diese winterliche Aktivität: Eislaufen! Während wir in großen Teilen Deutschlands auf strenge Winter warten müssen, um unsere Pirouetten auf zugefrorenen Gewässern drehen zu können, haben die Menschen anderorts gar die Qual der Wahl. Ob in der Schweiz, Kanada oder Russland besteht die Kunst darin einen einsamen Ort zu finden und hier eins mit den Schlittschuhen und der Natur zu werden

Per Großsegler durch das ewige Eis

Etwas mehr Komfort als Sophie und Ewan, die mit dem Kajak durch die Antarktis gepaddelt waren, hatten René Koster und seine Crew auf ihrem Großsegler aus dem frühen Zwanzigsten Jahrhundert zwar schon, aber der Trip war dennoch sehr abenteuerreich. Wie sehr ihn dieses endlos karge Land, wie Koster die Antarktis selbst beschreibt, berührt hat, das zeigt sein Bildessay im Bildband "Endlich Winter!"

Skitour zu abgelegenen Landschaften

Auf Skiern die winterliche Welt entdecken, das macht die Menschheit schon seit geraumer Zeit. Meist haben wir dabei ein Ziel im Kopf, das wir erreichen und mit dem wir uns für die Strapazen belohnen möchten. Wer schon viel im alpinen Bereich unterwegs war, dürfte sich vielleicht über weitere Anreize und Ziele freuen. Wie wäre es also mit einem Trip zu den sogenannten Sieben Schwestern im nördlichen Uralgebirge. Hier begegnet man lange keiner Menschenseele und dann stehen sie da, die sieben Steinsäulen, hübsch eingepudert vom Schnee. Ist das nicht eine tolle Belohnung?

Bildband "Endlich Winter!"

Noch mehr Abenteuer, tolle Fotografien und Erlebnisberichte gibt es in diesem Bildband zu entdecken:

"Endlich Winter! Abenteuer in der Kälte", 2017, 256 Seiten, farbige Abbildungen, Texte auf Deutsch, € 39,90, erschienen bei gestalten

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