Tierverhalten Verhalten: Mama, Papa, Küken

Papagei-Eltern geben ihren Kindern offenbar Namen

So redselig die Vögel auch sind: Über die Entwicklung der Papageiensprache ist noch wenig bekannt. Das gilt vor allem für wild lebende Exemplare, die keine menschlichen Äußerungen nachplappern, aber untereinander sehr kommunikativ sind. Ein Team um Karl Berg vom Cornell Laboratory of Ornithology hat deshalb frei lebende Grünbürzel-Sperlingspapageien in Venezuela über Monate beobachtet.

Dabei stellten die Forscher fest, dass die jungen Vögel ihr Lautrepertoire von ihren jeweiligen Erziehern übernahmen - unabhängig davon, ob es sich um ihre leiblichen oder Adoptiveltern handelte, denen sie untergeschoben wurden. Das Verhalten ist also nicht angeboren, sondern wird in Kontakt mit anderen Vögeln gelernt.

Zugleich sprechen die Erzieher ihre Aufzucht offenbar mit spezifischen Lautfolgen an. Sie geben jedem Jungen quasi einen Namen, den diese fortan als Erkennungsmelodie mit sich führen. Später ahmen die Heranwachsenden auch die individuellen Namenslaute von Artgenossen nach - als ob sie nach einem Freund riefen.