Kuriose Wissenschaft Lust auf Hühnerhof

Woran erkennt man eigentlich ein »glückliches Huhn«?

Das Wohlbefinden des Federviehs wissenschaftlich nachzuweisen ist gar nicht so einfach. Denn dazu gehört mehr als nur Abwesenheit von messbarem Schmerz oder Stress.

Um zu untersuchen, wie sich echtes Hühnerglück zu erkennen gibt, brachte ein Team um Patrick Zimmerman von der Schwedischen Universität für Agrarwissenschaften in Skara den Tieren zunächst bei, sich auf erfreuliche oder unangenehme Ereignisse einzustellen. Kurz nach einem bestimmten akustischen Signal durften die Hühner ein Gehege mit leckeren Mehlwürmern erobern. Ertönte ein anderes Signal, wurde das Federvieh kurz darauf nass gespritzt.

Diejenigen Hühner, die sich aufgrund des gehörten Signals auf einen Mehlwurm-Snack statt auf eine kalte Dusche einstellen konnten, begannen mit den Flügeln zu flattern und ihre Federn zu putzen – ein Verhalten, das Wohlbefinden signalisierte. Solche Vorfreude auf eine „Wurmjagd“, so die Wissenschaftler, könne auch auf ein Bedürfnis der Vögel hindeuten, nicht immer nur gefüttert zu werden, sondern selbst aktiv zu sein.

GEO Nr. 04/11 - Rettet die Nacht!
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