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Biolumineszenz Die Kunst des Blendens


Weil in die Tiefsee kein Sonnenstrahl dringt, machen viele Tierarten einfach selbst Licht. Und zwar Jäger ebenso wie Gejagte. Das steckt hinter der Biolumineszenz
Biolumineszenz: Kalmare nutzen die Biolumineszenz auch, um sich zu tarnen. Etwa bei der nächtlichen Jagd. Von unten gesehen, heben sich die leuchtenden Tiere gegen die mondbeschienene Wasseroberfläche kaum ab
Kalmare nutzen die Biolumineszenz auch, um sich zu tarnen. Etwa bei der nächtlichen Jagd. Von unten gesehen, heben sich die leuchtenden Tiere gegen die mondbeschienene Wasseroberfläche kaum ab
© Stuart Westmorland/Getty Images

Viele Planktontierchen können es, Pflanzen nicht. Frösche, nein, Bakterien und Pilze, ja. Fische und Krebse auch, aber nur im Meer, nicht im Süßwasser: Die Biolumineszenz, die Fähigkeit, Licht zu erzeugen, ist von der Natur ungleich verteilt worden. Sie findet oft in sogenannten Photophoren statt, die bei einer chemischen Reaktion überschüssige Energie als Licht abgeben, ohne aber Wärme zu erzeugen.

Dabei reagieren Leuchtstoffe ("Luciferine") mit Sauerstoff, befeuert durch Leuchtenzyme ("Luciferasen"). Die meisten biolumineszenten Lebewesen betreiben ihr eigenes Kraftwerk; etwa Feuerwalzen, die zu Tausenden in einer Kolonie aufleuchten können. Sie gelten als "Sekundärleuchter", weil symbiotische Bakterien für sie das Licht erzeugen.

Die Photophoren können verschieden aufgebaut sein. Entweder wird Licht durch eine Linse gebündelt und direkt ausgestrahlt. Oder kleine Lichtleiter im Körper führen das Glimmen nach außen. Mit Filtern lässt sich die Lichtfarbe verändern. Und warum der Aufwand? Licht vereinfacht die Beutesuche, verwirrt Opfer, blendet Feinde - und kann helfen, in der Dunkelheit passende Sexpartner zu finden.

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