Verhalten: Wie Wale mit Kindern reden

Pottwalweibchen verändern ihre Sprache, wenn sie sich an Babys richtet

Die Klickgeräusche des Pottwals (Physeter macrocephalus) gelten als die lautesten Tiertöne der Welt: Sie erreichen unter Wasser eine Stärke von über 230 Dezibel (ein Düsenjet dröhnt mit etwa 120 dB). Aber grob und undifferenziert sind diese Rufe keineswegs. Wie die "Gesänge" anderer Walspezies dienen sie zur Kommunikation zwischen den Angehörigen einer Schule, und verschiedene Gruppen benutzen ihren jeweils eigenen "Dialekt".

Luke Rendell von der Universität St. Andrews hat nun entdeckt, dass die Pottwale noch zu weit mehr Sprachveränderungen in der Lage sind: Wenn ihr Kind schreit oder relativ unstrukturiert "brabbelt", benutzt die Mutter - oder sogar zuweilen auch ein fremder "Babysitter" - ein ganz eigenes, nur an Kinder gerichtetes Ton-Repertoire. Generell scheint die äußere Erscheinung des Adressaten ein wichtiges Kriterium für die Wahl der Sprache zu sein: Ein Muster aus meist fünf Klicks ändert sich je nach Größe der Tiere. Darüber kann sogar die Identität des Sprechers oder Hörers bestimmt werden.