Wenn die Sonne brennt und die Hitze drückt, sind sie der Sehnsuchtsort im Sommer. In den Tausenden Freibädern im Land wollen alle das Gleiche: Ins Wasser springen, auf der Liegewiese faulenzen, dann eine Portion Pommes rot-weiß oder ein Eis - wenn nicht sogar beides.
Manche Freibäder stechen aber noch einmal aus der großen Masse der Sehnsuchtsorte heraus. Einfach, weil man dort besonders schön schwimmt und sich bräunt. Umkleidetür auf für elf außergewöhnliche Freibäder:
Panoramabad Farchant
Die Kulisse hält, was der Name Panoramabad verspricht: Die Gipfel des Wettersteingebirges mit der Zugspitze türmen sich in der Ferne auf, während man sich auf der Liegewiese sonnt oder im Becken seine Bahnen zieht. Das Wasser in dem Bad in der Nähe von Garmisch-Partenkirchen wird mittels Solarheizung auf angenehme Temperaturen gebracht, eine Rutsche gibt es auch.
Badeschiff Berlin: Schwimmen auf der Spree
Zugegeben: Das Badeschiff ist nichts für alle, die lange Bahnen ziehen, ins Wasser springen oder rutschen wollen. Doch dafür gibt es unzählige normale Freibäder (und Seen) in und um die Hauptstadt. Wer aufs Badeschiff geht, tut das wegen der Kulisse: Schiffe fahren vorbei, in der Ferne sieht man den Fernsehturm und man schwimmt auf dem Fluss. Denn Baden in der Spree ist in Berlin verboten.
Zschonergrundbad Dresden
Kiesfilter und Pflanzen reinigen das Wasser im Zschonergrundbad, das von Schilf und Wald umgeben am Stadtrand von Dresden liegt. Natürlichkeit und Inklusion stehen im Fokus des denkmalgeschützten Bades. Ein Kräutergarten und ein Naturspielbereich mit Murmelbahn gehören auch zur Anlage. Lustiges Detail: Für Wasserhüpfer gibt es einen Bereich namens Sprunggrube, dort ist das Becken bis zu 3,60 Meter tief.
Bergbad Bückeburg
Ganz unbescheiden nennt die Stadt Bückeburg das Bergbad "das schönste Freibad im Norden Deutschlands". Bei allem Lokalstolz liefern der Ausblick ins Weserbergland und der in interessanter Geometrie ins 50-Meter-Becken schräg hereinragende Sprungbereich mit dem geschwungenen 10-Meter-Turm auch gute objektive Argumente für diese These.
Felsenbad Pottenstein
Jugendstilmauern umgeben das Freibad, das am Fuße einer Felswand erbaut wurde. Zur besonderen Kulisse trägt auch das grünliche Wasser bei – es ist ein Naturbadeteich, das Wasser wird ohne Chemie gereinigt. Den Job übernehmen Pflanzen. Das Bad liegt bei Pottenstein zwischen Nürnberg und Bayreuth.
Panoramabad Bonn-Rüngsdorf
Die Lage am Rhein. Der Blick aufs Siebengebirge. Das Panoramabad Bonn-Rüngsdorf lockt mit landschaftlichen Reizen – hat aber auch selbst Highlights: Der Zehnmeterturm mit seiner Ellipsenform ist nachts beleuchtet, ein Gehweg spannt sich über einen Teil des Kinderbeckens hin zu einer Plattform, von der man einen guten Blick auf die Springer vom Turm hat oder zur Wasserrutsche abbiegen kann. Gleich hinter der Liegewiese am 50-Meter-Becken strömt Deutschlands mächtigster Fluss entlang.
Naturerlebnisbad Bingen
Zwei Sprungbretter, ein Schwimmteich ohne Chlor, Holzstege und dahinter: das Rheintal und die Hügel des Taunus. Ja, auch im Naturerlebnisbad Bingen ist der große Fluss der heimliche Star. Zum Verweilen gibt es ein Sommercafé mit großer Sonnenterrasse.
Kaifubad Hamburg
1895 erbaut ist das Bad am Kaiser-Friedrich-Ufer (daher "Kaifu") das Älteste in Hamburg. Die Schwimmhalle im hanseatischen Backsteinstil ist ein Rückzugsort bei Schietwetter, draußen gibt es ein 50-Meter-Becken und einen Sprungturm. Wer auch im Sommer gern schwitzt, kann die Sauna besuchen. Oder lässt sich im 32 Grad warmen Salzwasser der Solar-Therme treiben und bestaunt dabei das sakral anmutende Deckengewölbe.
Felsenbad Landsberg
Die alte Doppelkappelle auf einer Klippe ist weithin sichtbar. Ihr zu Füßen liegt das Felsenbad Landsberg. Porphyrgestein und viele Bäume rahmen die beiden vieleckigen Schwimmbecken ein. Es gibt eine 50-Meter-Bahn, Sprungturm und Kinderbereich. Und im Wasser spiegelt sich die Kapelle – diese Szenerie ist das Alleinstellungsmerkmal des Bades in der Stadt unweit von Halle an der Saale.
Mineralfreibad Oberes Bottwartal
50-Meter-Becken, drei große Rutschen, Sprungturm, Kinderbecken, Massageliegen, FKK-Bereich: Das Mineralfreibad Oberes Bottwartal in Oberstenfeld dürfte so ziemlich alle Bedürfnisse abdecken, die sommerliche Freibadgäste haben können. Dazu kommt als Bonus noch die idyllische Lage in den Hügeln der Weinanbauregion südöstlich von Heilbronn.
Waschmühle Kaiserslautern
In diesem Badeweiher haben alle Platz: 7.200 Quadratmeter Wasserfläche bietet das Freibad Waschmühle im Eselsbachtal im Norden von Kaiserslautern. Ursprünglich war dort eine Wäscherei, Anfang des 20. Jahrhunderts wurde ein Bad daraus – die "Wesch", wie Einheimische sagen. Hingucker sind drei kleine Terrassen, die wie dicke Finger in das riesige Becken hineinragen, und die Jugendstil-Umkleiden am Rand.